Gigantisches Bauprojekt Türkei plant erdbebensichere Millionenstädte

Im Nordwesten der Türkei drohen verheerende Erdstöße. Jetzt will die Regierung einer Katastrophe zuvorkommen: Vor Istanbul sollen zwei Metropolen für jeweils eine Million Menschen entstehen - alle Neubauten sollen schweren Beben standhalten können.

Erdbebenfolgen in der Türkei (Mai 2003): Regierung will sichere Städte bauen
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Erdbebenfolgen in der Türkei (Mai 2003): Regierung will sichere Städte bauen


Istanbul - Die Türkei wartet auf ein schweres Beben, vor allem die Region um die Millionenstadt Istanbul ist bedroht. Ein Starkbeben würde in der Millionenstadt laut einer Uno-Studie 55.000 Tote und noch weitaus mehr Verletzte und Obdachlose fordern. Jetzt will die Regierung der Gefahr vorbeugen: In der Türkei sollen zwei erdbebensichere Millionenstädte entstehen.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Mittwoch, eine der beiden neuen Städte werde auf stillgelegten Steinbrüchen und Kohlegruben am Rande der europäischen Seite von Istanbul entstehen. Die andere werde auf ungenutztem Land am Rande der asiatischen Seite der Stadt gebaut. Jeweils eine Million Menschen sollen in den Zentren leben können.

Die Studien für das Projekt sollen laut Erdogan kurz nach dem Wahlen am 12. Juni beginnen, der Bau dann im kommenden Jahr. Ziel sei es, Menschen in gefährdeten Gebieten zum Umzug zu bewegen. Die Ankündigung dürfte auch Teil des Wahlkampfs sein, Erdogan strebt eine dritte Amtszeit an.

Wie wichtig erdbebensichere Architektur ist, haben Beben des letzten Jahres gezeigt: Bei den Erdstößen in Haiti hätten schon einfachere Verbesserungen an den Konstruktionen viele Leben retten können. Gute Architektur hingegen bewahrte bei einem ähnlich starken Beben in Neuseeland im vergangenen September Tausende Gebäude vor dem Einsturz.

Beben in der Türkei sind oft extrem heftig: 1999 kamen in Düzce und Izmit im Nordwesten des Landes bei zwei Starkbeben 18.000 Menschen ums Leben. An derselben Erdbebenzone liegt auch Istanbul mit seinen rund 13 Millionen Einwohnern. Im gesamten Verlauf der tausend Kilometer langen Nordanatolischen Verwerfung haben verheerende Erdbeben in den letzten 66 Jahren den Druck der Gesteine abgebaut: 1939 setzte am östlichen Ende der Verwerfung das erste Beben ein. Mit den Katastrophen von 1999 in Düzce und Izmit erreichten die Beben den bisher am weitesten westlich gelegenen Punkt der Verwerfung.

Jetzt verharrt einzig ihr westliches Ende im höchsten Spannungszustand: die 160 Kilometer lange Marmara-Sektion 20 Kilometer südlich von Istanbul. Die folgende Animation zeigt, wie sich die Erdbeben der Millionenmetropole nähern und dabei die Spannung in der Erde im Nordwesten der Türkei erhöhen:

boj/dapd

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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
byzopsycho 11.05.2011
1. Etwas zu viel aufgetragen so kurz vor den Wahlen, die er so oder so gewinnen wird.
Zitat von sysopIm*Nordwesten der Türkei drohen verheerende Erdstöße. Jetzt will die Regierung einer Katastrophe zuvorkommen: Vor Istanbul sollen zwei Metropolen für jeweils eine Million Menschen entstehen - alle*Neubauten sollen schweren Beben standhalten können. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,761974,00.html
Wieso keine Metropolen auf den Mars und Superkräfte für alle ab 21 als Wahlversprechen?
Keyser Söze 11.05.2011
2. Wtf
Zitat von byzopsychoWieso keine Metropolen auf den Mars und Superkräfte für alle ab 21 als Wahlversprechen?
Ich kann Ihren Kommentar nicht nachvollziehen. Halten Sie den Bau von zwei Metropolen in der Umgebung von Istanbul für so utopisch wie den Bau derselben auf dem Mars? Es handelt sich bei dem Projekt doch nicht um ein leeres Wahlversprechen, um die Wähler zu ködern, sondern um eine Maßnahme, die schon lange wegen der Erdbebengefahr in Istanbul diskutiert wird.
Tansas 11.05.2011
3. immer wieder das gleiche
Wieso die Türkei hat doch Kohle, zumindest mehr als so Einige EU Länder... Bitte erfindet neue Argumente macht es mir nicht so leicht. Wir reden nicht über einen Betritt der Türkei heute, sondern erst in 10 Jahren, wenn es in der Türkei so weitergeht (Durchschnitt 8 % pro Jahr, heute schon unter den 16 Ersten Wirtschaftsmächte der Welt), dann braucht sie die EU nicht. ICH WÄRE aber dafür, der Völkerverständigung und des Friedens wegen. Hier noch ein Artikel für das gegenseitige Kennlernen, die Türkei hat eben nicht nur den Döner erfunden Deutsche Homöopathie versus türkische Musiktherapie Integration, Multi-Kulti, Vorzeigeausländer – wahrlich viele dieser Themen und Stichworte sind in unserer Bundesrepublik zurzeit hochaktuell und heiß diskutiert. Es gibt viele Schriftsteller und Persönlichkeiten, die sich gute Lösungsvorschläge für die bestehenden Probleme überlegen, deren Umsetzung auch machbar wäre. Und es gibt jene, die nur auf die Probleme und Unterschiede hinweisen, ohne konkrete Lösungsvorschläge anzuführen – was mir sehr kontraproduktiv erscheint. Quelle: http://www.istanbulpark.de/
Keyser Söze 11.05.2011
4. EU-Beitritt
Zitat von TansasWieso die Türkei hat doch Kohle, zumindest mehr als so Einige EU Länder... Bitte erfindet neue Argumente macht es mir nicht so leicht. Wir reden nicht über einen Betritt der Türkei heute, sondern erst in 10 Jahren, wenn es in der Türkei so weitergeht (Durchschnitt 8 % pro Jahr, heute schon unter den 16 Ersten Wirtschaftsmächte der Welt), dann braucht sie die EU nicht. ICH WÄRE aber dafür, der Völkerverständigung und des Friedens wegen. Hier noch ein Artikel für das gegenseitige Kennlernen, die Türkei hat eben nicht nur den Döner erfunden Deutsche Homöopathie versus türkische Musiktherapie Integration, Multi-Kulti, Vorzeigeausländer – wahrlich viele dieser Themen und Stichworte sind in unserer Bundesrepublik zurzeit hochaktuell und heiß diskutiert. Es gibt viele Schriftsteller und Persönlichkeiten, die sich gute Lösungsvorschläge für die bestehenden Probleme überlegen, deren Umsetzung auch machbar wäre. Und es gibt jene, die nur auf die Probleme und Unterschiede hinweisen, ohne konkrete Lösungsvorschläge anzuführen – was mir sehr kontraproduktiv erscheint. Quelle: http://www.istanbulpark.de/
Ich bin dagegen, wie auch die Mehrheit der Türken. Deswegen wird es nicht dazu kommen. Und nicht, weil die Europäer es nicht wollen. Deren Sichtweise ist mir schnurz.
terek75 11.05.2011
5. Mit welcher EU rechnen..???
Mein lieber Freund.Anstatt so etwas zu schreiben, sollten Sie und Ihres gleichen mal financial Times oder Handelsblatt und ähnliches Lesen.Die Türkei über die Sie hier sich einen verkorksten Scherz schreiben, ist momentan in EUROPA die 5.größte Wirtschaftsmacht.In 10 Jahren wird man Italien hinter sich lassen.... Deine EU Gelder oder Subvention Argumente kannst du gegenüber den Pleite-Griechen,oder anderen EU-Bittsteller Staaten wie Bulgarien,Rumänien den Slowaken und anderen vorhalten.Du schreibst über ein Land das mittlerweile auf den bestem Weg ist in die Top 10 der Industrienationen. Ich kenne euer Problem all zu gut, es passt euch nicht ins Weltbild was die Türkei seit über 10 Jahren leistet und leisten wird......
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