Prognose CO2-Ausstoß erreicht 2013 Rekordwert

Maßnahmen zum Klimaschutz haben offenbar wenig Erfolg: 2013 hat die Menschheit einer neuen Schätzung zufolge so viel Kohlendioxid-Treibhausgas ausgestoßen wie noch nie.

Qualmende Schornsteine: Immer mehr Treibhausgase
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Qualmende Schornsteine: Immer mehr Treibhausgase


Warschau/Hamburg - Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) durch die weltweite Verbrennung fossiler Brennstoffe erreicht nach Angaben von Wissenschaftlern in diesem Jahr einen Rekordwert von 36 Milliarden Tonnen. Dies ist das Ergebnis des "Global Carbon Project" unter Mitwirkung des britischen Tyndall Centre for Climate Change Research an der University of East Anglia (UEA). Klimaforscher fürchten eine gefährliche weltweite Erwärmung aufgrund der Zunahme von Treibhausgasen in der Luft.

Damit liegt der für dieses Jahr prognostizierte Anstieg von 2,1 Prozent bei den weltweiten Emissionen durch fossile Brennstoffe 61 Prozent über dem Niveau von 1990, dem Ausgangspunkt für das Kyoto-Protokoll. "Die Regierungen, die diese Woche auf der Uno-Klimakonferenz in Warschau zusammenkommen, müssen sich darauf einigen, wie sie diesen Trend umkehren", sagte die leitende Wissenschaftlerin Corinne Le Quéré vom Tyndall-Zentrum.

Neben dem Rekordausstoß von Kohlendioxid hat die Umweltorganisation Germanwatch aber auch Hoffnung auf ein Umsteuern zugunsten des Klimas. So habe China, das weltweit das meiste Kohlendioxid verbreite, den Anstieg seiner Schadstoffemissionen im Vergleich zum Vorjahr verringert, berichtete Germanwatch am Montag bei der Vorstellung des aktuellen Klimaschutzindex auf der Uno-Klimakonferenz in Warschau.

Ebenfalls am Montag begann in der polnischen Hauptstadt eine internationale Kohle-Konferenz, die Proteste von Umweltschützern auf sich zog. Christiana Figueres, die Generalsekretärin des Sekretariats der Uno-Klimakonvention, rief die Kohlebranche angesichts der Klimaveränderungen zu einem radikalen Wandel auf. Die Industrie könne die politischen Beschlüsse zur Verringerung des Treibhauseffekts und der Erderwärmung nicht ignorieren, erklärte sie.

Figueres appellierte an die Vertreter der Kohleindustrie, alle schadstoffreichen Kraftwerke stillzulegen und auf den Abbau des Großteils der weltweiten Kohlevorkommen zu verzichten. "Es ist in Ihrem Interesse, Kohle zum Teil der Lösung zu machen", befand die Generalsekretärin. "Selbst die effizientesten kohlebefeuerten Kraftwerke stoßen etwa 15-mal mehr Kohlendioxid pro Kilowattstunde aus als erneuerbare Energiesysteme und mehr als zweimal so viel wie effiziente gasbefeuerte Anlagen", hieß es in der in Warschau veröffentlichten Stellungnahme von Klimaforschern und Umweltaktivisten.

boj/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
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nemensis_01@web.de 19.11.2013
1. Und bei der Debatte
sollte man nicht vergessen, einige Länder in Asien und vor allen Dingen auch in Afrika haben noch gar keine Fahrt aufgenommen. Wenn in diesen Schwellenländern mit ihren enormen Einwohnerzahlen die Wirtschaft auch irgendwann Fahrt aufnehmen wird, kann die alte Welt einpacken. Und wer will es ihnen verbieten? Sie werden mit Recht sagen, das wir schliesslich unseren anfänglichen Wohlstand unter vernachlässigung des Umweltschutzes erzielt haben. Ob da Vernunft dann noch weiterhilft, bleibt abzuwarten.
malu501 19.11.2013
2. Maßnahmen?
Welche Maßnahmen? Sich jedes Jahr in teuren Hotels treffen, Hummer essen und Champagner trinken? Diese Leute gehören auf eine Insel einen halben Meter über Meeresniveau gesperrt, bis sie sich zu echten Maßnahmen verpflichten, und zwar nicht erst ab dem Jahr 2050.
maxweber 19.11.2013
3. Wie sinnlos...
...diese ganze Debatte ist. Die Schwellenländer werden sich niemals auf eine echte Begrenzung ihres CO2-Ausstoßes einlassen, weil das ihre Entwicklung behindert. Wir können noch so viel CO2 sparen und die Gesamt-Emission steigt weiter. Es wäre also sinnvoller, statt Milliarden zu investieren, um ein paar Gramm in CO2 zu verhindern, das Geld in die Folgen-Vermeidung zu stecken: Deiche erhöhen, Landwirtschaft umstellen, vom Klimawandel bedrohten Ländern helfen. Alles andere ist Augenwischerei.
harald441 19.11.2013
4. Na und!
SPON sollte mal ein Diagramm mit der Darstellung des CO2-Kreislaufs abbilden und dann mit einem ganz, gaanz dünnen Stift den Anteil der durch Verbrennung erzeugten CO2-Menge eintragen: Bedeutungslos. Im übrigen wird CO2 immer wieder von neuem in der gesamten Biomasse als auch in den Meerestiefen gebunden. So sind z. B. die Kalkalpen ein riesiger CO2-Speicher, in dessen Kalziumkarbonat Gigatonnen von CO2 gebunden sind, welches manchmal in Form von Mineralwasser wieder freigesetzt und von uns Menschen mit dem allergrößten Vergnügen getrunken wird.
thomas.milz 19.11.2013
5. So ein Unsinn!
Kommentar: Die Diskussion um FCKW und Ozonloch sowie CO2 und Klimawandel ist streng genommen der gleiche Unsinn. In beiden Fällen versucht man der Menschheit selbst die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dabei ist sowohl die Veränderung des Ozonlochs als auch des Klimas rein natürlich. In beiden Fällen ist die Sonne der Haupttaktgeber. Wer das nicht einsehen will, der hängt immer noch einem Irrglauben an. Außerdem sollte es längst zur Allgemeinbildung gehören, dass die Temperatur die Konzentration an CO2, Methan, etc. in der Atmosphäre steuert und nicht umgekehrt. Und dass mit einigen Jahrzenten oder sogar Jahrhunderten Vorlauf. Denn je wärmer die Meere und je eisfreier die Landmassen, desto mehr CO2, Methan, etc. wird in die Atmosphäre abgegeben. Gegen die Mengen dieser natürlichen Ausdünstungen von CO2, Methan, etc. sind alle bisherigen von der Menschheit jemals in die Luft geblasenen Gase nichts mehr als ein unbedeutender Furz.
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