Endlagersuche für Atommüll Gorleben bleibt offen

Die Entscheidung ist gefallen: Die Arbeiten im Erkundungsbergwerk Gorleben laufen weiter - für eine mögliche spätere Nutzung als Endlager.

DPA

Lüchow - Es soll keine Vorfestlegung geben: Das umstrittene Erkundungsbergwerk für ein mögliches Atommülllager in Gorleben wird auf niedrigem Niveau offengehalten. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und Bundes-Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth berichteten die Einigung am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Arbeiten im Salzstock sollen bis zu einer endgültigen Entscheidung über den Standort eines deutschen Atommülllagers auf ein Minimum zu reduziert werden.

"Das ist ein wichtiger Tag für die Glaubwürdigkeit im Endlagersuchprozess", sagte Jochen Flasbarth. Demzufolge sollen sowohl der Erkundungsbereich I als auch ein Großteil des Infrastrukturbereichs außer Betrieb genommen werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte, es gehe darum, bei den Menschen in der Region Vertrauen zu schaffen: "Wir wollen die Suche transparent und ergebnisoffen gestalten, das heißt, es gibt keine Vorfestlegung."

Kein fairer Vergleich

Das Ende der Erkundung des Salzstocks ist Bestandteil des im vergangenen Juli in Kraft getretenen Standortauswahlgesetzes. Es soll eine neue Endlagersuche geben, Gorleben bleibt aber ein denkbarer Standort. Hier wurden von den Atomstromkonzernen bereits rund 1,6 Milliarden Euro investiert.

Die Atomkraftgegner aus dem Wendland reagierten enttäuscht, sie hatten einen vollständigen Rückbau des Bergwerks mit Verfüllung aller Stollen und Schächte verlangt. Jochen Stay, einer der Sprecher der Initiativen, kritisierte die nun getroffene Entscheidung. Damit gebe es auch künftig keinen fairen Vergleich von Standorten: "Gorleben behält seinen Vorsprung gegenüber alternativen Standorten."

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) verteidigte dagegen die mit dem Bund getroffene Vereinbarung. Diese sei von großer praktischer und politischer Bedeutung: "Damit wird auch technisch das Ende der jahrzehntelangen Vorfestlegung Gorlebens als Endlagerstandort eingeläutet."

CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne hatten kurz vor der Bundestagswahl 2013 das Gesetz verabschiedet, mit dem eine bundesweite ergebnisoffene Endlagersuche angeschoben wird. Eine Kommission mit Vertretern von Politik, Kirchen, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden soll dafür ein Regelwerk entwickeln. Ausdrücklich festgelegt ist, dass neben Salz auch andere Wirtsgesteine wie Ton und Granit auf Tauglichkeit als Endlagerumgebung untersucht werden sollen.

nik/dpa/afp



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insgesamt 36 Beiträge
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NaljiaSkal 29.07.2014
1.
Zitat von sysopDPADie Entscheidung ist gefallen: Die Arbeiten im Erkundungsbergwerk Gorleben laufen weiter - für eine mögliche spätere Nutzung als Endlager. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/gorleben-bleibt-potenzielles-endlager-fuer-atommuell-a-983405.html
Die Standortentscheidung fiel 1977, seitdem wird das Bergwerk "erkundet und geprüft", also seit knapp 40 Jahren. Wie groß ist das Ding denn bitte?!
mcvitus 29.07.2014
2. Warum sollten neben Gorleben weitere Gebiete
mit Atommüll verunreinigt werden? Rein mit dem Giftmüll und den Deckel zu! Mit eventuellen Spätfolgen können sich spätere Generationen beschäftigen.
dedie 29.07.2014
3.
Zitat von NaljiaSkalDie Standortentscheidung fiel 1977, seitdem wird das Bergwerk "erkundet und geprüft", also seit knapp 40 Jahren. Wie groß ist das Ding denn bitte?!
Zu groß als das die ehemalige Umweltministerin A.M. die das ganze damals als Alternativlos abgesegnet hat sich jetzt einen Rückzieher erlauben könnte.
makuzei 29.07.2014
4.
Zitat von sysopDPADie Entscheidung ist gefallen: Die Arbeiten im Erkundungsbergwerk Gorleben laufen weiter - für eine mögliche spätere Nutzung als Endlager. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/gorleben-bleibt-potenzielles-endlager-fuer-atommuell-a-983405.html
Vernünftig wäre eine Zusammenarbeit mit Frankreich.- Frankreich erkundet die Lagerung in Ton - und investiert 18 Mrd Euro - die sind sicher bereit,das bischen deutschen Müll für ein paar Mrd aufzunehmen.- Damit wäre beiden geholfen - Frankreich bekommt Geld- den deutschen bleibt ein kollektiver Wahnsinn erspart,den die Nation unzweifelhaft erleiden wird,wenn dieser Blödsinn noch weiter getrieben wird- nur die Grünen wären düpiert.Denn die leben von dem nicht vorhandenen Bergwerk-dies ist ihre Goldmine,aus dem sie gewaltige Abgeordneten-Bezüge schürfen.
analyse 29.07.2014
5. Ach wie schön,daß jetzt ROTGRÜN Gorleben als mögliches
Endlager anerkennt ! Als Opposition hätten sie jetzt mächtig geschnauft !Trittin war da gerissener:er hat, um Ärger zu vermeiden, die Castoren .so ganz ungefährlich . o be r i r di s ch lagern lassen !
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