Higgs-Boson: Forscher zerstreuen Zweifel am Gottesteilchen

Das Higgs-Boson nimmt immer schärfere Konturen an. Die Physiker am Forschungszentrum Cern haben nach eigenen Angaben nun auch die letzten Zweifel ausgeräumt, dass sie das sogenannte Gottesteilchen gefunden haben. Die Frage ist nur: welches?

Simulierter Zerfall des Higgs-Bosons im Teilchenbeschleuniger: Schwierige Messungen Zur Großansicht
CERN

Simulierter Zerfall des Higgs-Bosons im Teilchenbeschleuniger: Schwierige Messungen

Die Erfolgsmeldung machte weltweit Schlagzeilen: Im Juli vergangenen Jahres verkündeten Wissenschaftler die Entdeckung des langgesuchten Higgs-Bosons. Das Teilchen spielt eine Schlüsselrolle für unser Verständnis der Welt: Laut der gängigen Theorie verleiht es allen anderen Partikeln ihre Masse.

Allerdings war in Fachkreisen nicht unumstritten, schon im Juli mit den Ergebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Messfehler oder Zufall handelte, lag bei etwa eins zu 1,6 Millionen. Von einer offiziellen Entdeckung dürfen Physiker aber eigentlich erst sprechen, wenn das statistische Kriterium fünf Sigma erreicht ist, die Chance für einen Zufall also bei eins zu zwei Millionen liegt.

Jetzt aber schwinden auch die letzten Zweifel. Die Forschergruppen der Atlas- und CMS-Experimente am Teilchenbeschleuniger LHC haben am Donnerstag neue vorläufige Ergebnisse veröffentlicht - und geben sich sicher, dass sie im Juli richtig lagen. "Das neue Partikel sieht mehr und mehr wie ein Higgs-Boson aus", hieß es in einer Mitteilung des Cern. Inzwischen habe man zweieinhalbmal mehr Daten als im vergangenen Juli.

Welches Higgs-Boson ist es?

Offen sei allerdings weiterhin, ob es sich um das Boson handle, das vom Standardmodell der Teilchenphysik vorhergesagt wird. Es könne auch das leichteste von mehreren Bosonen sein, die von manchen Theorien jenseits des Standardmodells postuliert werden. "Es wird einige Zeit brauchen, die Antwort zu finden", erklärt das Cern.

CMS-Sprecher Joe Incandela scheint allerdings kaum noch Zweifel zu hegen: "Für mich ist es eindeutig, dass wir es mit einem Higgs-Boson zu tun haben." Ähnlich äußerte sich Atlas-Sprecher Dave Charlton. Die "schönen neuen Ergebnisse" enthielten starke Hinweise auf ein Higgs-Boson aus dem Standardmodell.

Allerdings gestaltet es sich nach wie vor schwierig, des Teilchens habhaft zu werden. So müssen die Forscher präzise messen, mit welcher Rate das Boson in andere Partikel zerfällt und die Ergebnisse mit den Vorhersagen vergleichen. Allerdings tritt das Higgs-Boson bei den Partikelkollisionen in der 27 Kilometer langen Beschleunigerröhre des LHC äußerst selten auf: Die Forscher müssen im Durchschnitt rund eine Billion Mal Protonen zusammenstoßen lassen, um ein einziges Higgs-Boson zu beobachten. Um alle Zerfallsarten zu erfassen, sind deshalb noch viele weitere Versuche notwendig.

mbe

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insgesamt 148 Beiträge
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1. Gott hat hier nichts zu melden!
dishmaster 14.03.2013
Zitat von sysopDas Higgs-Boson nimmt immer schärfere Konturen an. Die Physiker am Forschungszentrum Cern haben nach eigenen Angaben nun auch die letzten Zweifel ausgeräumt, dass sie das sogenannte Gottesteilchen gefunden haben. Die Frage ist nur: welches? Gottesteilchen: Forscher zerstreuen letzte Zweifel am Higgs-Boson - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/gottesteilchen-forscher-zerstreuen-letzte-zweifel-am-higgs-boson-a-888845.html)
Hören Sie bitte auf, von dem "Gottesteilchen" zu reden. Der Hinweis auf "sogenannt" trifft lediglich auf Journalisten zu, von einander abschreiben. Das Originalzitat weist auf ein "gottverdammtes Teilchen" hin.
2.
wie-immer 14.03.2013
Zitat von sysopIch habe zufällig ein Higgs-Boson gefunden. Ich gebe es günstig ab.
Bitte um Antwort: Ist es das Gottesteilchen unseres Gottes, oder dass der anderen Götter?
3. Ja,
Vandire101 14.03.2013
Zitat von sysopbringt der Menschheit diese Erkenntnis ? Ach so, es schafft Arbeitsplätze im CERN - tschuldigung, hatte ich ganz vergessen.
was bringt Wissen überhaupt für einen Nutzen? Besser nix lernen, dann muss man nur arbeiten...
4. @spon
ehf 14.03.2013
Wieso macht ihr nicht den Anfang und meidet den Dummfug von wegen "Gottesteilchen". Diese Bezeichnung beleidigt den Intellekt des Lesers und hat maximal BILD-Niveau. Es ist nur ein weiteres Teilchen, und wahrscheinlich nicht mehr oder weniger wichtig als Andere auch.
5. Diese pösen pösen Wissenschafftler
mrblond1981 14.03.2013
Zitat von sysopbringt der Menschheit diese Erkenntnis ?
Weiterer Schritt zum WARP-Antrieb. :-) Sie vergaßen zu erwähnen, dass im CERN immer geheime Treffen der verschworenen Wissenschafftler aller Welt stattfinden, wie sie der Allgemeinheit immer weiter Geld abluchsen können. ;-)
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Die Grundkräfte der Natur
Fundamentale Wechselwirkungen
Sie sind buchstäblich das, was die Welt im Innersten zusammenhält: die Grundkräfte der Natur. Sie sind die Basis aller physikalischen Vorgänge, ohne sie wäre unser Universum nicht denkbar. Die Wissenschaft kennt vier dieser Kräfte, die auch fundamentale Wechselwirkungen genannt werden. Seit Jahrzehnten fahnden Wissenschaftler auch nach einer fünften - bisher allerdings ergebnislos.
Die Gravitation
Isaac Newton hat im 17. Jahrhundert die Schwerkraft erstmals mathematisch beschrieben. Sie besitzt eine unendliche Reichweite, lässt sich - anders als andere Grundkräfte - nicht abschirmen und wirkt vor allem auf große Distanzen. Planeten, Sterne und ganze Galaxien werden maßgeblich von ihr gesteuert. Dennoch ist sie die schwächste aller Fundamentalkräfte. Ein Mensch etwa - obwohl im Vergleich zur Erde winzig klein - kann die Schwerkraft zumindest kurzzeitig spielend mit seiner Körperkraft überwinden.
Die elektromagnetische Kraft
Sie ist neben der Gravitation die zweite Kraft, der schon früh der Rang eines allgemeinen Naturgesetzes gegeben wurde. Auf ihr basieren die meisten Alltagsphänomene: Wenn eine Glühbirne dank Strom Licht erzeugt, wenn Magneten sich anziehen, wenn Substanzen chemisch miteinander reagieren ist die elektromagnetische Wechselwirkung die Basis des Geschehens. Die Teilchen, durch die sie vermittelt wird, sind die Photonen.
Die starke Kernkraft
Die Kernkräfte wurden erst im 20. Jahrhundert mit der Entdeckung von Atomkernen und Radioaktivität beschrieben. Nach dem Standardmodell der Elementarphysik besteht ein Atomkern aus Neutronen und Protonen, die sich wiederum aus Quarks zusammensetzen. Die starke Kernkraft, auch starke Wechselwirkung genannt, hält diese Quarks zusammen - und damit auch die Atomkerne. Sie wird durch Gluonen vermittelt.
Die schwache Kernkraft
Die schwache Wechselwirkung ist die Grundlage einiger radioaktiver Zerfallsprozesse und spielt auch eine Rolle bei der Kernfusion, die etwa im Innern von Sternen abläuft. Sie besitzt wie auch die starke Kernkraft nur eine kurze Reichweite.

Die schwache Kernkraft sagt auch die Existenz des sogenannten Higgs-Bosons voraus, das der Theorie zufolge allen anderen Elementarteilchen ihre Masse verleiht. Der Partikel, auch "Gottesteilchen" genannt, wurde bisher aber noch nicht direkt beobachtet. Weltweit fahnden Forscher intensiv nach dem Teilchen. Mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger wie dem Large Hadron Collider (LHC) in Genf könnte es schon bald nachgewiesen werden.
Die fünfte Kraft
Seit Jahrzehnten fahnden Wissenschaftler nach einer fünften Kraft. Sie soll ähnlich schwach sein wie die Gravitation und auf Objekte aller Art wirken. Doch experimentell ließ sich die fünfte Fundamentalkraft - trotz einiger Versuche insbesondere in den späten achtziger Jahren - nicht schlüssig belegen.

Fotostrecke
Cern: Jagd nach dem Higgs-Teilchen