Wellington - Die Helfer hatten versucht, die Tanks leerzupumpen, und es war ihnen auch weitgehend gelungen - aber eben nicht ganz. Experten vermuten, dass noch Öl in dem Wrack der "Rena" lagert, jenem Containerschiff, das vor Monaten vor der neuseeländischen Küste havarierte und das jetzt auseinanderbrach.
Bei starkem Seegang mit Wellen von sieben Metern Höhe riss das Heck der "Rena" am Sonntagmorgen vom Rest des auf Grund liegenden Schiffes ab. Wie die neuseeländische Schifffahrtsbehörde (MNZ) mitteilte, sitzt der Bug des 47.000-Tonnen-Schiffes nach wie vor auf dem Riff rund 22 Kilometer vor der Hafenstadt Tauranga fest. Das abgerissene Heck wurde in etwa 30 Meter Entfernung von einem Schlepper gesichert. Beim Auseinanderbrechen seien bis zu 30 Container ins Meer gestürzt.
Die Behörden warnten andere Schiffe in dem Gebiet. Wegen der schweren See könnten die im Wasser treibenden Trümmer und Container vorerst nicht geborgen werden. Das schlechte Wetter soll noch mindestens fünf Tage anhalten.
"Mit weiteren Freisetzungen ist zu rechnen"
"Obwohl bisherige Berichte darauf hinweisen, dass noch keine größeren Ölmengen ausgelaufen sind, ist angesichts der fragilen Lage der 'Rena' mit weiteren Freisetzungen zu rechnen", sagte MNZ-Einsatzleiter Alex van Wijngaarden. Ein Team bereite sich deshalb auf neues Öl im Wasser und die Behandlung verschmutzter Tiere vor. Er erwarte, dass das erste Öl gegen Mitternacht (Ortszeit) an den Stränden südöstlich von Mount Maunganui, einem beliebten Urlaubsort, angespült werden könnte.
Bergungstrupps hatten in den vergangenen Wochen mit einem Kranschiff fast 400 Container von der "Rena" geborgen. Knapp hundert weitere waren bereits bei Sturm über Bord gegangen. Bis zu 900 Container sollen sich noch auf dem Schiff befinden, die meisten unter Deck.
Das "Rena"-Unglück ist schon jetzt die folgenschwerste Umweltkatastrophe, die Neuseeland bisher erlebt hat. Seit der Havarie am 5. Oktober liefen 360 Tonnen Schweröl ins Meer. Mehr als 2000 ölverschmutzte Seevögel verendeten.
Der philippinische Kapitän und der Navigationsoffizier des unter liberianischer Flagge fahrenden Schiffes befinden sich gegen Kaution auf freiem Fuß in Neuseeland. Sie sollen sich in einem Strafprozess für das Unglück verantworten.
Das Schiff war am 5. Oktober nur 22 Kilometer vor Tauranga an der Nordküste der Nordinsel Neuseelands auf ein Riff gelaufen.
otr/dpa/dapd
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