Spiegel über norwegischem Bergdorf: Es wird hell in Rjukan

Heliostaten: Norwegische Gemeinde lenkt Sonnenlicht um Fotos
Karl Martin Jakobsen

Die meiste Zeit des Jahres blieb es dunkel in der norwegischen Gemeinde Rjukan. Nun soll es hell werden: Drei Spiegel lenken Sonnenlicht vom Berg ins Tal.

In der Zeit von September bis März trifft kein direktes Sonnelicht die norwegische Gemeinde Rjukan, rund 180 Kilometer westlich von Oslo. Berge schirmen das Tal ab und bescheren seinen etwa 3000 Bewohnern dunkle Tage. Auf einem Berghang rund 450 Meter über dem Tal haben die Bürger aber nun drei Spiegel aufstellen lassen, sogennante Heliostaten. Die etwa haushohen Reflektoren leiten im Winter das Licht der sehr tief stehenden Sonne um und reflektieren es auf einen Punkt in Rjukan: dem Marktplatz im Zentrum.

Drei große Spiegel folgen computergesteuert dem Verlauf der Sonne während des Tages. Solarzellen liefern den Strom für die Anlage, die die Spiegel auch automatisch reinigt.

Schon vor hundert Jahren hatte der in Deutschland ausgebildete und in Rjukan tätige Ingenieur Sam Eyde ein ähnliches Projekt vorgeschlagen. Da allerdings die technischen Mittel fehlten, bauten die Bewohner eine Seilbahn. Mit deren Hilfe konnten sie im Winter wenigstens auf den Bergen einige Sonnenstrahlen genießen.

Etwa 600.000 Euro haben die Einwohner von Rjukan jetzt in ihre neue Anlage investiert, um die Winter heller zu machen. Die Bauarbeiten am Projekt sind laut dem Koordinator Øystein Hagan fast beendet. Aber erst im September lässt sich das System testen.

Bereits 2006 hatten die etwa 200 Einwohner der Gemeinde Viganella im Norden Italiens ein ähnliches Sonnen-Projekt realisiert. Der Aufbau eines etwa 40 Quadratmeter großen Spiegels kostete die dortigen Anwohner damals etwa 100.000 Euro. Auch die Bewohner des Ortes Rattenberg in den Alpen investierten bereits vor Jahren in einen Spiegel. Nicht nur um die Depressionen der Bewohner zu bekämpfen, sondern auch um die Gemeinde als Touristenattraktion bekannt zu machen.

kpg

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1. Heliostaten und Ausleuchtung von Gebäuden in der nördlichen Hemisphäre Heliostaten
BrunoGlas 18.07.2013
Heliostaten bieten faszinierende Voraussetzungen, um gerade in modernen Gebäuden mit Atrien Sonnenlicht einlenken zu können; bislang jedoch wird die Technik der mittels Sensoren geführten Sonnenspiegel in der Architekturgestaltung kaum genutzt. Die Sonne ist nämlich in der Lage mit ihrer "gerichteten" Strahlung an hellen Tagen über mehrere Umlenkstationen Räume mit einem beweglichen auch in den Farben wechselndem Licht auszuleuchten, was sich auf das Wohlbefinden der Menschen sicherlich unmittelbar auswirken dürfte. Voraussetzung sind allerdings moderne Lacksysteme und Laminierkunststoffe, die in der Lage sind, beliebige Materialien wie Pigmente und Kristalle, und Gründe wie Glas und Spiegel, optisch zu öffnen und ihnen damit die Eigenschaft von Reflektoren oder als Lichtleiter (bei Glas und alle anderen Klarmaterialien) zu vermitteln. Solche Entwicklungen gibt es bereits, wobei die räumlich vergrößernde Reflexion eines gekühlten und dadurch in seiner Kristallstruktur stabilen Berg-Gewässers als optisches Modell für derlei Entwicklungen diente. Nach dem Modell war es erstmalig in der Industriegeschichte gelungen, die intensive Reflexion einer mikrorauen Blattgoldoberfläche mittels eines dreidimensionalen Lacksystems reflexionsverstärkend und völlig verzerrungsfrei als nach allen Seiten abstrahlende räumliche 3-D Reflexion darzustellen. In der optischen Kopplung solcher Lacke und Kunststoffe mit Glas bzw. mit Spiegeln kann aus fast 180 Grad schräg in die Glasmaterie einfallendes Sonnenlicht in gleichem Winkel wieder ausgelenkt werden und somit die nächste Umlenkstation, ebenfalls ein Spiegel, fast verlustfrei anstrahlen. Ähnliche farbige Solar-Designspiegel erhält man, wenn man polierter Edelstahl oder aufgehellte Aluplatten u. ä. - rau und glatt, plan oder wellig - mit dem gleichen lichtleitenden 3-D Lacksystem beschichtet. In naher Zukunft wird man mit der Kombination solcher lichtleitender Lacke und Kunststoffe als optischer Kuppler zu Reflexionsmaterialien jede Art von Reflektoren herstellen können, die sowohl opake Farben aus edlen Künstlerpigmenten, z. b. Kobalt, wie auch Klarfarben und Blattmetalle und sogar Galvanikauflagen aus 24 Karat Gold oder Palladium – neueres Verfahren stromloser und rein chemisch reagierender Galvanikgele - in einer tiefenoptischen Kopplung mit Glas, Spiegel und Edelstahl zeigen. Solche Reflektoren in der modernen Architektur sind eigentlich nichts anderes, als ganz normale Bilder, auch aus üblichen opaken Pigmenten, zusätzlich aber mit Klarfarben, nur jetzt auf metallische Träger oder Glas / Spiegel appliziert. Alles lässt sich mit jedem kombinieren, Edelmetalle z. B. mit Swarowski-Kristallen in Lack, und mit jeder beliebigen Farbe. Alles reflektiert einheitlich als tiefenoptische, dreidimensionale Projektion und strahlt nach allen Seiten in den Raum oder nach außen. Somit werden z. b. die langweiligen Klimaschächte aus Nirosta oder Edelstahl vor Gebäuden zu reflektierenden Raumskulpturen und vieles mehr. Fragen an toussaint-kunst@netcologne.de Oder wer mehr wissen will: Ideen verkaufen - "Lichtleitende 3-D Lacksysteme" (http://www.patent-net.de/index.php?content=projekt&id=535)
2. Dieser Beitrag
Epimetheus 18.07.2013
erinnert sehr an eine Donald Duck Geschichte. Dagobert hat einen Spiegel gebaut um ein Tal mit Skihütte zu erhellen. Donald muss schuften und bricht erschöpft zusammen und hat den Spiegel falsch eingestellt, der daraufhin die Hütte verbrennt. Aber es gibt ein Happy-End
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