Futuristische Transportkapsel Hyperloop fährt - für fünf Sekunden

Der Versuch hat bereits im Mai stattgefunden - aber wurde erst jetzt bekannt: Die Transportkapsel Hyperloop hat den ersten Test in einer Vakuumröhre bestanden. Nicht lange, nicht schnell - aber die Macher sind zufrieden.

AFP/ Weber Shandwick PR

Der Hyperloop war nur fünf Sekunden lang in seiner Röhre unterwegs und erreichte lediglich eine Geschwindigkeit von 112 km/h. Dennoch sprach die US-Entwicklerfirma Hyperloop One von einem erfolgreichen "erstem Großversuch des Hyperloop-Systems".

Bei dem Experiment, das bereits im Mai auf dem Gelände des Unternehmens im US-Bundesstaat Nevada stattfand, waren hohe Geschwindigkeiten auch nicht das Ziel. Vielmehr ging es um das Herstellen eines vollständigen Vakuums in der Röhre, was laut Hyperloop One gelang. Auf diese Weise habe die Firma "ihren eigenen Himmel in der Röhre geschaffen" - wie bei einem Flug in 60.000 Metern Höhe, erklärte Firmenchef Shervin Pishevar.

In derartigen Höhen ist der Luftwiderstand gering, weshalb deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich sind als auf der Erde. Durch das Erzeugen ähnlicher Bedingungen wollen die Hyperloop-Entwickler erreichen, dass die Kapseln mit bis zu zu 1220 km/h durch die Röhren sausen - also knapp unterhalb der Schallgrenze.

Einzelne Komponenten des Systems waren bereits vor einem Jahr von Hyperloop One getestet worden. Der damalige Test fand noch nicht in einer Röhre, sondern unter freiem Himmel statt. Bisher setzt die Firma nur Fahrgestelle auf der Magnetschwebebahn ein. Hyperloop One gab jetzt aber bekannt, dass der Prototyp einer Kapsel entwickelt worden sei, die Passagiere ebenso wie Fracht transportieren könne.

Im Video: Wie in einer Rohrpost von Stadt zu Stadt

Hyperloop One

Die ursprünglich von dem Unternehmer Elon Musk ersonnene Technologie sieht vor, dass die Kapseln wie in einer Rohrpost von Stadt zu Stadt schießen. Die Entwicklung von Hyperloop findet jedoch nicht unter Musks Regie statt. Er konzipierte das System von Anfang an als Crowdfunding- und Crowdsourcing-Projekt, also als Vorhaben, bei dem Geld und Expertise aus den verschiedensten Quellen kommen sollen.

Als Folge arbeiten neben Hyperloop One noch konkurrierende Firmen an dem Projekt. Auch wenn sich die Technologie noch in einem Anfangsstadium befindet, ist das weltweite Interesse bereits enorm. Seine Premiere könnte das Verkehrsmittel in Dubai feiern. Hyperloop One hatte im vergangenen August mit der Verkehrsbehörde des Emirats eine Machbarkeitsstudie vereinbart. Auch die Lufthansa hat sich an dem Verkehrsmittel interessiert gezeigt.

chs/AFP

insgesamt 128 Beiträge
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Seite 1
holyraider 13.07.2017
1. Totaler Quatsch
Schon wieder Hyperloop.. jeder der sich damit beschäftigt wird einsehen müssen das es absoluter unfug ist und niemals in öffentlichem gebrauch sein kann. Rausgeschmissenes Geld und die Medien unterstützen den Mist auch noch. Und neu ist die meldung doch auch nicht. Man konnte da ganze doch im livestream verfolgen wie sie 6 stunden gebraucht haben für lächerliche 5s fahrt.
plietsch 13.07.2017
2.
Zitat von holyraiderSchon wieder Hyperloop.. jeder der sich damit beschäftigt wird einsehen müssen das es absoluter unfug ist und niemals in öffentlichem gebrauch sein kann. Rausgeschmissenes Geld und die Medien unterstützen den Mist auch noch. Und neu ist die meldung doch auch nicht. Man konnte da ganze doch im livestream verfolgen wie sie 6 stunden gebraucht haben für lächerliche 5s fahrt.
Und deshalb werden heutzutage Innovationen eher in Nordamerika und Fernostasien auf den Weg gebracht ("rausgeschmissenes Geld") statt in der deutschen Nörglernation der Babyboomer. Es gehört zu jeder Entwicklung dazu, dass man sich Schritt für Schritt mit vielen Tests voranarbeitet und Technologien zunächst im Kleinen ausprobiert; wenn es dort funktioniert, steht einer Ausweitung nichts mi Wege. Fahrlässig wäre es, eine komplette Strecke für Milliarden zu errichten, obwohl es noch an den Grundlagen haperte. Daraus kann man nicht schlussfolgern, dass etwas niemals realisiert wird. Bei so vielen Scheinargumenten ohne inhaltliche Auseinandersetzung fehlen mir als Ingenieur wirklich die Worte.
Tandor 13.07.2017
3. Vollständiges Vakuum?
"Vielmehr ging es um das Herstellen eines vollständigen Vakuums in der Röhre, was laut Hyperloop One gelang." Wenn das teil der Pressemeldung ist, und nicht nur ein Übersetzungsfehler von SpOn ist die Meldung einfach nur lächerlich. Den ein vollständiges Vakuum ist ein idealisiertes Modell was in der Praxis unmöglich ist. Die Meldung relativiert das mit der Aussage Bedingungen wie in 60.000 m Höhe zwar wieder, aber es ändert nichts daran das dem Verfasser der Zeile ein grundlegendes Physikverständnis fehlt.
boerse82 13.07.2017
4. Transrapid
Transrapid nehmen, in eine Röhre stecken, Luft aus der Röhre absaugen - Fertig wäre der Hyperloop. Es jetzt als Erfolg zu sehen, dass man da angekommen ist, wo der Transrapid schon 1971 war... Mit anderen Worten: Die hängen der technischen Entwicklung über 45 Jahre hinterher. Ja, das ist wirklich ein Erfolg.
w.diverso 13.07.2017
5. Bei Hyperloop wird zwar die Bewegung der Kapsel
nicht viel Energie brauchen, dafür werden sie für die Vakuumpumpen umso mehr brauchen. Wie man in hunderten Kilometer Röhre aber wirklich die Luft so weit absaugen will, ist mir noch rätselhaft. Habe schon beruflich mit Vakuum Flüssigkeit entgast, und da war obwohl das Votum klein war schon einiges an Pumpleistung notwendig. Aber es ist typisch amerikanisch, auf den meisten Eisenbahnstecken in USA fahren sie noch mit Diesel-Loks, aber statt mal Schnellzüge die schon in vielen Ländern Stand der Technik sind, zu verwenden, wollen sie eine utopische Lösung anstreben.
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