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Ig-Nobelpreise 2009: Ein BH, der Leben retten kann

Lustig, aber doch zum Nachdenken - das sind die Forschungsarbeiten, die jährlich mit dem Ig-Nobelpreis prämiert werden. In diesem Jahr gingen Auszeichnungen unter anderem an Mexikaner, die aus Tequila Halbleiter herstellten - und eine Medizinerin, deren Büstenhalter als Atemschutz taugt.

Ig Nobel: Die Spaßpreise der Wissenschaft Fotos
AP

Alle Jahre wieder lassen es Nobelpreisträger und andere honorige Wissenschaftler so richtig krachen. Wenige Tage vor der Bekanntgabe der Nobelpreise in Stockholm steigt an der berühmten Harvard University eine große Sause, die schon lange Kult ist. Von langen Reden und steifen Auftritten keine Spur, stattdessen fliegen Papierflugzeuge durch die Luft, das Publikum johlt, und die Preisträger haben nur 60 Sekunden Zeit, um ihre Dankeshymnen auszusprechen.

Einer von ihnen ist Elena Bodnar, eine Medizinerin an der Universität von Chicago. Sie erhält den Ig-Nobelpreis, die höchste Auszeichnung für abwegige Forschungsarbeiten, in der Kategorie Gesundheitswesen. Die bahnbrechende Erfindung, für die sie gewürdigt wird, ist ein Büstenhalter, der sich im Notfall fix zu zwei Atemschutzmasken umbauen lässt. Zwar bleiben Hohn und Spott angesichts dieser absurden Idee nicht aus, doch Bodnars Motivation für diese Entwicklung geht auf eine sehr persönliche Erfahrung zurück: Sie hatte zahlreiche Kinder nach dem Unglück von Tschernobyl 1986 behandelt, die radioaktiven Staub eingeatmet hatten. Deshalb sei es ihr jetzt lieber, die Öffentlichkeit werde dank des Spaßnobelpreises auf ihre Arbeiten aufmerksam, als durch eine zweite Atomkatastrophe.

Mehr als tausend Wissenschaftler und Besucher drängten sich in das viktorianische Sanders-Theater der Elite-Universität, um der skurrilen Zeremonie beizuwohnen. Das Motto, wonach die Jury die Forschungsarbeiten beurteilt: "Erst bringt man die Leute zum Lachen, dann zum Denken." Wie etwa die Studie des Teams um Sharee Umpierre von der Universität von Puerto Rico, die vergangenes Jahr mit dem Ig-Nobelpreis gekürt wurde. Die Forscher hatten herausgefunden, dass Cola ein effektives Spermizid ist. 2007 heimsten Wissenschaftler einen Preis für ihre Untersuchungen zu den Nebenwirkungen des Schwertschluckens ein. Und im Jahr 2005 ging es um Pinguin-Pupse.

In insgesamt zehn Kategorien hat die Jury Ig-Nobelpreise verliehen. SPIEGEL ONLINE stellt drei der gewürdigten Arbeiten vor:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
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1. Artikel leider unvollständig
KMic 02.10.2009
Schade, dass die Preisträger der anderen 6 Kategorien in dem Artikel nicht erwähnt werden - deren Forschungsarbeiten sind (mindestens) genauso interessant. Im übrigen ist beim Medizinpreis ein Detail falsch beschrieben: Der Forscher hat mit den Knöcheln seiner linken Hand geknackt und die rechte Hand geschont (zumindest steht es so auf der offiziellen Seite).
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