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Künstliches Essen: Dino-Fleisch aus der Petrischale

In-Vitro-Fleisch: Glibber-Sashimi aus dem Labor Fotos
Next Nature Network/ BIS Publishers

Fleisch, gezüchtet im Labor - die Vorstellung klingt wenig appetitlich. Wenigstens müsste das Steak aus der Petrischale nicht langweilig sein, wie das jetzt erschienene "In-Vitro-Kochbuch" zeigt. Darin gibt es sogar ein Rezept für Raubsaurier-Keule.

Erst die Frikadelle aus Stammzellen, nun das passende Rezeptbuch: Unter dem wenig appetitanregenden Titel "In Vitro Fleisch - Kochbuch" hat das Netzwerk "Next Nature" imaginäre Gerichte aus Laborfleisch zusammengestellt. Eines Tages könnten wir sie wirklich auf dem Teller haben, meinen die Köche, Designer und Ingenieure dieser niederländischen Interessenvereinigung.

Für das am Dienstag in Amsterdam veröffentlichte Buch haben sie sich Anregungen zur Zubereitung von Steaks einfallen lassen, die aus Proteinfäden gestrickt werden. Zudem gibt es Ideen mit neonbunten Fleischbällchen, Fleischmalfarben für Kinder oder auch in Vitro gezüchteten Fleischaustern.

Im August 2013 hatten Wissenschaftler der Universität Maastricht erstmals eine aus Stammzellen erzeugte Frikadelle präsentiert. Dafür hatten sie Muskelstammzellen von Rindern entnommen und im Labor vermehrt. Derartiges Fleisch könne künftig weltweit den Lebensmittelmangel lindern, erklärten die Forscher.

Das jetzt veröffentlichte "Kochbuch" soll Denkanstöße bieten und mögliche Auswirkung von Laborfleisch auf unsere Esskultur zeigen. "Das Buch wirft Fragen auf und heizt die Diskussion über unseren Fleischkonsum an", sagte der zu "Next Nature" gehörende Designer und Philosoph Koert van Mensvoort.

Das "In Vitro Meat Cookbook" gibt auf 186 Seiten einen Eindruck davon, was Hobbyköche der Zukunft eines Tages servieren könnten. Alle Rezepte wurden von Köchen, Designern und Künstlern gemeinsam entwickelt. Zu finden sind Gerichte, die theoretisch schon heute möglich wären, wie auch Speisen, deren Realisierung noch in weiter Zukunft liegt. Die Zubereitung ist anspruchsvoll und ähnelt eher der Arbeit eines Laboranten als der eines Kochs. Erklärt wird auch, wie Reagenzglas-Fleisch im Heimlabor gezüchtet werden kann. Hinzu kommen Essays, Interviews und Grafiken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Laborfleisch.

Ein Rezept die "Gerösteten Raubsaurier" für die das Fleisch aus Hühnchen-Zellen gezüchtet wird, die sich an einem per 3-D-Drucker hergestellten naturgetreuen Dino-Knochen anlagern. "Lassen Sie den Dinosaurier 15 Minuten ruhen, bevor Sie ihn servieren und zerteilen", empfiehlt das Buch.

Ein anderes Rezept beschreibt, wie sich durch Gen-Sequenzierung von im Naturkundemuseum der Universität Oxford aufbewahrten Überresten Fleisch der ausgestorbenen Dronten-Vögel - auch als Dodos bekannt - züchten ließe. Auf diese Weise könnten geschichtsbegeisterte Hobby-Köche "schmecken, was die ersten Seefahrer schmeckten, die 1598 auf Mauritius landeten", heißt es in dem Kochbuch.

mbe/dpa/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Na ja,...
Gidorah 06.08.2014
7,29 € für 1 kg Saurierkeule find erstmal gar nicht so teuer :-)
2.
50penny 07.08.2014
Raubsaurierkeule gibts doch in jedem Supermarkt.
3. Gutfleisch oder Petrischale?
hermannheester 09.08.2014
Zitat von sysopNext Nature Network/ BIS PublishersFleisch, gezüchtet im Labor - die Vorstellung klingt wenig appetitlich. Wenigstens müsste das Steak aus der Petrischale nicht langweilig sein, wie das jetzt erschienene "In-Vitro-Kochbuch" zeigt. Darin gibt es sogar ein Rezept für Raubsaurier-Keule. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/in-vitro-kochbuch-zeigt-rezepte-fuer-fleisch-aus-der-petrischale-a-984826.html
Fleisch aus der Petrischale ist sicher nicht wegen nicht artgerechter Haltung aufgefallen und kaum in Gefahr zu Gammelfleisch zu mutieren?
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