Von Markus Becker
Die Alternativen zu einem militärischen Eingreifen haben aus Sicht Israels nicht funktioniert. Seit vielen Jahren versucht der Westen erfolglos, Teheran mit politischem Druck, der Androhung wirtschaftlicher Sanktionen oder dem Versprechen von Investitionen von seinen nuklearen Ambitionen abzubringen. Der Konsens westlicher Geheimdienste lautet derzeit, dass Teheran die Entscheidung für den Bau der Atombombe zwar noch nicht gefällt hat, aber alle dafür notwendigen Technologien entwickelt - um dann möglichst schnell in der Lage zu sein, den letzten Schritt zu gehen.
Zwar haben die jüngsten Sanktionen des Westens der iranischen Wirtschaft erheblich geschadet. Doch offiziell gibt sich die Regierung in Teheran unbeeindruckt - Präsident Ahmadinedschad kündigte vergangene Woche sogar neue Fortschritte des Atomprogramms an. Und solange sich große Staaten wie Russland, China und Indien beharrlich weigern, sich an den internationalen Sanktionen gegen Iran zu beteiligen, dürfte deren Wirkung letztlich begrenzt bleiben. Sie würden vermutlich nicht einmal den Zeitplan der Iraner beeinflussen, wie es kürzlich auf der Politik-Website Foreign Policy hieß. Auch die israelischen Attentate auf iranische Atomwissenschaftler konnten das Fortschreiten des Nuklearprogramms bestenfalls verlangsamen.
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