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Kampf gegen Malaria: Stinkesocken-Attrappe fängt Moskitos ein

Menschen schätzen den Geruch nicht, Mücken dafür umso mehr: Der käsig-muffige Gestank getragener Socken soll künftig bei der Eindämmung von Malaria helfen. Denn die Sockenattrappen locken Moskitos, die die Tropenkrankheit übertragen, in die Falle.

Anophelesmücke: Malaria-Überträger schätzt Sockengeruch Zur Großansicht
DPA

Anophelesmücke: Malaria-Überträger schätzt Sockengeruch

Hamburg - Ein nach länger getragenen Socken riechendes Gerät könnte bald Malariamücken nicht nur anziehen, sondern auch vernichten. Die neuartige Falle solle künftig neben alt bewährten Methoden wie Moskitonetzen und Anti-Mücken-Sprays zusätzlichen Schutz vor der Tropenkrankheit bieten, teilte die Nichtregierungsorganisation Grand Challenges Canada am Mittwoch mit. Die Methode wurde von Fredros Okumu vom Ifakara Health Institute in Tansania entwickelt.

Bereits seit längerer Zeit ist bekannt, dass weibliche Malariamücken für ihre Blutmahlzeit mit Vorliebe in die Füße stechen, weil der Geruch sie anzieht. Okumus Erfindung wird vor dem Haus aufgestellt und verströmt den von Menschen wenig, von Mücken dafür umso mehr geschätzten Duft.

Synthetischer Gestank oder echte Socke?

Die Forscher am Ifakara Health Institute haben den Stinkesockengeruch synthetisch hergestellt. Gleichzeitig testen sie auch echte getragene Socken als Köder. Beide Varianten zogen viermal mehr Stechmücken an als ein Mensch.

Die Falle für die Mücken sieht im Prinzip aus wie ein Bienenstock. Sind die Insekten einmal in das Gerät geflogen, sind sie dort gefangen und sterben nach einiger Zeit.

Zusammen mit der "Bill & Melinda Gates Foundation" will die kanadische Stiftung die weitere Weiterentwicklung der Mückenabwehr finanziell fördern.

"Die Malaria hat so viele Menschenleben gefordert, und ich hoffe, dass dieses neue Gerät Teil der Lösung sein wird", sagte Okumu. Peter Singer von Grand Challenges Canada betonte: "Jedes Jahr gibt es fast 250 Millionen neue Fälle von Malaria und fast 800.000 Menschen sterben an der Krankheit." Die meisten davon seien Kinder. Er erklärte, die tansanische Erfindung könne dazu beitragen, den Kampf gegen die Tropenkrankheit zu gewinnen und viele Leben zu retten.

Bis die Falle auf den Markt kommen kann, ist jedoch noch weitere Forschung und Optimierung nötig. So ermitteln Okumu und seine Kollegen derzeit laut einem Bericht der "Washington Post", wie viele Fallen in einem Dorf notwendig sind und wie weit entfernt von den Wohnhäusern sie aufgestellt werden sollten.

Und am Ende muss die Falle, egal ob sie mit getragenen Socken oder mit synthetischem Duftstoff ausgestattet wird, zu einem günstigen Preis herstellbar sein. Nur dann könnte sie die schon existierenden Schutzmaßnahmen vor Malaria sinnvoll ergänzen.

wbr/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Floriansprinzip
sgvs 14.07.2011
Eine neue Darwinsche Hürde. Innerhalb sehr kurzer Zeit werden die Sockengeruch liebenden Moskitos zur Minderheit bekämpft worden sein. Vorteil wird nur der haben, der die Falle als einer der Erstern einsetzt. Entweder bekämpft man 100% oder begünstigt die mit dem am liebsten Verhalten.
2. Moskitos mit Präferation zum Schweißfuß werden damit sicher nicht ausgerottet
Koda 14.07.2011
Zitat von sgvsEine neue Darwinsche Hürde. Innerhalb sehr kurzer Zeit werden die Sockengeruch liebenden Moskitos zur Minderheit bekämpft worden sein. Vorteil wird nur der haben, der die Falle als einer der Erstern einsetzt. Entweder bekämpft man 100% oder begünstigt die mit dem am liebsten Verhalten.
mal abgesehen davon,dass Moskitos wohl nicht nur Menschen angehen. Oder haben Sie irgendwas davon gehört, dass in de deutschen Wälder die baumschädigenden Indsekten ausgerottet sind, nur weil man dort nun Duftfallen aufgestellt hat? Ein Vorteil ist doch: die Leute werden weniger gestochen, damit weniger infiztiert und haben dadurch vielleicht auch mehr Zeit, Resisitenzen gegen Malaria aufzubauen. Das gibt es nämlich auch. Das Problem hier ist lediglich, dass diese Resitenz nicht lebenslang ist wie bei einer Impfung gegen Windpocken, sondern nur 6 Monate.
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Malaria
Die Krankheit
AP
Malaria zählt zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt: Statistisch gesehen stirbt allein in Afrika etwa alle 30 Sekunden ein Kind an der Krankheit. Pro Jahr fallen ihr insgesamt mindestens eine Million Menschen zum Opfer, die meisten davon Kinder unter fünf Jahren. Der Erreger der Malaria tropica, der einzellige Parasit Plasmodium falciparum, wird durch den Stich weiblicher Stechmücken der Gattung Anopheles von bereits infizierten Menschen auf gesunde übertragen.
Schutzmaßnahmen
Einen Impfstoff gegen Malaria gibt es derzeit nicht. Deshalb gilt es, eine Ansteckung von vornherein zu vermeiden, indem man sich in moskitosicheren Räumen aufhält, mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze benutzt und langärmlige Kleidung trägt.
Chemische Vorbeugung
Prophylaxe-Medikamente bieten keinen absoluten Schutz vor einer Malaria, erhöhen aber die Sicherheit. Über die Art der Malaria-Prophylaxe muss individuell der Arzt entscheiden, anhand des Reisezieles, der Reisezeit, der Reisedauer und des Reisestils. Dabei müssen Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten sowie Besonderheiten bei der Medikamenteneinnahme beachtet werden. Bei Reisen in Gebiete mit hohem Malaria-Risiko ist eine Chemoprophylaxe empfehlenswert. Wenn in Gebieten mit niedrigem oder mittlerem Malaria-Risiko keine regelmäßige Chemoprophylaxe durchgeführt wird, sollte ein Reservemedikament mitgeführt werden. Es sollte nur bei verdächtigen Symptomen, fehlender ärztlicher Versorgung und nur im Notfall eingenommen werden ("Standby").
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