Katastrophe in Japan: Radioaktivität sickert tiefer in den Boden

Regen verschlimmert offenbar die Vergiftung der Umgebung des Katastrophen-AKW von Fukushima: Einer Studie zufolge sind radioaktive Substanzen mittlerweile bis zu 30 Zentimeter in den Boden gesickert.

Okuma, nahe Fukushima (12. Februar 2012): Die Angst bleibt Zur Großansicht
REUTERS

Okuma, nahe Fukushima (12. Februar 2012): Die Angst bleibt

Tokio - Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima dringen dort radioaktive Substanzen offenbar in immer tiefere Bodenschichten ein. Nach einer Studie, über die die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch berichtete, war drei Monate nach dem GAU im März vergangenen Jahres der Boden in einer Tiefe von fünf Zentimetern betroffen. Jetzt sei nach letzten Schätzungen davon auszugehen, dass die Verseuchung inzwischen bereits Schichten in einer Tiefe von 10 bis 30 Zentimetern erreicht habe.

Verantwortlich dafür sei nach Einschätzung der japanischen Atomenergieagentur möglicherweise versickerndes Regenwasser. Der Wissenschaftler Haruo Sato, der an einem Forschungszentrum der Agentur tätig ist, sei deshalb zu dem Schluss gekommen, dass Radioaktivität umso tiefer in den Boden eindringen würde, je länger mit der Dekontaminierung des Boden gewartet werde.

Am 11. März 2011 wurde Japan von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert. Ein dadurch ausgelöster Jahrhundert-Tsunami riss mehr als 15.800 Menschen in den Tod, mehr als 3000 weitere werden noch immer vermisst. Insgesamt haben mehr als 340.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zum GAU. Weite Gebiete nahe der Atomruine sind noch immer so verstrahlt, dass eine Rückkehr der Menschen als höchst ungewiss gilt.

Japan ein Jahr nach dem Super-GAU

Im Ausnahmezustand: Erdbeben, Tsunami, Fukushima - ein Jahr nach der Dreifach-Katastrophe berichtet SPIEGEL ONLINE in einer Serie aus der Unglücksregion.

boj/dpa

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1. Na`,
crocodil 14.03.2012
Zitat von sysopRegen verschlimmert offenbar die Vergiftung der Umgebung des Katastrophen-AKW von Fukushima: Einer Studie zufolge sind radioaktive Substanzen mittlerweile bis zu 30 Zentimeter in den Boden gesickert. Katastrophe in Japan: Radioaktivität sickert tiefer in den Boden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,821229,00.html)
Bis Deutschland wird`s schon nicht durchsickern
2. Erstaunliche Erkenntnis
fdab 14.03.2012
Zitat von crocodilBis Deutschland wird`s schon nicht durchsickern
wer weiss - wer weiss, ich habe bis jetzt auch immer gedacht, dass sich die Radioaktivität mit längerer Liegedauer im Boden immer mehr in den oberen Bodenschichten sammelt, damit der Boden leichter zu dekontaminieren ist. Wie gut, dass Japan diese schlauen Atomwissenschaftler hat.
3. Vorhang auf!
m a x l i 14.03.2012
Zitat von sysopRegen verschlimmert offenbar die Vergiftung der Umgebung des Katastrophen-AKW von Fukushima: Einer Studie zufolge sind radioaktive Substanzen mittlerweile bis zu 30 Zentimeter in den Boden gesickert. Katastrophe in Japan: Radioaktivität sickert tiefer in den Boden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,821229,00.html)
Vorhang auf für die große Bühne der Atomlobbyisten! Gleich wird Hannovergenuss seinen Taschenrechner zücken und uns erklären, dass alles nicht so schlimm ist, weil die radioaktiven Substanzen ja *nicht überall* 30 Zentimeter in den Boden eingedrungen sind. In Okinawa sind es nur 29,724589 Zentimeter. Und überhaupt ist das alles keine Gefahr, denn Menschen leben ja nicht 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche. Wir sind schließlich kein Maulwürfe. Promethium wird uns erklären, dass wir diese Radioaktivität 30 Zentimeter tief im Boden in Deutschland auch brauchen, damit bei uns 600 Säuglinge weniger (!) sterben. n+x wird uns ellenlange Zahlenkolonnen, Berechnungen und Ausführungen vorlegen, deren Sinn er selbst nicht kennt und die nur dazu dienen, dass wir uns möglichst lange damit beschäftigen sollen, um weiterhin schön auf der Stelle zu treten. Und der ganze Rest des Vereins wird es sich nicht nehmen lassen, von Panik und Hysterie zu jammern (ohne je zu sagen, bei wem eigentlich); ganz allgemein die Medien und alle Deutschen der Ahnungslosigkeit bezichtigen; uns darüber aufklären, dass die Sonne nachts nicht scheint, dass es in Deutschland keine Tsunamis gibt und dass man mit Esoterik keine Industrienation aufbauen kann. Wir werden erfahren, dass alle Kernkraftwerke in der ganzen Welt absolut total ganz sicher sind - ausser wenn es sich um französische Kernkraftwerke direkt an der deutschen Grenze handelt. Die Begriffe Ökofaschismus, verspargelte Landschaften und Vogelschredder werden auch fallen. Dann wird gesagt, dass die Deutschen der Toten des Tsunamis nicht genug gedenken. Weiterhin bekommen wir zu hören, wieviele Menschen durch das Rauchen, in Verkehrsunfällen und durch die Braunkohle ums Leben kommen. Und zum tausendsten mal wird uns gedroht, dass bei uns bald die Lichter ausgehen und wir alle erfrieren werden (im nächsten Winter dann aber ganz bestimmt). Also Vorhang auf für die große Atom-Kabarett-Show!
4. Kernkraft ist eine alte Technologie
tangarra 14.03.2012
Zitat von sysopRegen verschlimmert offenbar die Vergiftung der Umgebung des Katastrophen-AKW von Fukushima: Einer Studie zufolge sind radioaktive Substanzen mittlerweile bis zu 30 Zentimeter in den Boden gesickert. Katastrophe in Japan: Radioaktivität sickert tiefer in den Boden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,821229,00.html)
und seit mehr als einem halben Jahrhundert wird sie und ihre Folgen erforscht. Es gibt als fast nichts, was nicht schon erforscht wäre, auch wenn es hier als Sensation gmeldet wird. Damals in grauer Vorzeit der Kerntechnik wurde in Treibhäuser voll Blumentöpfen mit diversen Pflanzen erforscht, wie Cäsium infolge der (künstlich simulierten) Regenfälle in den Boden vordringt. Soweit ich mich erinnere: so 10 cm im Jahr und das ist auch gut so, denn dadurch nimmt die Bodenstrahlung ab und man kann wieder dort herumlaufen ohne hohe Strahlenbelastung. Dumm ist nur, dass die Pflanzen immer stärker Cäsium aufnehmen, weil die Wurzeln besser an das Cäsium herankommen.
5. jein
mrotz 14.03.2012
Zitat von tangarraund seit mehr als einem halben Jahrhundert wird sie und ihre Folgen erforscht. Es gibt als fast nichts, was nicht schon erforscht wäre, auch wenn es hier als Sensation gmeldet wird. Damals in grauer Vorzeit der Kerntechnik wurde in Treibhäuser voll Blumentöpfen mit diversen Pflanzen erforscht, wie Cäsium infolge der (künstlich simulierten) Regenfälle in den Boden vordringt. Soweit ich mich erinnere: so 10 cm im Jahr und das ist auch gut so, denn dadurch nimmt die Bodenstrahlung ab und man kann wieder dort herumlaufen ohne hohe Strahlenbelastung. Dumm ist nur, dass die Pflanzen immer stärker Cäsium aufnehmen, weil die Wurzeln besser an das Cäsium herankommen.
Je tiefer im Boden desto besser. Laut Bayrischen Untersuchungen, ist die Cäsiumaufnahme normaler Nutzpflanzen (ausser Pilze) sehr gering. mfg
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Sonntag, 11.03.2012, 22.35 Uhr - 00.00 Uhr, RTL

Für diese Reportage ist Maria Gresz mit mehreren Kollegen ins Katastrophengebiet gereist. Der 75-minütige Film wird am ersten Jahrestag des Bebens bei RTL als eine SPIEGEL-TV-Magazin-Sondersendung gezeigt.

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