Fusionsreaktor: "Iter"-Kontrollzentrum geht in Betrieb
Unerschöpfliche Energie verspricht der Fusionsreaktor "Iter" - unklar ist, ob er je funktionieren wird. Jetzt wurde das Kontrollzentrum der 16 Milliarden Euro teuren Anlage in Frankreich gestartet.
Paris/Hamburg - In Frankreich ist das Kontroll- und Verwaltungszentrum des Kernfusionsreaktors "Iter" in Betrieb genommen worden. An der Feier im südfranzösischen Saint-Paul-lès-Durance nahmen am Donnerstag EU-Energiekommissar Günther Oettinger und die französische Forschungsministerin Geneviève Fioraso teil. Die ersten Forschungsarbeiten werden aber voraussichtlich erst in sieben Jahren beginnen.
Im April 2012 hatte das EU-Parlament zusätzliche 650 Millionen Euro für den weltweit ersten Fusionsreaktor genehmigt. Die Gesamtkosten werden auf 16 Milliarden Euro geschätzt, der europäische Anteil beträgt 6,6 Milliarden Euro. Der Reaktor soll 2020 in Betrieb gehen.
Für die einen ist der Reaktor "Iter" ein Milliardengrab, für die anderen die Energiequelle der Zukunft. Der weltweit erste Fusionsreaktor soll durch die Verschmelzung von Wasserstoffatomen Energie gewinnen - so wie es auch im Innern der Sonne geschieht. Ob das gelingen kann, ist ungewiss. Im Erfolgsfall aber wären die Energieprobleme der Welt wohl auf einen Schlag gelöst: Die beherrschbare Kernfusion wäre eine praktisch unerschöpfliche Stromquelle, die keine Umweltschäden verursacht.
boj/dpa
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- Donnerstag, 17.01.2013 – 15:06 Uhr
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Wie das am besten bewerkstelligt werden kann, wissen die Forscher noch nicht. Deshalb werden in "Iter" unterschiedliche Technologien eingebaut, die das Plasma aufheizen sollen - per Elektronenstrahl, Ionenstrahl oder Mikrowelle zum Beispiel. Bei "Wendelstein 7-X" kommen Mikrowellenstrahlen zum Einsatz.
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