Grand-Inga-Staudamm: Kongo baut größtes Wasserkraftwerk der Welt

Wo das Wasserkraftwerk entsteht (Archivbild): Jede Sekunde speit der Kongo 42,5 Millionen Liter Wasser in den Atlantik Zur Großansicht
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Wo das Wasserkraftwerk entsteht (Archivbild): Jede Sekunde speit der Kongo 42,5 Millionen Liter Wasser in den Atlantik

Im Kongo entsteht das größte Wasserkraftwerk der Welt. Das afrikanische Land und seine Nachbarn einigten sich auf Oktober 2015 für den Baustart des Grand-Inga-Staudamms. Er soll halb Afrika mit Strom versorgen.

Paris - Der Grand-Inga-Staudamm im Fluss Kongo wird alle bisherigen Bauten dieser Art übertreffen: Mit einer Leistung von 40.000 Megawatt wird er fast doppelt so groß werden wie der gigantische Drei-Schluchten-Staudamm in China.

Der Damm im Kongo soll in Zukunft die Hälfte des afrikanischen Kontinents mit Energie versorgen, teilten die Verantwortlichen bei einem Treffen in Paris mit. Vertreter des zentralafrikanischen Landes und ihre Partner aus Südafrika hatten sich am Wochenende darauf geeinigt, dass der Startschuss für den Bau des Mega-Projekts im Oktober 2015 fallen wird.

Die Demokratische Republik Kongo und Südafrika hatten 2012 einen Vertrag über gemeinsame Studien zur Durchführbarkeit des Projekts geschlossen. Die Länder wollen den Staudamm nun in mehreren Phasen errichten. Südafrika wird einer der Hauptabnehmer des entstehenden Stroms sein.

Bereits nach Abschluss des ersten Bauabschnitts soll die Leistung des Wasserkraftwerks bei 4800 Megawatt liegen. Davon kauft Südafrika im Zuge der Projektpartnerschaft laut der Vereinbarung 2500 Megawatt. Anfang März hatten beide Länder in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo eine Zusammenarbeit im Energiesektor vereinbart. Die Planungen für das Inga-Projekt reichen bis in die siebziger Jahre zurück.

Der Standort des Projekts liegt in etwa 150 Kilometer vor der Mündung des Kongo, wo ein starkes Gefälle günstige Bedingungen bietet. Anders als bei der schon seit 1972 existierenden Anlage, die Wasser aus dem Kongo abzweigt, muss für den Neubau der gesamte Fluss durch ein anliegendes Tal geleitet und aufgestaut werden.

Um die Ausführung des Projekts bewerben sich den Angaben zufolge Interessenten aus China, Spanien, Korea und Kanada. Insgesamt wird der Bau Schätzungen zufolge rund 80 Milliarden US-Dollar (62 Milliarden Euro) kosten. "Den Traum gibt es schon seit 40 Jahren, jetzt wird Grand Inga Wirklichkeit", hieß es in der Mitteilung.

Kritik kommt hingegen von Umweltschützern. Das Ökosystem des Landes werde durch den Bau massiv beeinflusst. Wichtige Überschwemmungsflächen müssten trockengelegt werden und im stehenden Wasser des Stausees könnten sich Moskitos und andere Schädlinge leichter ausbreiten.

nik/dpa/afp

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