Leck an Bohrinsel: Schottland fordert bessere Aufklärung über Ölunfälle

Nach mehr als einer Woche scheint das Leck an einer Bohrinsel in der Nordsee geschlossen. Das teilt das verantwortliche Unternehmen Shell mit. Als Konsequenz aus dem Ereignis fordern schottische Minister bessere Informationen über Ölunfälle.

Plattform "Gannet Alpha": Ölleck in der Nordsee Fotos
DPA/ PAUL WARRENER

London - Nach dem Ölunfall vor Großbritannien hat die schottische Regionalregierung eine bessere Informationspolitik bei ähnlichen Zwischenfällen gefordert. Schottische Minister riefen die Regierung in London auf, den Vorfall an einer Ölplattform des Konzerns Shell genau zu untersuchen, heißt es in einem Bericht des Senders BBC. Dabei müsse auch betrachtet werden, ob Shell zu lange wichtige Informationen zurückgehalten habe. Der britisch-niederländische Konzern war in die Kritik geraten, weil er die Vorfälle tagelang nicht öffentlich gemacht haben soll.

Mehr als eine Woche, nachdem das Leck an der Shell-Plattform "Gannet Alpha" rund 180 Kilometer vor der schottischen Küste entdeckt worden war, sieht es nach Angaben von Shell so aus, als ob kein Öl mehr in die Nordsee fließt.

Shell hatte am Freitag ein Ventil geschlossen und damit den Fluss gestoppt, jedoch betont, man müsse nun erst abwarten, ob das Leck unter Kontrolle bleibe. Zudem befand sich in einem Rohr weiteres Öl, das herausgeholt werden musste. Dabei könnte es sich um schätzungsweise 660 Tonnen handeln, die am Auslaufen gehindert werden müssten. Bislang sollen mehr als 200 Tonnen ausgelaufen sein.

Der schottische Umweltminister Richard Lochhead forderte für die Zukunft mehr Transparenz im Umgang mit ähnlichen Vorfällen. Er betonte, wie wichtig die Öl- und Gasindustrie für Schottland sei, sagte aber auch, dass mehr Offenheit herrschen müsse.

Die Vogelschutz-Organisation RSPB warnte vor neuen Projekten zur Öl- und Gasförderung in der Nordsee. Die derzeitigen Pläne könnten einzigartige Kolonien seltener Seevögel in Gefahr bringen, hieß es von der Organisation. Egal, wie vorsichtig Bohrungen seien und wie sehr auf die Umweltbedingungen geachtet werde, gebe es immer ein großes Risiko für Unfälle.

Gutachten, die auch den Einfluss auf die Vogelwelt der Region analysieren, hätten im aktuellen Fall gleichwohl keine erheblichen Umweltschäden ausmachen können, teilte Shell mit. Auch britische Behörden geben sich gelassen: Der Ölfilm werde sich rasch auflösen. Nach Shell-Angaben war der Ölfilm am Freitag nur noch 6,7 Quadratkilometer groß. Damit hätte sich das betroffene Areal rund 180 Kilometer vor der schottischen Küste bei Aberdeen innerhalb weniger Tage dramatisch verkleinert. Wissenschaftler glauben an örtlich begrenzte Schäden durch das Öl.

boj/dpa

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