Kein wissenschaftliches Fehlverhalten Britta Nestler erhält Leibniz-Preis nachträglich

Materialforscherin Britta Nestler bekommt den renommierten Leibniz-Preis doch noch verliehen. Die Auszeichnung war verschoben worden, nachdem es anonyme Hinweise im Zusammenhang mit ihrer Arbeit gegeben hatte.

Materialwissenschaftlerin Britta Nestler
DPA/ DFG/ David Ausserhofer

Materialwissenschaftlerin Britta Nestler


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Materialforscherin Britta Nestler verspätet mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. Die Vergabe war im März verschoben worden, weil es anonyme Hinweise in Bezug auf die Arbeit der Wissenschaftlerin gegeben hatte.

Was genau Nestler vorgeworfen wurde, ist nicht bekannt. Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass die Materialforscherin vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wissenschaftlich korrekt gearbeitet habe, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mitteilte. Der Leibniz-Preis wird ihr am Dienstagabend feierlich während der Jahrestagung der DFG in Halle an der Saale übergeben.

Die Generalsekretärin der DFG und Vorsitzende des Ausschusses zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, Dorothee Dzwonnek, sagte: "Wir haben unter Hochdruck die Vorwürfe in jeder Hinsicht geprüft, Frau Nestler ausführlich angehört und zudem einen externen Gutachter hinzugezogen." Die Vorwürfe hätten sich jedoch nicht bestätigt.

Preisgeld: 2,5 Millionen Euro

Die DFG verleiht seit 1986 jährlich den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für herausragende Arbeiten im Bereich der Wissenschaft. Preisträger bekommen jeweils bis zu 2,5 Millionen Euro, die sie maximal sieben Jahre lang für ihre Arbeiten verwenden können.

Nestler hat Physik und Mathematik in Aachen studiert. Dort promovierte sie auch. Für Forschungsaufenthalte war sie in Southampton und Paris. Im Jahre 2001 trat Nestler eine Professur an der Fakultät für Informatik der Hochschule Karlsruhe an, 2009 übernahm sie ihren jetzigen Lehrstuhl am KIT.

Die DFG lobt die Arbeit der Wissenschaftlerin auf ihrer Homepage: "Nestlers Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie äußerst flexible und leistungsfähige Simulationsumgebungen zur Mikrostruktursimulation von Materialien und Werkstoffen für den Einsatz auf Höchstleistungsrechnern entwickelt." Deshalb sei ihr der Leibniz-Preis verdient zugesprochen worden.

Im Jahr 2005 wurde schon einmal eine Leibniz-Preis-Verleihung abgesagt. Damals wurde der Medizinprofessorin Stefanie Dimmeler vorgeworfen, eine identische Abbildung in verschiedenen Fachartikeln mit unterschiedlichen Bildlegenden verwendet zu haben. Auch Dimmeler wurde nach einer Untersuchung entlastet und bekam den Preis nachträglich verliehen.

koe



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