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21. April 2015, 05:32 Uhr

603 km/h

Japanische Magnetschwebebahn stellt Weltrekord auf

Zum ersten Mal hat ein Zug eine Geschwindigkeit von mehr als 600 km/h erreicht. Die japanische Magnetschwebebahn Maglev hat die magische Grenze auf einer Teststrecke durchbrochen.

Japans Magnetschwebebahn Maglev wird immer schneller. In der vergangenen Woche erst stellte der Zug mit 590 km/h einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf - dieser ist nun schon wieder Geschichte. Auf einer Teststrecke hat der Maglev jetzt eine Geschwindigkeit von 603 Kilometern pro Stunde erreicht, wie die Bahngesellschaft Central Japan Railway (JR Tokai) am Dienstag bekannt gab.

Die Magnetschwebebahn, die Konkurrenz zum deutschen Transrapid, soll zum Jahr 2027 Tokio mit der Industriestadt Nagoya verbinden. Im Normalbetrieb soll der Zug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 500 km/h unterwegs sein.

Bis 2045 soll die Strecke bis zur Millionenstadt Osaka ausgebaut werden. Die Gesamtkosten für das Mammutprojekt werden mit neun Billionen Yen (66 Milliarden Euro) veranschlagt. Die Bauarbeiten könnten noch in diesem Monat beginnen. Der Großteil der 286 Kilometer langen Strecke bis nach Nagoya soll durch Tunnel führen. Stadtgebiete sollen bis auf eine Tiefe von mehr als 40 Metern untertunnelt werden. JR Tokai ist zuversichtlich, die immensen Kosten allein schultern zu können.

Die Geschwindigkeitsrekorde sollen dem Zug offenbar Aufmerksamkeit verschaffen. JR Tokai hofft darauf, die Züge auch in andere Staaten exportieren zu können - in der Vergangenheit hatte der damalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, Interesse bekundet.

Das Unternehmen verdient viel Geld mit dem Shinkansen, Japans derzeit schnellstem Zug. Mit dem Shinkansen hatte vor 50 Jahren die Ära der Hochgeschwindigkeitszüge begonnen. Der derzeit im Betrieb befindliche Shinkansen "Hayabusa" ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h im Vergleich zum Maglev aber regelrecht langsam.

In Deutschland war der Bau der Magnetschwebebahn Transrapid gescheitert. Grund war auch ein schwerer Unfall mit 23 Toten auf der Teststrecke im Emsland im September 2006.

syd/dpa

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