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Militärkooperation: Frankreich und Großbritannien planen Drohnen-Entwicklung

Kampfdrohnen, Flugzeugträger, Druckwasserreaktoren: Paris und London planen enge Kooperationen bei militärischen und Atom-Projekten. Andere europäische Staaten seien als weitere Partner willkommen, sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

David Cameron (l.) und Nicolas Sarkozy: Engere Zusammenarbeit bei Militärprojekten Zur Großansicht
DPA

David Cameron (l.) und Nicolas Sarkozy: Engere Zusammenarbeit bei Militärprojekten

Paris/London - Frankreich und Großbritannien wollen gemeinsam zwei Typen von Kampfdrohnen entwickeln, teilten die Regierungen am Freitag nach einem französisch-britischem Gipfel in Paris mit. Zum einen geht es um eine neue "Male"-Drohne ("Male" steht für Medium Altitude, Long Endurance, also mittlere Höhe, hohe Ausdauer). Die Unternehmen BAE Systems und Dassault Aviation werden das unbemannte Kampfflugzeug entwickeln, 2020 soll es einsatzbereit sein. Zu diesem Zeitpunkt wollen Paris und London auch einen zusammen konstruierten Flugzeugträger präsentieren. Der ebenfalls geplante zweite Drohnentyp soll bis 2030 startklar sein.

Weitere gemeinsame Militärkooperationen sind in den Bereichen Nukleartechnik, Raketenbau und satellitengestützte Kommunikation geplant. Hinten angestellt hätten die Länder dagegen die gemeinsame Entwicklung von Atom-U-Booten, sagte der französische Verteidigungsminister Gerard Longuet. Unterm Strich wollen beide Länder durch die Zusammenarbeit Kosten im Rüstungsbereich sparen.

"Wir sind pragmatisch, wir wollen, dass es vorangeht", kommentierte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach Gesprächen mit Großbritanniens Premierminister David Cameron. Andere europäische Partner seien willkommen, wenn sie das gleiche Tempo mitgehen wollten. Die Drohne soll von den Unternehmen BAE Systems und Dassault Aviation entwickelt werden.

Bei der verstärkten Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Nukleartechnik geht es vor allem um den Bau von Druckwasserreaktoren vom Typ EPR nahe der südenglischen Stadt Bridgwater. Bei dem sogenannten Hinkley-Point-Projekt wird die Kooperation zwischen dem britische Rolls-Royce-Konzern und die französischen Unternehmen Areva und EDF weiter ausgebaut.

Cameron bezeichnete die verteidigungs- und energiepolitische Zusammenarbeit der beiden Länder am Freitag als so gut, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die traditionellen Differenzen im Bereich der Europapolitik änderten nichts daran. Sarkozy und Cameron waren im Dezember über die Regulierung der Finanzmärkte in Europa heftig in Streit geraten.

wbr/dpa/Reuters

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