Tokio - Der japanische Wissenschaftler Hiroshi Liu, 46, hat nach eigenen Angaben den ersten fliegenden Kolibri-Roboter entwickelt. Das Gerät hat einen winzigen Motor und vier kleine Plastikflügel, die pro Sekunde bis zu 30 Schläge schaffen. Der Kolibri wird über Infrarot ferngesteuert und kann Kurven und Schleifen in der Luft fliegen und seine Höhe verändern.
"Es ist einfacher, einen riesigen Roboter zu konstruieren", sagte Liu von der Universität Chiba nahe Tokio. "Einen Miniaturroboter zu bauen, ist schwierig und erfordert besondere Kompetenzen." Weltweit arbeiten Forscherteams an Mini-Robotern, so tüfteln Schweizer Wissenschaftler zum Beispiel an Kunst-Heuschrecken. An der Universität Delft haben Forscher ein Fluggerät entwickelt, dass sich die Libelle zum Vorbild nimmt.
Lius neuer Flugroboter entspricht mit zehn Zentimetern Länge und einem Gewicht von nur 2,6 Gramm im Nachbau nun vielen echten Kolibriarten. Der Forscher will den Roboter demnächst mit einer kleinen Kamera ausstatten und etwa beim Aufspüren verschütteter Menschen oder der Verfolgung Krimineller einsetzen. Die Entwicklung des Kolibri-Roboters kostete umgerechnet anderthalb Millionen Euro.
Auch das US-Militär arbeitet an fliegenden Mini-Robotern, sogenannten Micro Aerial Vehicles. Die Idee: Heerscharen von fliegenden Kundschaftern sollen Verdächtige möglichst unauffällig aus der Ferne ausspionieren. Das Ziel der Forscher ist die Entwicklung eines Spionage- und Kampfroboters, der so klein ist wie eine Stubenfliege (siehe Fotostrecke links). Er könnte in die Verstecke von feindlichen Kämpfern eindringen, diese beobachten, vielleicht sogar bekämpfen.
Auf dem Weg zu diesem Ziel haben sich die Forscher klare Schritte gesetzt: Im Jahr 2015 soll ein vogelgroßer, autonom fliegender Kundschafter fertig sein, im Jahr 2030 eine Ausgabe in der Größe eines Insekts. Auch die Mini-Drohnen sollen mit ihren künstlichen Flügeln schlagen, um möglichst wenig aufzufallen.
chs/AFP
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