MS "Sonne": Neues Tiefseeforschungsschiff wird in Rostock gebaut

Deutschlands Meeresforscher bekommen ein neues Schiff für 124 Millionen Euro. Dies haben das Bundesforschungsministerium und das Land Niedersachsen beschlossen. Das Schiff soll die 2015 außer Dienst gehende MS "Sonne" ersetzen und denselben Namen tragen.

Tiefseeforschung: Neues Schiff für die Wissenschaft Fotos
RF Forschungsschiffahrt GmbH

Hannover - Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (beide CDU) gaben am Dienstag grünes Licht für den Bau eines neuen Tiefseeforschungsschiffs. Der Heimathafen wird Wilhelmshaven sein. Gebaut werden soll das Schiff auf der Neptun Werft in Rostock. Den Zuschlag für den Bau und die Bereederung erhielt die Tiefseeforschungsschiff GmbH & Co. KG.

Die deutsche Meeresforschung erhalte mit dem Neubau eine der weltweit modernsten maritimen Arbeitsplattformen, sagte Schavan. Das neue Schiff werde helfen, wissenschaftlich und gesellschaftlich hoch relevante Fragen zu beantworten, beispielsweise in der Klimaforschung oder in der Versorgung mit marinen Rohstoffen.

Haupteinsatzgebiete des Schiffs werden der Indische und Pazifische Ozean sein. Der Neubau sei Teil der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte, sagte sie. Er werde wie das derzeitig noch eingesetzte Forschungsschiff den Namen "Sonne" tragen. Die MS "Sonne" wird 2015 außer Dienst gehen.

Vor einem Jahr hatten Wissenschaftler, die mit dem Schiff im Pazifik unterwegs waren, eine Milliarde Tonnen Manganknollen am Meeresboden aufgespürt. Bei den Expedition der MS "Sonne" haben Meeresbiologen auch immer wieder seltene Tiefseefische beobachtet - zum Beispiel im Atacamagraben vor der Westküste Südamerikas. Das Schiff war auch beim Aufbau des Tsunami-Warnsystems im Indischen Ozean im Einsatz.

Den Bau des "Sonne"-Nachfolgers hatte Schavan 2008 gemeinsam mit den Küstenländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen vereinbart. Die Kosten in Höhe von 124,4 Millionen Euro übernimmt zu 90 Prozent das Bundesforschungsministerium, die Küstenländer investieren zusammen zehn Prozent, wovon Niedersachsen gut die Hälfte trägt.

Die Tiefseeforschungsschiff GmbH & Co.KG, ein Zusammenschluss der Papenburger Meyer Werft und der Bremer Reederei RF Forschungsschiffahrt, hatte sich in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

hda/dapd

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