Nach Atomunglück: Provinz Fukushima will Abschied von Kernkraft

Erneuerbare Energien - darauf will die vom AKW-Unglück gebeutelte Provinz Fukushima künftig setzen. Sie fordert daher den Abbau zweier Atomkraftwerke. Beschlossen ist bislang jedoch nur das Ende der havarierten Anlage Fukushima Daiichi.

AKW Fukushima Daiichi: Die Präfektur plant, auf erneuerbare Energien umzusteigen Zur Großansicht
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AKW Fukushima Daiichi: Die Präfektur plant, auf erneuerbare Energien umzusteigen

Tokio - Die von der Atomkatastrophe im März getroffene japanische Provinz Fukushima hat gefordert, die Kernkraftwerke des Betreibers Tepco in der Region abzubauen. Nach monatelangen Debatten seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass es besser sei, die beiden nur zwölf Kilometer auseinander liegenden Atomkraftwerke Fukushima I und Fukushima II komplett zu entfernen, teilte die Präfektur am Mittwoch mit.

Damit würde die Region zwar auf Zuschüsse verzichten, die für atomare Anlagen gewährt werden. Die Präfektur hielt es jedoch für schwer vermittelbar, einer von dem Atomunglück traumatisierten Bevölkerung den Fortbestand der Kernkraftwerke zu erklären.

Die Präfektur Fukushima wurde infolge der von einem Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami ausgelösten Katastrophe am 11. März zu großen Teilen radioaktiv kontaminiert. Die Regierung in Tokio hat bereits den Abbau der sechs Reaktoren von Fukushima I angekündigt. Vier von ihnen waren durch die Katastrophe schwer beschädigt worden, teilweise trat eine Kernschmelze ein. Der Betreiber Tepco will bisher nur die vier beschädigten Reaktoren zurückbauen. Zu Fukushima II (Fukushima Daini) mit vier weiteren Reaktoren gibt es bisher keinen Beschluss. Die Anlage war während der Katastrophe nur relativ leicht beschädigt worden.

Die Behörden der Region Fukushima wollen nun auf erneuerbare Energien umsteigen und Technologien dafür entwickeln, dass die Umwelt möglichst schnell gereinigt wird. Mehr als 150.000 Menschen in der Region mussten ihre Häuser nach der Atomkatastrophe verlassen.

Eine neue Simulation zeigt zudem, dass die Brennstäbe in einem der havarierten Reaktoren nach der Kernschmelze fast den Schutzmantel durchbrochen haben. Die Brennelemente im Reaktor eins von Fukushima Daiichi drangen demnach teilweise in den dicken Betonboden des Containments ein und kamen der äußeren Stahlummantelung bis auf rund 30 Zentimeter nahe, teilte Tepco am Mittwoch in Tokio mit. Seitdem seien die Elemente aber abgekühlt.

wbr/AFP/dapd

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insgesamt 77 Beiträge
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1. ...
litholas 30.11.2011
Da den Bewohnern Fukushimas die wahren Kosten der Kernkraft inzwischen zumindest teilweise bewusst sein dürften, besteht wohl eine beträchtliche Chance dass diese Provinz sich tatsächlich nicht mit ökonomischen Untergangsszenarios beirren lässt.
2. ..
Mitti 30.11.2011
Wie bitter: Dort, wo's zu spät ist, will man den Ausstieg. Was ist mit den Provinzen, in denen sich's noch halbwegs gesund leben lässt?
3. Schön wäre es, aber
tangarra 30.11.2011
1) TEPCO heißt Tokio Electric Power Company, d.h. die Regionalverwaltung im Regierungsbezirk Fukushima ist nicht der Eigentümer der Anlage noch hat sie irgendetwas zu sagen, genau so wenig wie der Regierungsbezirk Niederbayern hier in Deutschland bezüglich des KKW Ohu irgendetwas zu sagen hat. 2) Der Strom, der in den 10 Blöcken in Fukushima erzeugt wurde, wurde nicht in dem Regierungsbezirk Fukushima verbraucht sondern im übrigen Japan. 3) Die Blöcke in Fukushima Daichi könne sowieso nicht mehr ans Netz gehen. Da erübrigt sich jede Diskussion, die müssen rückgebaut werden. Damit lassen sich die Japan aber Zeit: Eigentlich ist überhaupt noch kein Schutzziel wieder erreicht: Die Radioaktivität steht noch im Freien herum, die Keller der Blöcke stehen voller radioaktiver Brühe und mit dem endgültigen Rückbau ist frühestens im nächsten Jahrzehnt zu rechnen. 4) Die vier Blöcke in Fukushima Daini sind zwar echte Oldtimer aber sie könnten wohl wieder ans Netz gehen, aber erst nach einer entsprechenden Nachrüstung. Aber soviel Gottvertrauen wie Frau Merkel und die anderen deutschen Politiker, die einen Teil der deutschen Kernkraftwerke ohne die notwenigen Nachrüstungen weiterbetreiben, haben die Bewohner des Regierugnsbezirkes Fukushima wohl nicht mehr. Bekanntlich hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den übrigen deutschen Parteien ja 8 alte Kernkraftwerke geopfert, wohl in dem atatvistischen Glauben, dass der Gott der Kernkraft dadurch gnädig gestimmt wird und die übrigen deutschen Kernkraftwerke verschont. Sehr eigenartiges Verhalten, das ein aufgeklärter Mensch nicht nachvollziehen kann.
4. kindersterblichkeit
swabawath 30.11.2011
Zitat von MittiWie bitter: Dort, wo's zu spät ist, will man den Ausstieg. Was ist mit den Provinzen, in denen sich's noch halbwegs gesund leben lässt?
Was heißt denn zu spät? In ein Umkreis von 30 Km rund um Fukushima ist die Kindersterblichkeit seit dem "Supergau",um 100 % auf 0 Fälle gesunken!
5. Fakten
m a x l i 30.11.2011
Zitat von swabawathIn ein Umkreis von 30 Km rund um Fukushima ist die Kindersterblichkeit seit dem "Supergau",um 100 % auf 0 Fälle gesunken!
*Neiiiiiiin!* Bitte nicht schon wieder! Außerdem ist das alles falsch. Es ist nicht die Kernenergie, nicht Nutella und nicht Luxusautos. Sondern in den Ländern in denen Heroin gespritzt wird, ist die Kindersterblichkeit geringer als in den Ländern, in denen kein Heroin gespritzt wird. Solche Fakten muss man doch einfach mal zur Kenntnis nehmen.
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