Angeblicher Start im Juni Japan will Atommeiler wieder anfahren

Vier Jahre nach der Katastrophe von Fukushima will die japanische Regierung offenbar wieder Atomkraftwerke ans Netz bringen. Einem Medienbericht zufolge sollen zunächst zwei Meiler im Süden des Landes wieder in Betrieb genommen werden.

Atomkraftwerk Sendai im Südwesten Japans: Neustart im Juni?
DPA

Atomkraftwerk Sendai im Südwesten Japans: Neustart im Juni?


Tokio - Japan will seinen Strombedarf offenbar wieder durch Atomkraftwerke decken: Voraussichtlich schon im Juni solle zunächst zwei Meilern in Südwestjapan die Erlaubnis zur Wiederinbetriebnahme gegeben werden, berichtetet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungskreise. Bis dahin sollen die letzten Sicherheitsüberprüfungen abgeschlossen sein. Die lokalen Aufsichtsbehörden hatten den Anlagen in Sendai bereits Ende vergangenen Jahres grünes Licht für ein Wiederanfahren gegeben.

Japans Regierungschef Shinzo Abe setzt sich vehement für die erneute Nutzung der Atomkraft ein. Er hält sie für notwendig, um die Wirtschaft des Landes wieder in Schwung zu bringen. Der zeitweilige Atomausstieg hat die Energieversorgungsunternehmen hart getroffen, wegen der Umstellung auf andere Energieträger schreiben sie hohe Verluste. Zwei Konzerne mussten von der Regierung vor der Pleite gerettet werden. Die hohen Kosten für den Import von Öl und Gas für fossile Kraftwerke tragen mit zum Rekorddefizit im japanischen Haushalt bei.

Mit den Plänen für die Wiederinbetriebnahme stößt die Regierung in Tokio allerdings auf große Vorbehalte in der Bevölkerung. Ein Neustart der Meiler im Juni ist allerdings zeitlich weit genug von den Regionalwahlen entfernt, die für April angesetzt sind. Der Gouverneur von Fukushima appellierte an die Regierung, alles für die Sicherheit der Menschen im Land zu tun.

Vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima im März 2011 gehörte Japan mit 48 Atomkraftwerken zu den weltweit größten Atomkraft-Betreibern. Die Nuklearkatastrophe gilt als der schwerste Atomunfall seit dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986. Mehr als 100.000 Menschen wurden heimatlos, die Zahl der Strahlenopfer ist nicht bekannt.

nck/Reuters



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insgesamt 51 Beiträge
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go-west 06.02.2015
1. Ja,
warum denn auch nicht?
shinjukuecho 06.02.2015
2. Seit wann ist Sendai in Südwestjapan?
Ein Blick auf die Landkarte hätte genügt, um festzustellen, wo Sendai liegt. Jedenfalls mit Nichten im Südwesten von Japan!
OrreWombell 06.02.2015
3. Die Zahl der
ist sehr wohl bekannt, es gibt einen offiziellen Abschlussbericht, und die Zahl ist NULL! Aber vielen Dank für die saubere Recherche...
schüttelkugel 06.02.2015
4. Viel Vergnügen ...
... mit der nächsten Katastrophe! Geschichte wiederholt sich und wiederholt sich und wiederholt sich und ...
AndreasBeh 06.02.2015
5. Augen zu und durch...!!
Jetzt ist natürlich alles sicher, man ist für aber auch wirklich alle Eventualitäten abgesichert. So wie vorher eigentlich auch. Unglaublich, sowas. Da habe ich dann auch kein Mitleid mehr. Vielleicht kommt Fukushima II aber auch erst in 70 Jahren, dann erlebe ich das auch nicht mehr. So what! (Ironie aus).
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