Nach Stresstest Internationale Experten prüfen japanisches AKW

In Japan stehen 50 von 54 Atomreaktoren still - das Land hat Angst vor Stromausfällen. Die AKW wieder ans Netz zu bringen, dauert lange. Ein internationales Inspektionsteam prüft, was die Betreiber tun, um die Kraftwerke wieder fit zu machen.

IAEA-Team mit Kraftwerksangestellten in Ohi: Was hat der Stresstest gebracht?
AP

IAEA-Team mit Kraftwerksangestellten in Ohi: Was hat der Stresstest gebracht?


Tokio - Vor der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im vergangenen Jahr hat Japan rund ein Drittel seines Stroms aus Atomkraftwerken bezogen. Doch derzeit stehen 50 der 54 Reaktoren im Land still, die Angst vor Stromausfällen geht um. Deswegen will die Regierung zumindest einen Teil der aus Sicherheitsgründen abgeschalteten Meiler wieder ans Netz bringen.

Dafür müssen die Anlagen allerdings Stresstests über sich ergehen lassen. Kritiker haben die Maßnahmen allerdings als nutzlos bezeichnet, weil nur eine einzige Katastrophe simuliert werde - und keine Verknüpfung von Ereignissen wie Erdbeben und Tsunami. Nun haben Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit der ersten Inspektion eines japanischen Atomkraftwerks begonnen, das solch einen Test überstanden hat.

Das zehnköpfige IAEA-Team prüfte am Donnerstag zwei Reaktoren im Kraftwerk Ohi in der westlichen Präfektur Fukui. Der Chef der IAEA-Delegation James Lyons sagte, man wolle sehen, welche Verbesserungen die Betreiberfirma Kansai Electric Power an der Anlage vorgenommen habe. Das Bestehen des Tests ist einer von mehreren notwendigen Schritten zur Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Atommeiler. Außerdem müssen aber auch die lokalen Behörden einem Neustart zustimmen.

Unterdessen steht der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, offenbar vor der Verstaatlichung. Das finanziell angeschlagene Unternehmen sei bereit, eine Kapitalspritze in Höhe von umgerechnet etwa 9,8 Milliarden Euro durch die öffentliche Hand zu akzeptieren, hieß es in Tokio.

Dafür solle der vom Staat gestützte Entschädigungsfonds für Opfer der Atomkatastrophe mindestens zwei Drittel der Unternehmensanteile übernehmen. Die Tepco-Aktie legte fast sieben Prozent zu. Eine Verstaatlichung des Konzerns ist seit dem Unglück in Fukushima im Gespräch.

Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Erdbeben und Tsunami im vergangenen März außer Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit enormen Entschädigungsforderungen konfrontiert.

chs/dapd/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
huberwin 26.01.2012
1. 50 von 54 stehen still
da frag ich mich doch , wo kriegen die denn ihren Strom her? Scherzhaft könnte man sagen ,,,geht doch auch ohne Atom.
bunhuelo 26.01.2012
2. oh je, oh je
Herrje, ein vergessener Buchstabe... da muss man sich als geistig gesunder Mensch natürlich entsetzlich drüber aufregen, schließlich haben Sie ja für alle Buchstaben bezahlt.
andreasoberholz 26.01.2012
3. Kapier ich nicht....
Zitat von sysopIn Japan stehen 50 von 54 Atomreaktoren still - das Land hat Angst vor Stromausfällen.*Die AKW*wieder ans Netz zu bringen, dauert lange. Ein internationales Inspektionsteam prüft, was die*Betreiber tun, um die Kraftwerke wieder fit zu machen. Nach Stresstest: Internationale Experten prüfen japanisches AKW - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,811503,00.html)
Wenn die Info stimmt das 50 von 54 Kraftwerken abgeschaltet sind und das Land immer noch funktioniert, ja bitte wozu so viele Kraftwerke....kann mir das einer erläutern warum Japan so viel Strom benötigt? Kapier ich nicht....
andreasoberholz 26.01.2012
4. Kapier ich nicht....
Zitat von sysopIn Japan stehen 50 von 54 Atomreaktoren still - das Land hat Angst vor Stromausfällen.*Die AKW*wieder ans Netz zu bringen, dauert lange. Ein internationales Inspektionsteam prüft, was die*Betreiber tun, um die Kraftwerke wieder fit zu machen. Nach Stresstest: Internationale Experten prüfen japanisches AKW - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,811503,00.html)
Wenn die Info stimmt das 50 von 54 Kraftwerken abgeschaltet sind und das Land immer noch funktioniert, ja bitte wozu so viele Kraftwerke....kann mir das einer erläutern warum Japan so viel Strom benötigt? Kapier ich nicht....
mrotz 26.01.2012
5. SPitzenlast/Kaltreserve
Zitat von andreasoberholzWenn die Info stimmt das 50 von 54 Kraftwerken abgeschaltet sind und das Land immer noch funktioniert, ja bitte wozu so viele Kraftwerke....kann mir das einer erläutern warum Japan so viel Strom benötigt? Kapier ich nicht....
Japan betriebt jetzt die sonst abgeschalteten Ölkraftwerke. Da diese sehr hohe Brennstofkosten AUfweisen, ist der Ölbedarf Japans und auch der Strompreis in Japan deutlich gestiegen. es geht, aber es geht eben nicht (lange) gut. Wir in Deutschland haben auch alte Kohle/Öl-Möhren wieder angefahren, damit wir über die runden kommen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.