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Nanotechnologie: Granulat säubert Trinkwasser

Granulat: Nanotechnik für sauberes Wasser Fotos
Indian Institute of Technology Madras

Zwei Millionen Menschen sterben jährlich an verunreinigtem Trinkwasser. Ein langlebiges Granulat soll in Entwicklungsländern künftig den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen. Der Filter reinigt Wasser mit Nanotechnologie.

Washington - Mit einem neuartigen Filter können Menschen etwa in Entwicklungsländern effizient und kostengünstig Trinkwasser gewinnen. Ein speziell entwickeltes Granulat könne über lange Zeit Wasser aufbereiten, berichten indische Wissenschaftler im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences". Das Verfahren würde demnach eine fünfköpfige Familie pro Jahr nur zwei Dollar (umgerechnet etwa 1,53 Euro) kosten.

Die Entwicklung sei eine "überzeugende Lösung, mit der das Millenniumziel der Vereinten Nationen, nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu sichern, erreicht werden kann", schreiben die Chemiker um Mohan Udhaya Sankar vom Indian Institute of Technology in Madras. Der weltweite Zugang zu sauberem Trinkwasser könne pro Jahr zwei Milliarden Durchfallerkrankungen verhindern und zwei Millionen Menschenleben retten.

Das Filtergranulat beruht auf winzigen Silberpartikeln, die in eine Verbindung aus Sauerstoff, Wasserstoff und einem Metall - meist Aluminium - eingebunden sind. Diese Struktur ist wiederum eingebettet in das Riesenmolekül Chitosan, das eine Art Gitter bildet. Das Granulat hat ähnliche Eigenschaften wie Flusssand und wird in wässriger Lösung erzeugt. Dabei ermögliche ein Liter Wasser, der zur Produktion eingesetzt wird, eine Trinkwassergewinnung von 500 Litern, schreiben die Wissenschaftler.

Die nur 10 bis 20 Millionstel Millimeter winzigen Silberpartikel geben Ionen ab, die sowohl das Wasser von giftigen Stoffen wie Schwermetallen reinigen als auch Bakterien und Viren abtöten. Ein zusätzlicher Aktivkohlefilter könne die Überreste der toten Mikroorganismen aus dem Wasser entfernen.

Wasserbelastung weit unter Grenzwerten

Zwar bilden Kalk und andere Substanzen im Wasser mit der Zeit eine Kruste um das Granulat und schränken so die Wirksamkeit ein, berichten die Wissenschaftler. Diese lasse sich aber mit einem Bad in heißem Wasser oder verdünntem Zitronensaft wieder herstellen.

Die Struktur des nanotechnologisch erzeugten Granulats ist demnach so stabil, dass kaum Bestandteile ins Wasser gelangen. Die nach vielen Durchläufen gemessenen Anteile aus dem Granulat im aufbereiteten Wasser lagen deutlich unter den Grenzwerten der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde.

hda/dpa

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1. optional
PeterPain 07.05.2013
'Die nur 10 bis 20 Millionstel Millimeter winzigen Silberpartikel geben Ionen ab, die sowohl das Wasser von giftigen Stoffen wie Schwermetallen reinigen[...].' Das halte ich für ein Gerücht. Check your chemistry mate.
2. vielversprechende Technologie
eiffe 07.05.2013
Zitat von sysopIndian Institute of Technology MadrasZwei Millionen Menschen sterben jährlich an verunreinigtem Trinkwasser. Ein langlebiges Granulat soll in Entwicklungsländern künftig den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen. Der Filter reinigt Wasser mit Nanotechnologie. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/nanotechnologie-granulat-saeubert-trinkwasser-a-898587.html
Man verhindert also die Vergiftung durch unsauberes Trinkwasser, indem man sich mit Nanopartikeln verseucht? Das ist ja wie Handabhacken wenns am Ohr kratzt.
3. Nanowater Nanotechnology in water and wastewater
hkc22 07.05.2013
Es gibt bereits eine Reihe von Entwicklingen in diesem Bereich mit Nanotechnology. Wenn Nanowater gegoogelt wird sieht man eine Übersicht.
4.
MHD77 07.05.2013
Zitat von eiffeMan verhindert also die Vergiftung durch unsauberes Trinkwasser, indem man sich mit Nanopartikeln verseucht? Das ist ja wie Handabhacken wenns am Ohr kratzt.
Habe ich auch gerade gedacht. Warum nimmt man nicht die überall herumliegenden PET-Flaschen, befüllt sie und legt sie in die Sonne. Nach ein paar Stunden ist das Wasser keimfrei.
5. Hier, der Link
MHD77 07.05.2013
Zitat von eiffeMan verhindert also die Vergiftung durch unsauberes Trinkwasser, indem man sich mit Nanopartikeln verseucht? Das ist ja wie Handabhacken wenns am Ohr kratzt.
Keimfreies Wasser in PET-Flaschen durch UV-Licht: SODIS verringert Durchfallerkrankungen in den Entwicklungsländern | Suite101.de (http://suite101.de/article/keimfreies-wasser-in-pet-flaschen-durch-uv-licht-a73007) einfacher geht´s nicht.
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