Neckar Erster Atommülltransport per Schiff in Deutschland

Das Schiff für den ersten Atommülltransport auf einem deutschen Fluss ist auf dem Neckar unterwegs. Am Dienstag sollen Castor-Behälter mit Atommüll verladen werden.

Castortransportschiff am Montag auf dem Neckar
DPA

Castortransportschiff am Montag auf dem Neckar


Auf dem Neckar ist ein Transportschiff für den ersten Castor-Transport auf einem deutschen Fluss gestartet. Der Schubverband legte am Montagmorgen in Neckarwestheim in Richtung Atomkraftwerk Obrigheim ab, wie die Polizei mitteilte. Ein Hubschrauber sei im Einsatz.

Es gebe keine Kenntnisse über mögliche Störungen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Göppingen.

Die Beförderung von zunächst drei Castor-Behältern per Schiff auf dem unteren Neckar ist umstritten. Atomkraftgegner kündigten für den Vormittag eine Mahnwache in Gundelsheim an.

Von Neckarwestheim sollte das Schiff etwa 50 Kilometer zum stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim fahren. An diesem Dienstag ist dort die Verladung der drei Castor-Behälter mit Atommüll geplant.

Bleibt es bei den Plänen, legt das Schiff mit ausgedienten Brennelementen an Bord nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch Richtung Neckarwestheim ab. Erstmals soll so Atommüll in Deutschland auf einem Fluss transportiert werden.

Kritische Punkte

Für die Fahrt zum dortigen Zwischenlager seien bis zu 14 Stunden veranschlagt. Die Abladung der Behälter beginne dann am Donnerstag. Insgesamt will der Energieversorger EnBW fünf Transporte mit je drei Castoren organisieren.

Hunderte Beamte sichern den Einsatz. Atomkraftgegner haben Proteste angekündigt. Der Transport wird von Booten der Wasserschutzpolizei begleitet, der Hubschrauber beobachtet die Lage aus der Luft.

Kräfte aus anderen Bundesländern sind dem Vernehmen nicht vor Ort. Als mögliche kritische Punkte werden sechs Schleusen gesehen.

Die Gemeinde Neckarwestheim hatte Castoren-Transporte auf dem Neckar verhindern wollen, war aber vor dem Berliner Verwaltungsgericht gescheitert. Für den Zeitraum bis Ende November 2018 hatte das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit dem Energieversorger EnBW fünf Transporte von insgesamt 15 Castor-Behältern genehmigt.

Das Gericht wies den Eilantrag mit der Begründung zurück, das öffentliche Interesse an einem zügigen Rückbau von Obrigheim überwiege die von der Gemeinde Neckarwestheim vorgetragenen Argumente.

boj/dpa



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