Erstflug: Europäer testen Tarnkappen-Kampfdrohne

Die erste europäische Tarnkappen-Kampfdrohne hat ihren Jungfernflug absolviert. Der unbemannte Jet ist nach 25 Minuten in der Luft sicher gelandet. Die US-Luftwaffe ist allerdings schon einen Schritt weiter: Ihre neue Stealth-Drohne vollführte kurz zuvor ihren ersten Katapultstart.

Projekt "nEUROn": Erstflug für europäische Stealth-Drohne Fotos
AFP / Dassault / R. Michelin

Paris - "nEUROn" hat seinen ersten Testflug bestanden: Das unbemannte Tarnkappen-Kampfflugzeug sei am Samstagmorgen in Begleitung eines "Rafale"-Kampfflugzeugs von einem Testgelände bei Istres gestartet und 25 Minuten später dort wieder gelandet, teilte der französischen Flugzeugbauer Dassault Aviation mit. Der etwa 25-minütige Flug sei perfekt verlaufen.

An dem neuen von Dassault gebauten 400 Millionen-Euro-Flugzeug sind die Unternehmen Alenia (Italien), Saab (Schweden), EADS-CASA (Spanien), Ruag (Schweiz) und HAI (Griechenland) beteiligt. Deutschland ist nicht dabei, ebenso wenig wie Großbritannien, das mit der "Taranis"-Drohne von BAE Systems ein ähnliches eigenes Projekt verfolgt.

Wie "Taranis" ist auch "nEUROn" ein reiner Technologie-Demonstrator - die Entwicklung soll nicht zu einem serienreifen Flugzeug führen. Die Drohne, die seit 2005 entwickelt wird, gilt als Vorläufer eines Jagdflugzeugs der fünften Generation, das die gegenwärtigen europäischen Modelle "Rafale", Eurofighter und "Gripen" ablösen könnte.

Die Drohne aus Verbundwerkstoff besitzt die für Stealth-Flugzeuge typischen Formen. "Auf einem Radar erscheint 'nEUROn' nicht größer als ein Spatz", sagte der technische Direktor von Dassault Aviation, Didier Gondoin. "Trotz ihrer sieben Tonnen und ihrer Größe, die einer Mirage-2000 entspricht." Ob diese Aussage allerdings in jeder Hinsicht zutrifft, ist offen: Wie groß der Radarquerschnitt eines Flugzeugs ist, hängt von vielen Faktoren ab - unter anderem, welches Radar eingesetzt wird. Sogenanntes Passivradar steht etwa in dem Ruf, auch moderne Stealth-Flugzeuge orten zu können.

Die US-Streitkräfte, die mit der RQ-170 "Sentinel" bereits über eine unbewaffnete Stealth-Drohne verfügen, machen bei der Entwicklung ihrer ersten Tarnkappen-Kampfdrohne ebenfalls Fortschritte. Die X-47B hat am Donnerstag ihren ersten Katapultstart erfolgreich absolviert, wie ein Video des Tests zeigt. Diese Fähigkeit gilt als wichtige Voraussetzung für den Einsatz der Drohne an Bord von Flugzeugträgern - auch wenn der aktuelle Versuch an Land stattfand. Die simulierte Landung auf einem Schiffsdeck hatte die X-47B bereits im August erfolgreich absolviert. Derzeit führen die USA Tests mit der Drohne an Bord des Flugzeugträgers "Harry S. Truman" durch.

mbe/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Up to date
weltoffener_realist 01.12.2012
Zitat von sysopAFP / Dassault / R. MichelinDie erste europäische Tarnkappen-Kampfdrohne hat ihren Jungfernflug absolviert. Der unbemannte Jet ist nach 25 Minuten in der Luft sicher gelandet. Die US-Luftwaffe ist allerdings schon einen Schritt weiter: Ihre neue Stealth-Drohne vollführte kurz zuvor ihren ersten Katapultstart. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/neuron-drohne-stealth-flugzeug-absolviert-erstflug-a-870452.html
Schön, dass man hier über den Stand der Waffentechnik halbwegs auf dem Laufenden gehalten wird. Bei der Auswahl der Berichte schimmert stets auch ein bisschen Technikverliebtheit durch. Warum sonst gelangen Drohneneinsätze so häufig auf Seite 1? Aber darf man Waffentechnik eigentlich interessant finden? Ich denke ja.
2.
sobollo 01.12.2012
für was braucht die schweiz eine tarnkappen-kampfdrohne?
3.
meging 01.12.2012
Zitat von weltoffener_realistSchön, dass man hier über den Stand der Waffentechnik halbwegs auf dem Laufenden gehalten wird. Bei der Auswahl der Berichte schimmert stets auch ein bisschen Technikverliebtheit durch. Warum sonst gelangen Drohneneinsätze so häufig auf Seite 1? Aber darf man Waffentechnik eigentlich interessant finden? Ich denke ja.
Ich kann Ihnen empfehlen, daß Sie sich Terminator 1 anschauen. Die parallelen zu unbewaffneten Waffensystemen ist überraschend und gleichzeitig erschreckend.
4. US und EU Stealth Drohnen
rolandjulius 01.12.2012
Die Entwicklung dauerte etwas zu lange, die neuen Radars, sprich Ortungssysteme,machen jedwedes Flugobjekt aus. und ermöglichen folglich deren Abschuss.
5. Passivradar ???
zwecklaus 01.12.2012
Ich dachte, Tarnkappen-Drohnen sind Oldtimer. So kann man sich täuschen :-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Technik
RSS
alles zum Thema Militärtechnologie
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 38 Kommentare
Fotostrecke
Passivradar: Das Ende der Unsichtbarkeit

Fotostrecke
X-47B: Killer mit Tarnkappe