Heiße Reifen: Niederländer wollen Radwege beheizen

Die Niederländer sind als Fahrrad-Fans bekannt - und künftig soll selbst Glatteis sie nicht mehr stoppen: Ingenieure haben einen Radweg-Belag entwickelt, den man bei Frost beheizen kann. Natürlich umweltschonend.

Schnee in Amsterdam (Dezember 2010): Radwege künftig beheizt? Zur Großansicht
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Schnee in Amsterdam (Dezember 2010): Radwege künftig beheizt?

Sie fahren bei Hitze, bei Kälte und sogar bei Schnee, Regen kümmert sie offenbar ebenso wenig wie Gegenwind: Niederländer, so scheint es, wirft so leicht nichts aus dem Fahrradsattel. Bis auf eines: Glatteis, die Geißel des Zweiradfahrers. Sie kann auch den geschicktesten Pedalritter zum fliegenden Holländer machen.

Doch nicht mehr lange, sollte eine Idee niederländischer Forscher Anklang finden: Sie wollen die Radwege bei Frost beheizen. Dazu wollen sie geothermische Energie aus einer Tiefe von 30 bis 50 Metern unter der Erde nutzen, erläuterte Marcel Boerefijn vom Ingenieursbüro Tauw. Billig wäre das freilich nicht: Die Kosten würden sich nach Angaben der Firma auf 20.000 bis 40.000 Euro pro Kilometer Radweg belaufen. Nun soll es allein in Amsterdam 400 Kilometer Radwege geben. Wollte man alle beheizen, wäre man acht bis 16 Millionen Euro los.

Andererseits würde eine Beheizung der Radwege aber auch erhebliche Kosten einsparen, meint Boerefijn. So müsse im Winter weniger Salz gestreut werden. Außerdem haut es manchmal eben doch einen Niederländer vom Fiets, was böse Verletzungen nach sich ziehen kann. Gingen die Unfallzahlen im Winter aber zurück, wäre das Gesundheitssystem entlastet.

An dem Projekt, das die Firma bereits im Februar erstmals präsentiert hat, sollen bereits mehrere Gemeinden Interesse bekundet haben. Die östliche Stadt Zutphen mit rund 40.000 Einwohnern etwa wartet die Ergebnisse eines vorläufigen Gutachtens ab, bevor sie selbst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben will.

Sollte sich die Radwegheizung durchsetzen, gäbe es eine Menge zu tun. Denn in den Niederlanden gibt es insgesamt mehr als 35.000 Kilometer Radwege. Profitieren würde allerdings auch ein Großteil der Bevölkerung: Auf die rund 16,5 Millionen Niederländer kommen 18 Millionen Fahrräder.

mbe/AFP

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1. .
924Frg 23.10.2012
Zitat von sysopDie Niederländer sind als Fahrrad-Fans bekannt - und künftig soll selbst Glatteis sie nicht mehr stoppen: Ingenieure haben einen Radweg-Belag entwickelt, den man bei Frost beheizen kann. Natürlich umweltschonend. Niederländer wollen Radwege mit Geothermie beheizen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/niederlaender-wollen-radwege-mit-geothermie-beheizen-a-862937.html)
Also neu ist die Idee nicht. Trotzdem, eine super Sache. Die Niederländer haben uns in sachen Fahrradverkehr so einiges voraus. Meine Heimatstadt (Düsseldorf) nennt sich "fahrradfreundlich", hat aber kaum Radwege, die vom Straßenverkehr getrennt sind und wenn doch welche da sind, sind sie in jämmerlichem Zustand. Ganz übel für jemanden wie mich, der gerne mit dem Rennrad unterwegs ist.
2. purer Neid...
eltribun 23.10.2012
kommt da bei mir auf. Was da alles fürs Radfahren gemacht wird, davon kann man in der Autofahrernation Nr. 1 der Welt hier nur träumen. wenn man sich nur die Hälfte an Ideen bei Holländern und Dänen abschaute, wäre das schon ein Traum. Aber krieg mal den dicken Deutschen aus seiner Kiste raus, unmöglich!
3. Gute Radwege
agua 23.10.2012
sind eine Sache,die ich befuerworte.Als ich die Ueberschrift las,dachte ich,es waer ein Witz.Beheizte Radwege fuer ganz schoen viel Geld.Kann dann im Winter so mancher Obdachlose dann auf den Radwegen schlafen?Vielleicht gaebe es auch in Holland zunaechst wichtigere Projekte,in die investiert werden koennte und sollte.
4. optional
kallecontra 23.10.2012
sehr schöne idee... räder sind so einfach und billig und trotzdem in den ballungsgebieten der schlüssel für die verkehrspolitik der zukunft. wie ich finde, viel zu lange unterschätzt...
5. Cool
wetzer123 23.10.2012
Nicht einmal 100€ pro Bürger und alle Radwege sind gemacht, wann geht das in D los? Ich bin dafür. Aber wir retten lieber die Banken, da hat der Bürger dann auch nix von...
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