Niederlande: Bau des Atomkraftwerks in Borssele verschoben

Das umstrittene Atomkraftwerk Borssele II wird vorerst nicht gebaut. Der niederländische Stromkonzern Delta hat die Pläne auf Eis gelegt. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft begrüßte die Entscheidung.

AKW Borssele I (Mai 2005): Greenpeace hat aus Protest einen Riss auf die Hülle gemaltZur Großansicht
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AKW Borssele I (Mai 2005): Greenpeace hat aus Protest einen Riss auf die Hülle gemalt

Keine 200 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt sollte ein neues Atomkraftwerk entstehen. Doch jetzt wurden die Pläne für den Bau eines zweiten Kernkraftwerks im niederländischen Borssele auf Eis gelegt. Der niederländische Stromversorger Delta teilte auf seiner Website mit, man habe das Projekt für zwei bis drei Jahre ausgesetzt. Für Bau des AKW war auch der deutsche RWE-Konzern als Partner im Gespräch gewesen.

Als Gründe nannte Delta die derzeit niedrigen Energiepreise, die Unsicherheit über die Zukunft des europäischen Emissionshandels und das durch die aktuelle Finanzkrise ungünstige Investitionsklima. "Zusätzlich ist die Überkapazität der Stromproduktion durch die Rezession noch gestiegen", hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine Sprecherin mit der Aussage, dass das neue AKW zwischen fünf und sieben Milliarden Euro gekostet hätte.

Für die Regierung in Den Haag ist die Entscheidung ein Rückschlag, da sie aktiv für den Ausbau der Atomenergie eintritt. Derzeit existiert in den Niederlanden nur ein AKW. Die Anlage in Borssele, an der Delta zu 70 Prozent und RWE zu 30 Prozent beteiligt sind, soll noch bis 2033 in Betrieb sein. Das Kraftwerk Borssele II sollte nach bisherigen Plänen ab 2020 Strom liefern und eine Leistung von bis zu 2500 Megawatt besitzen.

Der geplante Bau des AKW hatte in Deutschland zu Protesten von Atomkraftgegnern geführt. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) begrüßte die Entscheidung zur Verschiebung des Neubaus. "Wenn dort etwas passiert", sagte sie", "ist auch Nordrhein-Westfalen gefährdet."

Auch der Düsseldorfer Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte zuvor von "unvertretbaren Risiken" gesprochen. Käme es zu einem schwerwiegenden Unfall, zöge eine strahlende Wolke mit dem Westwind in nur sechs Stunden über das dicht besiedelte Ruhrgebiet. Remmel hatte in einem Schreiben an die Beschwerdestelle im niederländischen Voorschoten auf die Gefahren hingewiesen und eine "intensive Prüfung von Alternativen" bei der Energiegewinnung angemahnt.

mbe/Reuters

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insgesamt 117 Beiträge
ajf00 24.01.2012
Und wieder mal wird die Propaganda der Kernkraftfans von der Realitaet widerlegt :)
Und wieder mal wird die Propaganda der Kernkraftfans von der Realitaet widerlegt :)
Ein MW-Windenergieleistung kostet grob etwa 1.000.000 €. Für 5 - 7 MILLIARDEN € können also 5.000 bis 7.000 MW-Windenergie-NENNLEISTUNG hingestellt werden. Nehmen wir mal an, die Dinger machen im Schnitt 50% ihrer Nennleistung [...]
Zitat von sysopDas umstrittene Atomkraftwerk Borssele II wird vorerst nicht gebaut. Der niederländische Stromkonzern Delta hat die Pläne auf Eis gelegt. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft*begrüßte die Entscheidung. Niederlande: Bau des Atomkraftwerks in Borssele verschoben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,811010,00.html)
Ein MW-Windenergieleistung kostet grob etwa 1.000.000 €. Für 5 - 7 MILLIARDEN € können also 5.000 bis 7.000 MW-Windenergie-NENNLEISTUNG hingestellt werden. Nehmen wir mal an, die Dinger machen im Schnitt 50% ihrer Nennleistung - dann sind das 2.500 bis 3.500 MW tatsächlicher Leistung. UND: - geringe Folgekosten - keine radioaktive Verseuchung - kein Atom-Endlager - kein Uranbergbau - keine Terrorgefahr - ... bitte ergänzen Was wollen wir denn noch?
Abaylyi 24.01.2012
Ebenso, wie die ihrer Gegner :)
Zitat von ajf00Und wieder mal wird die Propaganda der Kernkraftfans von der Realitaet widerlegt :)
Ebenso, wie die ihrer Gegner :)
tatsache2011 24.01.2012
Ein AKW für Stromlieferung im Jahr 2022 wird jetzt nicht gebaut, weil die heutigen Strompreise niedrig sind und heute Überkapazität vorhanden ist. Das ist vorausschauende Planung (?).
Zitat von sysopDas umstrittene Atomkraftwerk Borssele II wird vorerst nicht gebaut. Der niederländische Stromkonzern Delta hat die Pläne auf Eis gelegt. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft*begrüßte die Entscheidung. Niederlande: Bau des Atomkraftwerks in Borssele verschoben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,811010,00.html)
Ein AKW für Stromlieferung im Jahr 2022 wird jetzt nicht gebaut, weil die heutigen Strompreise niedrig sind und heute Überkapazität vorhanden ist. Das ist vorausschauende Planung (?).
ajf00 24.01.2012
Da muessen Sie jetzt schon mehr als ein Satz schreiben um zu erklaeren, inwieweit Sie meinen das die Informationen aus diesem Artikel die Propaganda der Kernkraftgegner widerlegt...
Zitat von AbaylyiEbenso, wie die ihrer Gegner :)
Da muessen Sie jetzt schon mehr als ein Satz schreiben um zu erklaeren, inwieweit Sie meinen das die Informationen aus diesem Artikel die Propaganda der Kernkraftgegner widerlegt...
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  • Dienstag, 24.01.2012 – 13:00 Uhr
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