Nordkoreas Testpanne: Kim macht ein bisschen Bumm

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Die Blamage könnte kaum größer sein: Zum dritten Mal in Folge hat eine nordkoreanische Langstreckenrakete im Test versagt. Experten haben inzwischen nur noch Spott für Pjöngjang übrig: Die Gefahr, dass diese Waffen amerikanische Städte ausradieren könnten, sei stark übertrieben.

Unha-3: Nordkoreas Raketen-Panne Fotos
AFP

Die Freude der Nordkoreaner dauerte nur etwa 100 Sekunden. Dann war klar, dass der als Triumph geplante Start eines Satelliten in einem Desaster geendet hatte: Kurz nach dem Start von der Basis in Tongchang-dong klatschte die Unha-3-Rakete mitsamt ihrer Nutzlast ins Meer. Und das ausgerechnet zu den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung.

Die genauen Gründe für den Fehlschlag sind bisher unklar, und es ist unwahrscheinlich, dass sie jemals bekannt werden. Allerdings lassen die veröffentlichten Daten einige Schlüsse zu - und die sind wenig schmeichelhaft für Nordkoreas Raketenprogramm.

So herrscht unter Fachleuten Einigkeit, dass im Moment des Absturzes noch die erste Stufe der Rakete brannte - und das ist eigentlich noch der robusteste Teil der mehrstufigen Langstreckenrakete. Das stellt einen peinlichen Rückschritt dar: Beim letzten nordkoreanischen Test im Mai 2009 schaffte es die Rakete immerhin 3800 Kilometer weit und überflog Japan, ehe sie versagte und ins Meer fiel.

Interessant ist auch die Absturzstelle der Unha-3-Rakete, die auf der militärischen Taepodong-2 basiert: Sie liegt nach Angaben des Nordamerikanischen Luftraumüberwachungskommandos (Norad) 165 Kilometer westlich von Südkoreas Hauptstadt Seoul - also rund 40 Kilometer östlich des von Nordkorea zuvor angegebenen Kurses (siehe Grafik links).

Offizielle Flugbahn nur ein Ablenkungsmanöver?

"Eine Möglichkeit ist, dass ein Steuerungsproblem die Rakete vom Kurs abweichen ließ", kommentierte David Wright von der Union of Concerned Scientists (UCS). Eventuell hätten die Nordkoreaner deshalb die Rakete bewusst abstürzen lassen. Das aber hält der Raketen- und Militärexperte Robert Schmucker für wenig wahrscheinlich: "Ich glaube kaum, dass die Nordkoreaner ihr teures Gerät selbst versenken würden." Die von Nordkorea veröffentlichte Flugbahn sei wahrscheinlich nur ein Ablenkungsmanöver gewesen - um fremden Mächten nicht zu verraten, wo sie mögliche Trümmerteile auflesen könnten.

Die Rakete hätte sich demnach durchaus auf der geplanten Flugbahn befunden. Zwar wäre der Flugkörper dann in den Luftraum des Erzfeindes Südkorea eingedrungen, das für diesen Fall mit einem Abschuss der Rakete gedroht hatte. "Das war aber von vornherein eine leere Drohung, die innenpolitisch motiviert war", meint Schmucker. "Die Rakete hätte bei Eindringen in Südkoreas Luftraum bereits eine so große Höhe erreicht, dass ein Abschuss unmöglich gewesen wäre."

Nach Berechnungen des UCS-Experten Wright befand sich die Unha-3 zum Zeitpunkt ihres Versagens bereits auf einer Höhe von etwa 40 Kilometern und hatte eine Geschwindigkeit von 5400 Kilometer in der Stunde. Für Abwehrraketen wäre sie damit unerreichbar gewesen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Seoul gar, die Rakete sei in einer Höhe von 151 Kilometern explodiert.

Dass ein Überflug Südkoreas geplant war, passt auch zu den Berechnungen von Satelliten-Experten, die vor dem Start Zweifel am Sinn der offiziellen Flugbahn geäußert hatten. Die Rakete sollte angeblich einen Satelliten in eine sonnensynchrone Umlaufbahn bringen - so dass dieser immer zur selben Tageszeit sein Zielgebiet überfliegt. Das aber, so die Kritiker, sei mit dem offiziellen Kurs kaum möglich. Als sinnvollere Variante galt eine Flugbahn, die weiter östlich lag - so wie die jetzige Absturzstelle.

"Die Nordkoreaner verstehen nicht, was schiefgelaufen ist"

Zwar ist Nordkorea trotz aller Pannen mit Langstreckenraketen nach wie vor eine erhebliche Bedrohung für Südkorea - doch im Westen, insbesondere in den USA, wird regelmäßig die Gefahr durch nordkoreanische Langstrecken-Atomraketen beschworen, die Hawaii oder sogar die US-Westküste erreichen könnten. Der erneute Fehlschlag - der dritte nach 2006 und 2009 - zeigt nach Meinung von Fachleuten, dass diese Gefahr teils grotesk übertrieben wird.

"Würden die Nordkoreaner Fortschritte machen, würden sie nach jeder Panne Probleme lösen und ihre Technologie verbessern", sagte Brian Weeden, Ex-Offizier des Weltraumkommandos der US-Luftwaffe, der News-Website "Wired". Doch stattdessen komme es zu Fehlern immer neuer Art. Das deute darauf hin, dass die Nordkoreaner möglicherweise gar Rückschritte machen, "weil sie Veränderungen vornehmen, ohne wirklich zu verstehen, was jeweils schiefgelaufen ist".

Schmucker glaubt nicht, dass die Nordkoreaner unter diesen Umständen jemals eine nukleare Langstreckenrakete bauen werden, wie im Westen und insbesondere in den USA regelmäßig prophezeit wird. "Ein Test alle drei Jahre ist viel zu wenig", sagt der Raumfahrttechnik-Professor der TU München, der in den neunziger Jahren zu den Uno-Inspektionsteams im Irak gehörte. Ein erster erfolgreicher Versuch sei ein absolutes Muss. Anschließend müsste Pjöngjang eine Reihe weiterer Raketen bauen und testen, und erst danach wäre die Serienproduktion möglich.

Dutzende Testschüsse bis zur funktionierenden Waffe

Im Zweiten Weltkrieg etwa hätten die deutschen Ingenieure um Wernher von Braun rund 400 Testschüsse gebraucht, bis das Aggregat 4 - das später als V2 in die Geschichte einging - einsatzbereit war. Die nordkoreanischen Techniker müssten nach Schmuckers Ansicht mindestens 30 bis 50 Langstreckenraketen fliegen lassen, bevor sie über eine funktionierende Waffe verfügen.

Das aber erscheint angesichts der technischen Fähigkeiten Nordkoreas und des erheblichen politischen Drucks bei jedem einzelnen Test kaum wahrscheinlich. "Auf ihrem jetzigen Weg", sagte der renommierte US-Rüstungsexperte Jeffrey Lewis vom Monterrey Institute, "werden die Nordkoreaner nie in der Lage sein, uns zu treffen."

Schmucker betont, dass Nordkorea kaum über eigene Erfahrung im Bau von Raketen verfügt - die bisherigen Modelle seien vor allem aus Russland importiert und wesentlich kleiner als die Langstreckenraketen der Taepodong- und Unha-Typen: "Was die Nordkoreaner tun, ist ungefähr so, als hätte jemand jahrelang Kleinwagen gekauft und wollte jetzt selbst ein Luxusauto bauen." Eine Langstreckenrakete sei eine hochkomplizierte Maschine; jedes einzelne ihrer vielen tausend Teile müsse absolut zuverlässig funktionieren.

Bei einer Waffe ist das noch wesentlich wichtiger als in der Raumfahrt. Misslingt ein Satellitenstart, beschränkt sich der Schaden meist aufs Image und den Etat. "Wenn ich aber eine bewaffnete Langstreckenrakete einsetze, muss ich mit einer Reaktion der Gegenseite rechnen", sagt Schmucker. "Wenn deren Raketen funktionieren, meine aber nicht, habe ich ein gewaltiges Problem."

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insgesamt 42 Beiträge
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1. Vorschlag an Nordkorea
a.b. surd 13.04.2012
Zitat von sysopDPA/ KCNADie Blamage könnte kaum größer sein: Zum dritten Mal in Folge hat eine nordkoreanische Langstreckenrakete beim Test versagt. Experten haben inzwischen nur noch Spott für Pjöngjang übrig: Die Gefahr, dass diese Waffen amerikanische Städte ausradieren könnten, sei grotesk übertrieben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,827300,00.html
Ich weiß, die Angelegenheit ist ernst. Dennoch erlaube ich mir hier, folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Da Personenkult angesagt ist, sollten die Nordkoreaner die Rakete nach ihrem Staatsoberhaupt benennen. Das passt auch gut zusammen, weil aufgrund der körperlichen Konstitution des "obersten Führers" bei selbigem ähnlich schlechte Flugeigenschaften zu vermuten sind.
2. Die zeitlichen Lücken zwischen den Test's sind verständlich.
Wolfgang J. 13.04.2012
Es dauert ja Jahre die Fachleute und Arbeiter, die man nach einem Fehlstart wahrscheinlich sofort erschossen hat, durch neue zu ersetzen..
3. ...
HB8 13.04.2012
Zitat von sysopDPA/ KCNADie Blamage könnte kaum größer sein: Zum dritten Mal in Folge hat eine nordkoreanische Langstreckenrakete beim Test versagt. Experten haben inzwischen nur noch Spott für Pjöngjang übrig: Die Gefahr, dass diese Waffen amerikanische Städte ausradieren könnten, sei grotesk übertrieben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,827300,00.html
Diese Panne ist nicht unbedingt verwunderlich. Ich war ein paar mal in Südkorea. Die Südkoreaner sehen die Sache wesentlich entspannter. Es grenzt schon fast an Mitleid was sie für die Nordkoreaner bezüglich deren technologischen und militärischen Mitteln und Fähigkeiten übrig haben. Die Darstellung, wie üblicherweise bei uns in der Presse, dass Nordkorea die Welt bedrohen könne, ist für Südkoreaner albern.
4.
smisarsoolo 13.04.2012
Nordkoreaner verstehen nichtmal was ein Anrufbeantworter ist! Bei einem NK-Besuch wollte ich vom Hotel in Pjöngjang einen Freund in Germany anrufen. Dazu muss man das Telefonat in der Lobby anmelden, und auch von dort telefonieren, günstige EUR2/Minute. Die Dame sieht auf ihrem Bildschirm scheinbar, wann die Gegenseite abhebt, und erwartet dann dass man unmittelbar spricht... ...in meinem Fall ging aber der Anrufbeantworter dran, ich sprach also (erstmal) nicht. Hektisch gab sie mir Zeichen ich möge auflegen, da Kosten entstehen, aber sie verstand nicht warum, und befürchtete wohl dass ich nicht zahlen wollen würde... Was auch immer der Grund war: Vor einem Land in dem 500 Soldaten die Autobahn mit einem Besen fegen(!), weil "der grosse Führer vorbeikommen könnte", kann man wohl nicht ernsthaft Angst haben, dass sie es hinbekommen eine funktionsfähige Atombombe zu bauen? Die armen "Forscher" dort können nichtmal ins Internet. Kaum wären sie online, würden sie vermutlich eher Hilferufe in die Welt absetzen anstatt zielorientiert und wissenschaftlich zu forschen. Als Südkorea muss man wohl (leider) Angst vor den Kurzstreckenraketen haben, die auf Seoul gerichtet sind. Aber darüber hinaus werden die NKner keinen Schaden anrichten, sondern irgendwann (je früher desto besser) mit einem grandiosen Pffffffff die Bühne der Weltgeschichte verlassen, wie die UdsSR. Den Zeitpunkt des Untergangs kann China steuern, nur haben die keine Lust auf eine Wiedervereinigung unter US-Vorzeichen. Wäre toll, wenn China und die USA sich zu einer Lösung zusammenraufen könnten.
5. So ein dusseliges Gewäsch...
Masterchalk 13.04.2012
Zitat von Wolfgang J.Es dauert ja Jahre die Fachleute und Arbeiter, die man nach einem Fehlstart wahrscheinlich sofort erschossen hat, durch neue zu ersetzen..
Jetzt bin ich nun nicht wirklich ein Freund der Nord-Koreanischen "wie- auch-immer Steinzeit-Leute" aber das ist ja nun fast schon lächerlicher als der Fehlstart selbst. Da hilft ja nicht einmal der "Ironie"- Knopf, den Sie wohl zu drücken vergessen hatten. Wo haben Sie denn diesen Kopfmüll her, wer hat Ihnen denn das eingetrichtert ??
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Flugbahn: Absturzstelle deutlich weiter östlich Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Flugbahn: Absturzstelle deutlich weiter östlich


Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm
Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen. Mit Hilfe von weitreichenden Langstreckenraketen ist das kommunistische Land unter dem "lieben Führer" Kim Jong Il offenbar fähig, zumindest seine Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen zu erreichen. Das Land behauptet, genug Plutonium für sechs Atombomben zu besitzen.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) . Die Uno-Inspektoren mussten das Land verlassen, alle Überwachungskameras wurden abmontiert.

Anfänge
Das Atomprogramm Nordkoreas hat seinen Anfang in den sechziger Jahren, als der "große Bruder" Sowjetunion dem kommunistischen Nordkorea ein Atomforschungszentrum mit dem Forschungsreaktor Yongbyon baute, der 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auf Druck der UdSSR verpflichtete sich Nordkorea 1985 als Mitunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags , die Kernkraft ausschließlich zivil zu nutzen. 1992 schloss es mit Südkorea ein Abkommen, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten.

Doch schon Ende der achtziger Jahre, so sind sich westliche Geheimdienste heute sicher, kam es zu geheimen Deals zwischen Pakistan und Pjöngjang. Der pakistanische Ingenieur Abdul Qadir Khan lieferte demnach wesentliche Bestandteile für den Atombombenbau, während Pjöngjang Pakistan Prototypen ihrer Mittelstreckenraketen stellte, die mit atomaren Sprengköpfen bestückbar sind. Seit dieser Zeit verfügt Nordkorea über Nukleartechnologie.

Genfer Rahmenabkommen 1994
Nach zähen Verhandlungen schloss der damalige US-Präsident Bill Clinton 1994 mit Pjöngjang das Genfer Rahmenabkommen , das den Atomkonflikt regulieren und die Gefahr einer nordkoreanischen Atombombe verhindern sollte. Darin garantierte Nordkorea die Stilllegung seines grafitmoderierten Reaktors in Yongbyon , aus dem wohl damals schon nuklearwaffenfähiges Material abgezweigt worden war. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung von Erdöl und zum Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, womit die Energieversorgung des verarmten Nordkoreas sichergestellt werden sollte. Allerdings regelte die Vereinbarung nur die Plutoniumproduktion , jedoch nicht die Möglichkeit, aus hochangereichertem Uran Kernwaffen herzustellen.
Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003
2003 begannen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms . An den Gesprächsrunden aus sechs Nationen waren neben Nordkorea China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. Als Gegenleistung für die nukleare Abrüstung wurde dem vollkommen verarmten Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfe angeboten. Die Gespräche blieben jedoch zunächst ohne Ergebnis.

Im Februar 2005 gab Kim Jong Il offiziell den Besitz von Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" bekannt.
Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter.

2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.

Atombomben- und Raketentests
1998 löste das nordkoreanische Regime mit dem Test einer ballistischen Rakete vom Typ Taepodong-1 weltweit Empörung aus. Im Oktober 2006 schockierte Nordkorea die Weltöffentlichkeit mit unterirdischen Atomwaffentests. Daraufhin beschloss der Uno-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1718 , in der der Atomtest verurteilt und Handels- und Finanzsanktionen gegen Nordkorea verhängt wurden.

Im April 2009 startete Pjöngjang eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern. Angeblich wurde auch ein Kommunikationssatellit ins All gebracht. Als der Weltsicherheitsrat den Raketenstart verurteilte, brach Pjöngjang die Sechs-Parteien-Gespräche erneut ab und kündigte die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomzentrums Yongbyon an. Am 25. Mai kam es zum zweiten unterirdischen Atombombentest. Die Sprengkraft der getesteten Atombombe wird seismologischen Messungen zufolge auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt, das entspricht der Vernichtungskraft der Bombe, die 1945 Hiroshima zerstörte. Nur einen Tag später startete das Regime zwei Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 130 Kilometern.

Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)