Nordseeplattform: "Elgin"-Gasleck ist gestopft

Nach mehr als 50 Tagen will der französische Energiekonzern Total das Gasleck an seiner Nordseeplattform "Elgin" abgedichtet haben. Von einem zusätzlichen Bohrturm aus pumpten Spezialisten Schlamm in die Gasquelle - offenbar mit Erfolg.

"Elgin"-Plattform mit Schiff (im April 2012): "Einen großen Schritt gemacht" Zur Großansicht
AFP PHOTO / TOTAL

"Elgin"-Plattform mit Schiff (im April 2012): "Einen großen Schritt gemacht"

Paris - Das Leck an der Gasplattform "Elgin" in der Nordsee ist nach mehr als 50 Tagen unter Kontrolle. Die undichte Stelle habe erfolgreich mit Schlamm abgedichtet werden können, teilte der französische Energiekonzern Total mit. Es trete kein Gas mehr aus.

Am 25. März hatte Total 238 Arbeiter von der Plattform - etwa 250 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen gelegen - in Sicherheit bringen lassen. Nach dem Gasaustritt herrschte akute Explosionsgefahr. Zunächst strömten nach Angaben des Betreibers täglich 200.000 Kubikmeter Gas aus dem Leck 25 Meter über dem Wasserspiegel ins Freie, später habe sich die Menge auf etwa ein Drittel verringert.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten Forscher bei einem Testflug kaum noch austretendes Gas messen können. Wissenschaftler der Fachhochschule Düsseldorf hatten sich zusammen mit Fachleuten des Unternehmens TIB Infrared Solutions die havarierte Plattform aus der Luft angesehen. Ein Forschungsflugzeug umrundete "Elgin" dazu in Spiralflügen von niedriger Höhe (75 Meter) bis in höhere Luftschichten (1000 Meter). Dabei zeigte sich, dass bereits vor dem Stopfen des Lochs nur noch relativ geringe Mengen an Methan emittiert wurden. Auf der vom Wind abgewandten Seite der Plattform waren dabei zumeist nur Gaskonzentrationen gefunden worden, die geringfügig über der natürlichen Hintergrundkonzentration lagen.

Um das Leck zu schließen, hatte Total am Dienstag begonnen, von einem schwimmenden Bohrturm aus Schlamm in das Bohrloch zu pumpen. Ziel war es, den Druck auf den Gasstrom von oben so zu erhöhen, dass ein Gleichgewicht entsteht und kein Gas mehr austritt. "Wir haben heute einen großen Schritt gemacht", kommentierte der zuständige Total-Manager Yves-Louis Darricarrère nach der zwölfstündigen Pumpaktion. Nun gelte es, die Abdichtung zu Ende zu führen und aus dem Vorfall zu lernen.

Nach ersten Schätzungen der Unternehmensführung könnte das "Elgin"-Desaster Total mit bis zu 300 Millionen Euro belasten. Bereits vor Wochen hatte die Firma damit begonnen, Entlastungsbohrungen als zweite Option voranzutreiben. Für den Fall, dass der "Kill" von oben nicht zum Stopp des Gasstromes geführt hätte, sollte die Gasquelle an ihrer Wurzel umgeleitet werden.

Nach Angaben von Umweltschützern könnte der Unfall negative Auswirkungen auf das Klima haben. Das ausgeströmte Methan ist 20 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt in der Nordsee sind nach Angaben der schottischen Umweltbehörden derzeit nicht zu befürchten.

chs/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Und für mehr als 50 Tage
laolu 16.05.2012
Zitat von sysopNach mehr als 50 Tagen will der französische Energiekonzern Total das Gasleck an seiner Nordseeplattform "Elgin" abgedichtet haben. Von einem zusätzlichen Bohrturm aus pumpten Spezialisten Schlamm in die Gasquelle gepumpt - offenbar mit Erfolg. Nordseeplattform "Elgin": Ölkonzern Total verschließt Gasleck - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,833543,00.html)
hat man nichts von der Elgin gehört. Müssen gute Kontakte zur Presse haben, die von Total...
2. Klima schädigen???
spiritof81 16.05.2012
Angeblich seien pro Tag 200.000 Kubikmeter Erdgas ausgeströmt. Sollte diese Rate über die 50 Tage stabil geblieben sein (was ich nicht glaube), sind also nach Adam Riese 10 Mio. Kubikmeter Erdgas ausgeströmt, dass zudem nicht zu 100 Prozent aus Methan bestand (Es soll ja noch Schwefelsauerstoff dabei gewesen sein). Daraus eine "Klimawirksamkeit" abzuleiten, ist einfach nur ein Witz. Zudem ist es nicht korrekt, das Methan 20 Mal klimawirksamer ist als CO2. Diese Angabe trifft nur auf einen Zeitraum von 14 Jahren zu. Danach ist da Methan zu CO2 und Wasser oxidiert.
3.
Flari 16.05.2012
Zitat von sysopNach Angaben von Umweltschützern könnte der Unfall negative Auswirkungen auf das Klima haben.
Rechnerisch sind damit für 2012 vorab um 0,0008% mehr Methan in die Atmosphäre gelangt. Ich hoffe, dass damit der Klimaumschwung nicht zu heftig ausfällt. Selbstverständlich höhlt jeder Tropfen den Stein und auch dieses Leck war sehr unschön. Dennoch sollte man alles im Verhältnis sehen.
4.
spiritof81 16.05.2012
Zitat von laoluhat man nichts von der Elgin gehört. Müssen gute Kontakte zur Presse haben, die von Total...
Nachdem man aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat ("Umweltkatastrophe"), ist die Berichterstattung auf ein angemessenes Maß gesunken, nämlich gegen Null!
5.
Arno Nühm 16.05.2012
Zitat von laoluhat man nichts von der Elgin gehört. Müssen gute Kontakte zur Presse haben, die von Total...
Habe mich um Ostern herum auch gewundert wie schnell und vollständig das Thema aus der Presse verschwunden ist...
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