Norwegische Küste Rohstoffjäger finden riesiges Ölfeld in der Nordsee

Es ist der größte Ölfund in der Nordsee seit fast 30 Jahren: Vor der norwegischen Küste hat der Konzern Statoil nach eigenen Angaben ein Ölfeld mit fast 200 Milliarden Litern entdeckt. Es ist 40 Milliarden Dollar wert.

Statoil-Bohrung in der Nordsee: Überraschender Fund
Harald Pettersen / Statoil

Statoil-Bohrung in der Nordsee: Überraschender Fund


Oslo - Der norwegische Energiekonzern Statoil hat nach eigenen Angaben in der Nordsee vermutlich einen der größten Ölfunde der vergangenen Jahrzehnte in dem Land gemacht. Die Gesamtmenge des Vorkommens werde auf 500 Millionen bis 1,2 Milliarden Barrel geschätzt, teilte das staatlich kontrollierte Unternehmen am Dienstag in Oslo mit.

Ein Barrel entspricht 159 Liter - also liegen gut 190 Milliarden Liter Öl in dem Feld in der norwegischen Nordsee. Es könnte demzufolge zu den 130 größten Ölfeldern überhaupt gehören; weltweit gibt es mehr als 40.000 Ölfelder. In der Nordsee könnte es sich um die neuntgrößte Ölquelle handeln.

Die Entdeckung könnte der Nordsee-Ölindustrie einen neuen Schub geben: Der Analyst Trond Frode Omdal von der norwegischen Firma Securities ASA sprach von einer überraschenden Entdeckung. Die meisten Firmen hätten eigentlich wohl jede Hoffnung auf einen großen Fund in der Nordsee aufgegeben gehabt, sagte Omdal. Der Wert der Neuentdeckung könne bei bis zu 40 Milliarden Dollar liegen.

Auch Statoil hatte nicht mit solch einem Riesenölfeld gerechnet: Untersuchungen hätten zufällig ergeben, das ein in der vergangenen Woche angekündigter Fund im "Aldous-Prospekt" mit dem angrenzenden "Avaldsnes"-Feld verbunden sei, berichtet Statoil. Statoil ist mit 40 Prozent an beiden Ölfeldern beteiligt. "Einen vergleichbaren Ölfund hat Norwegen seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr gesehen", sagte der Entwicklungschef der Firma, Tim Dodson. Nach den bisherigen Schätzungen handele es sich wahrscheinlich um eines der zehn größten Vorkommen, die bislang auf dem norwegischen Kontinentalsockel gemacht worden.

Dem Analysten Omdal zufolge verfügt Norwegen derzeit über Ölreserven von 6,7 Milliarden Barrel. Diese Menge weise die offizielle BP-Ölstatistik aus. Der neue Fund sei also "signifikant", sagt Omdal. Das entdeckte Ölfeld würde Statoil zufolge die Ölreserven Norwegens um etwa ein Sechstel vergrößern. Norwegen gehört zu den größten Ölfördernationen - und deshalb zu den wohlhabendsten Ländern der Welt.

boj/dpa/dapd



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insgesamt 160 Beiträge
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Det70, 16.08.2011
1. Oh Wunder...
Eben findet Shell noch ein Leck und nun Norwegen ein Ölfeld. Schnell noch zur Tanke, teuren Sprit kaufen. Peak Oil verschiebt sich um 3 Tage nach hinten...
loncaros 16.08.2011
2. t
und wie viel länger können wir jetzt davon Auto fahren?
fc-herrenturnverein 16.08.2011
3. Super!
Zitat von sysopEs ist der*größte Ölfund in der Nordsee seit fast 30 Jahren: Vor der norwegischen Küste*hat der Konzern Statoil nach eigenen Angaben ein Ölfeld mit fast 200 Milliarden Litern*entdeckt. Es ist 40 Milliarden Dollar wert. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,780539,00.html
Hurra. Von wegen Peak Oil. Nur anstrengen muss man sich halt. Lasst mich durch. Ich muss sofort zu Mercedes und noch einen AMG E 63 T bestellen!!! Und die Corvette Z06 wird auch wieder angemeldet!!! Und den Prius von meinem Bessermenschen-Nachbar zünd ich anschließend mit 100 Lter Super+ an! Das wird ein Fest.
mmorgue 16.08.2011
4. mal rechnen
bei einem Weltverbrauch von etwa 80 Millionen Barrel am Tag sind das also 6-15 Tage Sprit fuer die Welt. Das ist doch schon mal was, oder?
br0iler 16.08.2011
5. Deswegen MUSS ab morgen der Benzinpreis steigen
weil es egal ist und die Ölmultis immer einen Grund finden. Der Ölpreis ist ja die letzten Wochen gut in den Keller gegangen, der Dollar wurde auch nicht gerade stabiler. Der Spritpreis hat sich nicht großartig verändert. Aber wahrscheinlich ist der verregnete Sommer schuld, die Tanklaster haben dadurch erheblich höhere Transportkosten. Oder bei Ostwind war schon immer der Sprit teurer. Erhöhte Sonnenaktivität ist natürlich auch für höhere Spritpreise verantwortlich. Wo würden sonst die Gewinne bleiben, wenn man das Zeug zum selben Preis wie letztes Jahr verkaufen würde.
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