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Organische Leuchtdioden Der farbenfrohe Schein der Moleküle

Optische Technologien: Der Schein der Moleküle
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2. Teil: Mit der OLED-Technologie lässt sich Geld verdienen

Doch mit der Technologie lässt sich bereits Geld verdienen - zumindest in Dresden. Das Unternehmen Novaled, 2001 als Spin-off der TU Dresden und des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) gegründet und seit 2003 aktiv am Markt, hat sich innerhalb weniger Jahre zum Weltmarktführer bei der Entwicklung von Strukturen und Material für OLEDs gemausert. Für 2010/11 peilt das Unternehmen einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro an. Die Mitarbeiterzahl liegt derzeit bei 110.

Dreh und Angelpunkt dieses Erfolges sind die Leuchtstoffe, die in Dresden entwickelt wurden. Denn im Unterschied zu den ersten, noch simplen Modellen sind die aktuellen OLEDs weitaus komplizierter aufgebaut: Zwischen Anode und Kathode liegen heute meh rere sogenannte Leitungsschichten und eine mit Farbstoffen versetzte Emitterschicht - manchmal sind es bis zu zehn verschiedene, nur Nanometer dünne Halbleiterschichten.

Doch die Marktreife lässt noch auf sich warten

In die Emitterschicht werden die den Lichtfarben entsprechenden Farbstoffe eingebettet: Sie bestehen aus Kohlenstoff-Ringstrukturen, in die ein metallisches "Zentralatom" eingeschleust wurde. Die Farbe des Leuchtstoffs wird durch das zentrale Element - etwa Iridium, Germanium oder Platin - bestimmt. Anders als bei anorganischen LEDs wird weißes Licht durch Mischen der Grundfarben erzeugt - eine weiß strahlende OLED enthält einen roten, blauen und grünen Emitter.

Die Idee mit dem Metallatom ist Novaleds größter Schatz. Das Unternehmen besitzt Hunderte von Patenten auf innovative Materialien. An Erfindungsreichtum mangelt es nicht, aber es besteht auch noch erheblicher Forschungsbedarf - zum Beispiel bei der Feinstruktur der Emitterschichten und bei den verwendeten Blautönen. Blau ist die Achillesferse der weißen OLED - dieser Farbstoff ist am kurzlebigsten. Und außerhalb Dresdens steht schon die Konkurrenz in den Startlöchern: Anfang 2009 hat Philips mit der maßgeschneiderten Designer-OLED "Lumi blade" erstmals den Markteintritt angekündigt.

Doch bislang stehen die Panels lediglich für Entwickler und Designer zur Verfügung, die faszinierende Ausstellungsstücke damit entwickeln. Anfang 2010 zog Siemens-Osram mit dem Flächenstrahler "Orbeos" nach - die wabenförmige, extrem dünne Lichtkachel mit 79 Millimeter Durchmesser ist nur in begrenzten Stückzahlen lieferbar und kostet pro Exemplar satte 251 Euro. Novaled-Chef Gildas Sorin sieht darin keinen Grund zur Sorge: "Es ist gut, wenn so etwas auf den Markt kommt - um zu zeigen, dass es geht. Aber ehrlich gesagt sind das präindustrielle Produkte." Dass die Marktreife noch auf sich warten lässt, sieht Forscher Reinecke vor allem als Problem der Wirtschaft an. Die Technik sei da, die Großproduktion aber bisher noch schlicht zu teuer. "Das kann noch fünf Jahre dauern", glaubt der Forscher.

Wenn es losgeht, ist er jedenfalls schon am richtigen Ort.

© Technology Review, Heise Zeitschriften Verlag, Hannover

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insgesamt 3 Beiträge
deoog 19.06.2010
"...hat sich innerhalb weniger Jahre zum Weltmarktführer bei der Entwicklung von Strukturen und Material für OLEDs gemausert. ..." aha, während in Fernost Oled Aktiv Matrixen schon in Billig-Geräte eingebaut werden [...]
"...hat sich innerhalb weniger Jahre zum Weltmarktführer bei der Entwicklung von Strukturen und Material für OLEDs gemausert. ..." aha, während in Fernost Oled Aktiv Matrixen schon in Billig-Geräte eingebaut werden ist man hier Weltmarktführer mit nicht mal einem einzigen Produkt von Oled Passiv Segmenten im Massenmarkt. Ich fürchte, dass auch diese Technologie an diesem Land aufgrund langsamer, überbürokratisierter Strukturen, ängstlichen Investoren und eingebildeter Weltmarktführer wieder einmal vorbei geht. Wie wir das schon zu oft gesehen haben. Und doch hoffe ich, dass ich nicht recht habe. Viel Glück dabei...
JaguarCat 19.06.2010
... vor allem als Display: Gleichmäßige, satte Farben, hohe Auflösung. Bestes Gerät mit einem High-End-OLED-Display ist derzeit das "Samsung Wave". Für Beleuchtungszwecke sind vor allem grüne OLED interessant. rot und [...]
... vor allem als Display: Gleichmäßige, satte Farben, hohe Auflösung. Bestes Gerät mit einem High-End-OLED-Display ist derzeit das "Samsung Wave". Für Beleuchtungszwecke sind vor allem grüne OLED interessant. rot und blau können hingegen die klassischen LEDs sehr gut. Warum hier nicht zwei Technologien in einer Lampe kombinieren? Jag
phboerker 19.06.2010
"OLEDs sind toll, weil sie so billig herzustellen sind. Nur sind sie etwas dunkel, also machen wir sie heller. Jetzt, wo sie hell sind, sind sie leider nur sehr teuer herstellbar. Und dann wäre da noch das Problem, dass sie [...]
"OLEDs sind toll, weil sie so billig herzustellen sind. Nur sind sie etwas dunkel, also machen wir sie heller. Jetzt, wo sie hell sind, sind sie leider nur sehr teuer herstellbar. Und dann wäre da noch das Problem, dass sie so schnell altern..." Welche Vorteile haben OLEDs jetzt nochmal? Bei den TVs könnte ich mir gut vorstellen, dass sich mal wieder die theoretisch schlechtere Technik langfristig durchsetzt. LED-LCDs haben gute Kontrastverhältnisse, die Winkelabhängigkeit ist längst ein Problem der Vergangenheit und durch die LED-Hintergrundbeleuchtung ist auch die Energieeffizienz längst nicht mehr soviel schlechter als bei den OLEDs. Nur altern tut in LED-LCDs so gut wie nichts, die Farben sehen nach zehn Jahren noch aus wie am ersten Tag, während aus gutem Grund AMOLED-Displays bisher nur in Handys, also in einer Technik, die für einen Gebrauch von zwei Jahren vorgesehen ist, zum Praxiseinsatz kommen...
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