P-40 Kittyhawk Abgestürzter Weltkriegsflieger in Sahara entdeckt

Im Zweiten Weltkrieg verschwand ein britischer Sergeant mit seiner Curtiss P-40 "Kittyhawk" in der ägyptischen Sahara. Nun entdeckten Mitarbeiter einer Ölfirma das Flugzeug im Wüstensand. Historiker jubeln: Die Maschine ist erstaunlich gut erhalten und verrät viel über den Überlebenskampf des Piloten.


Hamburg - Jakub Perka und sein Team erkundeten einen abgelegenen Teil der Sahara für ihren Arbeitgeber, eine Ölfirma, das nächste Dorf war mehr als 300 Kilometer entfernt. Doch was die Expedition im ägyptischen Wüstensand entdeckte, gilt nun in der Luftfahrt-Szene als Sensation: einen Weltkriegsflieger der britischen Royal Air Force, vor fast 70 Jahren abgestürzt und noch immer in erstaunlich gutem Zustand.

Das Wrack ist eine Maschine des Typs Curtiss P-40 "Kittyhawk". Selbst die meisten Instrumente des Cockpits seien noch intakt, schreibt der "Telegraph". Waffen und Munition habe das ägyptische Militär inzwischen beschlagnahmt. Der Fund sei für die Luftfahrt wie die Entdeckung des Grabs von Tutanchamun für die Archäologie, wird der Militärhistoriker Andy Saunders zitiert.

Das Museum der Air Force plane nun, die Maschine so schnell wie möglich zu bergen, berichten britischen Zeitungen übereinstimmend. Man sei in Sorge, dass Plünderer sich über die Kittyhawk hermachten.

Der Flieger stürzte den Berichten zufolge im Juni 1942 ab. Der Pilot sei vermutlich ein Mann namens Dennis Copping gewesen, dessen Einheit in Ägypten gegen "Wüstenfuchs" Erwin Rommel kämpfte. Laut "Telegraph" bekamen der 24-jährige Copping und ein weiterer Pilot den Auftrag, zwei beschädigte Kittyhawks von einer Basis zur Reparatur auf eine andere Basis zu fliegen.

Coppings Maschine kam nie an, der Soldat wurde nie wieder gesehen. Auch sein Flieger galt als verschwunden - bis jetzt. Dem "Telegraph" zufolge sind britische Militärhistoriker aufgrund von Seriennummern und Beschriftung überzeugt, dass es sich um die damals abgestürzte Kittyhawk handelt. Ein Mitarbeiter der britischen Botschaft in Kairo solle den Fundort bald besuchen und die Seriennummer bestätigen.

Indizien vom Fundort deuten sogar daraufhin, dass Copping eine Bruchlandung gelang und er nicht unmittelbar beim Absturz ums Leben kam. "Er muss den Crash überlebt haben", sagte Saunders. Ein Foto der Absturzstelle zeige Reste eines Fallschirmes, den Copping zum Schutz gegen die Sonne aufgespannt haben könnte. Zudem scheine es, als habe der Pilot versucht, sein Funkgerät in Gang zu bringen. "Wenn er beim Flugzeug gestorben wäre, hätte man Überreste gefunden", so Saunders.

Der Historiker geht davon aus, dass Copping irgendwann losmarschierte und den Tod in der Wüste fand. Laut "Telegraph" und "Daily Mail" soll auch eine Suche nach der Leiche des Sergeants gestartet werden. Ein britischer Diplomat zeigte sich jedoch skeptisch. Man rede über eine Fläche von hundert Quadratkilometern, in einem gefährlichen Gebiet, durchzogen von Schmuggelrouten. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir seine Überreste finden."

hut



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.