Optik 3-D-Drucker produziert Tarnkappe

Tarnkappen machen Objekte unsichtbar, indem sie Licht ablenken. Forscher haben jetzt mit einem 3-D-Drucker eine Tarnkappe für Mikrowellenstrahlung geschaffen.

Über Nacht produziert: Forscher Urzhumov mit der Scheibe aus dem 3-D-Drucker
Duke UC Photography

Über Nacht produziert: Forscher Urzhumov mit der Scheibe aus dem 3-D-Drucker


Unsichtbar sein ist ein Traum, den nicht nur Kinder haben. Bereits 2006 haben Wissenschaftler der Duke University die erste funktionierende Tarnkappe gebaut. Sie lenkte elektromagnetische Wellen mit sogenanntem Meta-Material um ein Objekt herum, anstatt diese zu reflektieren. Mittlerweile funktioniert die Technik auch für Licht im Bereich sichtbarer Wellenlängen.

Sieben Jahre später haben Duke-Forscher nun eine Tarnkappe mit einem 3-D-Drucker hergestellt. "Jeder, der sich ein solches Gerät für paar tausend Dollar kauft, kann buchstäblich über Nacht eine Plastik-Tarnkappe produzieren", sagte Yaroslav Urzhumov. Über ihre Entwicklung berichten die Forscher im Fachblatt "Optics Letters".

3-D-Drucker sind in den vergangenen Jahren sehr populär geworden. Zwar kosten Modelle wie der Replicator 2 von Makerbot immer noch um die 2000 Euro, die Preise für solche Geräte dürften in den kommenden Jahren aber weiter sinken. Ausgedruckt wird mittlerweile fast alles - von Gartenzwergen, geometrischen Körpern bis zu Waffen.

Urzhumov sagte, die Technologie mache die Herstellung von Tarnkappen günstig und einfach. Die von seinem Team hergestellte Tarnscheibe ist zerlöchert wie ein Schweizer Käse und hat einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern. Per Software wurde die genaue Position der Öffnungen berechnet, um den gewünschten Tarneffekt zu erreichen. Das Ausdrucken dauerte nur wenige Stunden.

In der Mitte der Scheibe positionierte Objekte sind unsichtbar, weil Mikrowellen von der Scheibe nicht reflektiert werden. Die spezielle Konstruktion lenkt die Wellen vielmehr um die Scheibe herum. Für einen Betrachter sind Scheibe und das darin befindliche Objekt deshalb nicht erkennbar.

Wie die 2006 an der Duke University hergestellte Tarnkappe funktioniert die Scheibe aus dem 3-D-Drucker nur mit Mikrowellen-Licht. Die Wissenschaftler sind aber überzeugt, dass sich das bald ändern könnte und auch sichtbares Licht um die Scheibe herumgelenkt wird.

hda

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