Pompeji Satelliten und Sensoren sollen vor Einstürzen warnen

Die Ruine von Pompeji bröckelt vor sich hin. Immer wieder stürzen Mauern ein, zugleich verzögert sich die Restaurierung. Nun soll ein Netzwerk aus Sensoren bei der Rettung helfen.

Bald unter Beobachtung: Die historische Ausgrabungsstätte Pompeji
TMN

Bald unter Beobachtung: Die historische Ausgrabungsstätte Pompeji


Mit Sensoren am Boden und einem Satelliten im All soll der weitere Verfall der süditalienischen Ausgrabungsstätte Pompeji aufgehalten werden. Der italienische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Finmeccanica teilte am Donnerstag mit, er stelle dem Kulturministerium die Technologie im Gesamtwert von 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ziel sei es, die "Risiken hydrogeologischer Instabilität" in der weitläufigen Anlage am Rand von Neapel zu erforschen, die Beständigkeit der Baustrukturen zu untersuchen und ein Frühwarnsystem einzurichten.

Die im Jahr 79 nach Christus bei einem Vulkanausbruch verschüttete römische Stadt ist stark vom Zerfall bedroht. In den vergangenen Jahren waren wiederholt Mauern in dem Unesco-Kulturerbe eingestürzt. Im vergangenen Jahr haben Restauratoren damit begonnen, die Ruinenstadt zu sichern. Für die Instandsetzung sind 105 Millionen Euro veranschlagt, 42 Millionen davon steuert die EU bei.

Finmeccanica will die Rettungsarbeiten um ein Netzwerk aus Sensoren in den Ruinen ergänzen. Diese sollen von einem Satelliten aus überwacht werden, wobei die Daten im Internet zugänglich gemacht werden sollen. Nach Angaben von Finmeccanica ist zudem geplant, die Wächter mit speziellen Funkgeräten und Apps für ihre Smartphones auszurüsten, um die Kommunikation zu verbessern und sie über drohende Einstürze zu informieren.

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Pompeji: Die bröckelnde Ruine
Die Restaurierung der Ausgrabungsstätte Pompeji ist wegen bürokratischer Hürden schon deutlich in Verzug geraten. Immer wieder ist dabei auch davon die Rede, dass die neapolitanische Mafia ihre Finger im Spiel hat und Gelder für Pompeji deshalb nicht effektiv eingesetzt werden können.

Noch im März schlugen italienische Experten Alarm - unter anderem weil kurz nach der Restaurierung die Wand eines historischen Geschäfts in Pompeji unter dem Gewicht einer weiteren eingestürzten Wand zusammengebrochen war. Pompeji ist mit jährlich 2,5 Millionen Besuchern nach dem Kolosseum und dem Forum Romanum die meistbesuchte Ausgrabungsstätte Italiens.

che/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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neinsagen 04.04.2014
1. die Presse schreibt hier schon wieder nur die hälfte
das viele Geld fliesst direkt zur Mafia, seit Jahrzehnten schon, die jahrzehntelangen Sanierungsarbeiten sind Pfusch am Bau die neuen Fördermittel der EU fliessen direkt zur Mafia, es ändert sich an der Substanz von Pompei und Herculaneum überhaupt nichts. Ich liebe Italien und Ihre Geschichte und weine um dieses Debakel, es ist wie der 2.Untergang
TheoCat 04.04.2014
2. es ist nur traurig
Ich bin erst im Dezember letzten Jahres dort gewesen. Wenn man hört, wieviel Geld schon in die Restaurierung (auch mit EU-Mitteln) gesteckt wurde und wie es ingesamt dort aussieht, ist es wirklich traurig den Verfall zu sehen. Dazu noch der ganze Müllskandal um Neapel herum. Wie kann eine Gesellschaft nur zulassen, dass die Mafia ganze Landstriche ruiniert? Die Stadt Neapel ist eine einzige Katastrophe. Mir kam in der Zeit dort nur die Frage in den Sinn: "Was ist der Unterschied zwischen den historischen Ausgrabungsstätten von Pompeji und Neapel? - In Neapel leben noch Menschen..." Ich glaube, dort werde ich keinen Urlaub mehr verbringen...
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