Project "Wildcat" Vierbeiniger Roboter sprintet über Parkplatz

Vierbeinige Roboter, die auf den Schlachtfeldern der Zukunft kämpfen sollen - das ist die Spezialität der US-Firma Boston Dynamics. Jetzt hat das Unternehmen aufsehenerregende Aufnahmen eines neuen Modells vorgestellt.

Boston Dynamics

Bei Boston Dynamics weiß man, wie PR funktioniert. Das Unternehmen arbeitet seit Jahren im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums an Robotern für die Schlachtfelder der Zukunft. Und regelmäßig produziert das einstige Spin-off des Massachusetts Institute of Technology spektakuläre Videos der eigenen Erfolge.

Beim Modell "Cheetah" zeigte das Unternehmen so voller Stolz, wie man erfolgreich den Bewegungsablauf des namensgebenden Gepards nachgeahmt hatte. Die wundersame Maschine, so hieß es, sei auf einem Laufband gar schneller gesprintet als der Jamaikaner Usain Bolt: 45,5 Kilometer in der Stunde. Nun hat Boston Dynamics wieder einmal Aufnahmen einer Neuentwicklung online gestellt. "Wildcat" heißt das vierbeinige Gerät. Und wieder kann sich die Firma über öffentliche Aufmerksamkeit freuen.

Zu sehen ist diesmal gewissermaßen ein "Cheetah" ohne Leine. Während das Modell im vergangenen Jahr noch über Leitungen von außen versorgt wurde, ist der Laufroboter nun komplett autonom unterwegs - laut Firmenangaben mit bis zu 25 Kilometern in der Stunde. Die von Boston Dynamics veröffentlichten Aufnahmen zeigen das Gerät beim Schaulaufen auf einem Parkplatz.

Das Unternehmen hatte die Weiterentwicklung im Prinzip bereits angekündigt. Dabei war auch schon klar, dass "Wildcat" langsamer laufen würde als "Cheetah". Und genau das ist nun auch der Fall. Schuld daran ist wohl das höhere Gewicht - weil die Maschine diesmal die gesamte Technik selbst tragen muss. Doch allzu viel mehr weiß man noch nicht über das gezeigte Modell. Bei früheren Robotern von Boston Dynamics, dem "BigDog" zum Beispiel, kam ein Einzylinder-Zweitaktmotor zum Einsatz. Der treibt normalerweise ein Go-Kart an. Im Film sieht es so aus, als würden solche Aggregate auch "Wildcat" zum Laufen verhelfen.

Bis die Roboter tatsächlich so schnell wie ein Gepard sind, dürfte noch einige Zeit vergehen. Wenn nötig, können die beschleunigungsstarken Tiere kurzzeitig mehr als 100 Kilometer pro Stunde erreichen - auch wenn das in der freien Wildbahn offenbar äußerst selten passiert.

chs



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