Projekt Wüstenstrom Superkraftwerk Sonne

5. Teil: Wie der Strom transportiert wird


Da man den Sonnenschein nicht wie Kohle und Uran transportieren kann, müssen Solarthermie-Kraftwerke dort gebaut werden, wo die Sonne scheint. Bislang baute man Kraftwerke nah am Verbrauchsort. In Zukunft, so meinen Experten, wird man den sauber erzeugten Strom über weite Strecken zum Verbraucher leiten. Das geht nur mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Wechselstrom-Leitungen würden zu große Verluste auf diese Distanzen bringen.

Auch diese Technik ist erprobt: Die Firma ABB verlegt seit Jahren sowohl unterseeisch als auch an Land HGÜ-Kabel. "Bei dem Norned-Projekt haben wir in 410 Metern Tiefe ein 580 Kilometer langes Kabel zwischen Norwegen und den Niederlanden gelegt", sagt Günther Stark, Leiter des Fachvertriebs für den Bereich elektrische Netze bei ABB Deutschland. Die Aktion dauerte zwei Wochen und kostete 600 Millionen Euro. Das elf Zentimeter dicke Kabel verbindet seither die Stromnetze beider Länder.

Die größten Landkabel würden laut Stark derzeit in China und Indien verlegt. In China wurde ein Wasserkaftwerk in Xiangjiaba über HGÜ mit dem 2000 Kilometer entfernten Shanghai verbunden. Der Energieübertragungsverluste auf dieser Strecke: sieben Prozent. Und einen weiteren Vorteil hat der Gleichstrom: "Ein neues HGÜ-Netz in Europa könnte zu Teilen auch unterirdisch verlegt sein", sagt Stark.

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günter1934 30.11.2009
1.
Zitat von sysopDer Energie der Zukunft kommt aus der Wüste, glauben Technologie- und Wirtschaftsexperten. Gewaltige Spiegelkraftwerke verwandeln Sonnenstrahlen in Strom, riesige Kabel bringen ihn zu uns. Die Zukunft unserer Energieversorgung?
Warum nicht? Aber wegen der technischen und vor allem politischen Probleme würde ich eher sagen - Nein. In den USA ist das ja auch schon angedacht, die hätten das wohl auch viel einfacher. Dann würde aus dem Tal des Todes das Tal der Energie... :-)
Hermes75 30.11.2009
2.
Zitat von sysopDer Energie der Zukunft kommt aus der Wüste, glauben Technologie- und Wirtschaftsexperten. Gewaltige Spiegelkraftwerke verwandeln Sonnenstrahlen in Strom, riesige Kabel bringen ihn zu uns. Die Zukunft unserer Energieversorgung?
Zumindest ein möglicher Teil davon. Ob sich das Kozept im geplanten Umfang realisieren läßt wird man sehen. Dass es prinzipiell möglich ist, wurde bereits hinreichend belegt.
alida80 30.11.2009
3.
---Zitat von günter1934--- Dann würde aus dem Tal des Todes das Tal der Energie... :-) ---Zitatende--- Eher vielleicht die Wüste von Nevada? Da wäre mit Las Vegas auch gleich ein großer Abnehmer in der Nähe :D.
günter1934 30.11.2009
4.
Zitat von alida80Eher vielleicht die Wüste von Nevada? Da wäre mit Las Vegas auch gleich ein großer Abnehmer in der Nähe :D.
Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung wo das Tal des Todes ist! Also bevor die Amis halt auch in Nevada (ist das Tal des Todes nicht doch in der Nähe von Las Vegas?) nicht damit anfangen, brauchen wir uns über die Sahara keine Gedamken zu machen. Vielleicht als kleines Zubrot für Dubai?
rkinfo 30.11.2009
5.
Zitat von sysopDer Energie der Zukunft kommt aus der Wüste, glauben Technologie- und Wirtschaftsexperten. Gewaltige Spiegelkraftwerke verwandeln Sonnenstrahlen in Strom, riesige Kabel bringen ihn zu uns. Die Zukunft unserer Energieversorgung?
Die Wüsten der Erde haben ganzjährig Sonne zu bieten ... wenn auch nicht 24h am Tag. Solarthermische Kraftwerke mit Puffer können das zumindest für einige Stunden kompensieren. Manchmal wäre auch Wasserkraft wie in West- und Ostafrika denkbar (PSWs). Die direkte Erzeugung und Weiterleitung in die EU dürfte bei ca. 15% Anteil (Sommer ggf. 20-25%, Winter 5-10%) ein Maximum haben. Wenn wir anderweit dezentrale KWK aufbauen ist auch das Redundanzproblem kostengünstig und sicher lösbar. Bleibt nur die Frage was sowas in Massenfertigung und -installation kosten wird.
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