Machbarkeitsstudie: Zechen könnten Pumpspeicherkraftwerke werden

Weil Deutschland mehr erneuerbare Energien nutzen will, muss Strom in großen Mengen zwischengespeichert werden. So genannte Pumpspeicherkraftwerke sollen helfen - im Ruhrgebiet wird jetzt untersucht, ob sich ehemalige Bergwerke zu diesem Zweck eignen.

Bergmann in Bottrop (Zeche Prosper Haniel, Mai 2011): "Brauchen mehr Speicherkapazität"Zur Großansicht
dpa

Bergmann in Bottrop (Zeche Prosper Haniel, Mai 2011): "Brauchen mehr Speicherkapazität"

Essen - Im Ruhrgebiet suchen Forscher Standorte für Pumpspeicherkraftwerke - aber nicht in der Höhe, wie das in Gebirgsregionen der Fall ist, sondern in der Tiefe. Als Wasserspeicher für die Kraftwerke könnten Stollen ehemaliger Bergwerke dienen. An der Universität Duisburg-Essen läuft dazu ab sofort eine Machbarkeitsstudie.

"Für den schnellstmöglichen Umstieg auf erneuerbare Energien brauchen wir vor allem mehr Speicherkapazität", sagte Staatssekretär Udo Paschedag vom NRW-Umweltministerium bei der Übergabe von 1,3 Millionen Euro Förderung für die Studie. Die Idee: Auf einer ehemaligen Zeche wird oberirdisch ein Teich angelegt. Bei Bedarf stürzt das Wasser in die tiefen Stollen und treibt Turbinen an. Strom aus Windkraft könnte, wenn er gerade nicht gebraucht wird, das Wasser wieder nach oben pumpen - die Energie wäre gespeichert und könnte jederzeit abgerufen werden.

Zusätzliche Wärme aus der Tiefe

Bisher liegen die Teiche von Pumpspeicherkraftwerken meist auf Hügeln, von dort führen Rohre zu den Turbinengebäuden im Tal. Dieser Landschaftsverbrauch fiele auf ehemaligen Zechen weg. Zugleich wäre eine hohe Turbinenleistung denkbar: "Wir haben mehr Fallhöhe als in den Alpen", sagte Paschedag. Außerdem könnte die Wärme genutzt werden, die das in der Tiefe aufgeheizte Wasser mit nach oben bringt. Ob all das funktionieren kann, sollen die Forscher in den nächsten 18 Monaten mit Blick auf zwei noch aktive Bergwerke, Prosper Haniel in Bottrop und Auguste Victoria in Marl, untersuchen.

Die Kohleförderung läuft 2018 aus. "Mit unserem Projekt wollen wir möglichst viele Komponenten dieser Infrastruktur dauerhaft sichern", sagte Projektkoordinator Professor André Niemann. Beteiligt sind die Universitäten Duisburg-Essen und Bochum, die Ruhrkohle AG, der Technologiedienstleister DMT und das Rhein-Ruhr-Institut Sozialforschung und Politikberatung.

Wenn Deutschland im Rahmen der Energiewende stärker auf Wind- und Solarenergie setzt, ist es klar, dass es an sehr windigen oder sonnigen Tagen zu Stromspitzen kommt. Diese lassen sich mit Speicherkraftwerken sinnvoll nutzen. Dabei werden auch internationale Lösungen diskutiert. So plant beispielsweise Norwegen, mit Hilfe seiner Wasserkraftwerke zu Europas Akku zu werden.

wbr/dpa

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insgesamt 89 Beiträge
Battlemonk 23.11.2012
klingt ja alles intelligent nur mit atomkraft hätte man solche probleme erst gar nicht
klingt ja alles intelligent nur mit atomkraft hätte man solche probleme erst gar nicht
sascha.p. 23.11.2012
kling nach einem sinnvollen Ansatz - was ich mich bloß frage ist, ob und wie das die Kohle& Co. Stollen überhaupt verkraften, wenn ständig Wasser ein& ausströmt - oder geht es hier nur um massive Stollen im Gestein?
kling nach einem sinnvollen Ansatz - was ich mich bloß frage ist, ob und wie das die Kohle& Co. Stollen überhaupt verkraften, wenn ständig Wasser ein& ausströmt - oder geht es hier nur um massive Stollen im Gestein?
sikasuu 23.11.2012
Es wird massive Probleme geben das Nutzwasser vom Grundwasser zu trennen. Salzgehalt des Tiefengesteins! . Unklar ist auch, wie sich der Berg verhält, wenn er geflutet wird. Die Idee die "Wasserhaltung in Altanlagen auf [...]
Es wird massive Probleme geben das Nutzwasser vom Grundwasser zu trennen. Salzgehalt des Tiefengesteins! . Unklar ist auch, wie sich der Berg verhält, wenn er geflutet wird. Die Idee die "Wasserhaltung in Altanlagen auf 100-200m zu beschränken wird schon sehr strittig diskutiert. Das periodische Fluten dürfte die Stabilität der Altbaue massiv beeinträchtigen. . Zw. Hamm/Kamp-Lintfort/Recklinghausen und dem Ruhrtal ist die Gegend hier so wie ein schweizer Käse. Man kann/konnte unterirdische von Hamm zum Rhein laufen:-))) . Das schliessen der letzen Zeche wird kein Ende der Kosten des Bergbaus sein. "Ewigkeitslasten" werden diese Region noch bis zum..... halt EWIG belasten. . Das ganze erscheint mir mehr ein Versuch, die weiterlaufenden Kosten für Bergbauschäden ohne Aufsehen auf andere Träger (hier den PRIVATEN Stromverbraucher) um zu schichten. . Oder glaubt jemand, das die RAG Stiftung länger als 20 Jahre aus ihren Kapital-Erträgen die Bergbaufolgeschäden abdecken kann? . Gruss von der (zukünftigen) suedwestfälischen Seenplatte Sikasuu
BitBenno 23.11.2012
!!!
!!!
besso 23.11.2012
Da gibt es mal wieder Fördergelder für irgend einen utopischen Blödsinn. Aber der Steuerzahler hat es ja...
Da gibt es mal wieder Fördergelder für irgend einen utopischen Blödsinn. Aber der Steuerzahler hat es ja...
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  • Freitag, 23.11.2012 – 18:14 Uhr
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