Rekord: Freier Fall vom Rand des Weltalls

Mit einem Sprung aus fast 37 Kilometern Höhe will der Extremsportler Felix Baumgartner eine neue Bestmarke aufstellen: Als erster Mensch ohne Fluggerät möchte der Österreicher die Schallmauer durchbrechen - und gleich drei weitere Rekorde aufstellen.

AFP

Die Vorbereitungen und das Training für den spektakulären Versuch laufen bereits. Bei seinem Versuch will Baumgartner den Angaben zufolge noch drei weitere Rekorde brechen: Den höchsten bemannten Ballonflug, den freien Fall aus höchster Höhe und den mit rund fünf Minuten und 30 Sekunden längsten freien Fall.

Der Ballon soll in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico starten, dort will Baumgartner nach seinem Fall auch per Fallschirm wieder landen. Der vierfache Rekordversuch soll noch in diesem Jahr starten. Ein Datum wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Gesponsort wird das waghalsige Unterfangen durch einen bekannten Getränkehersteller. Ein Sprecher des Unternehmens erklärt, mit seinem neuen Experiment wolle Baumgartner "der Welt Informationen geben, die dabei helfen sollen, Menschen sicher in feindliche Sphären zu bringen".

Als Beispiel für mögliche Erkenntnisse nannte Baumgartner selbst die Entwicklung "neuer Weltall-Schutzanzüge" oder spezielle Fallschirme, die für Geschwindigkeiten von über 1120 Stundenkilometern geeignet seien.

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Felix Baumgartner: Schallmauer im freien Fall durchbrechen
Während seines Sprungs dürfte Baumgartner bei einer Geschwindigkeit von etwa 1110 Stundenkilometern die Schallmauer durchbrechen. In den oberen Sphären wird der Extremsportler wegen der dünnen Luft wenig Widerstand haben. Je näher er dann der Erdoberfläche kommen werde, desto dichter wird die Luft, die den 41-Jährigen abbremst.

Unterstützt wird Baumgartner von einem Team von Wissenschaftlern, die sonst in der Raumfahrt-Forschung arbeiten, auch einige Mediziner sind dabei. Der medizinische Leiter des Projekts, Jonathan Clark, erklärte, bei dem Experiment sollten die Auswirkungen der Überschallgeschwindigkeit auf den menschlichen Körper erforscht werden.

Erste Bodentests in einer Druckkammer hat Baumgartner bereits absolviert. Dabei werden die Bedingungen in über 36.000 Metern Höhe simuliert und die Funktionalität des Druckanzuges überprüft. Mit einer Serie von Übungen trainierte Baumgartner außerdem wichtige Abläufe des Flugs wie die Handhabung des Ballons.

Wie es sich anfühlt, aus Tausenden Metern Höhe auf die Erde zu fallen? Das weiß Joseph Kittinger, Baumgartner nennt ihn nur Joe. Der frühere US-Luftwaffenoberst hält noch den Rekord im freien Fall, 1960 war er aus 31.333 Metern Höhe aus einem Ballon gesprungen. Kittinger ist "Sonderberater" Baumgartners und wird dem Österreicher als Mentor zur Seite stehen.

Schon als kleiner Junge sprang Baumgartner von Bäumen, später von Felsen und von Wolkenkratzern, er absolvierte zahlreiche spektakuläre Stürze im freien Fall. Unter anderem stürzte er sich vom mehr als 500 Meter hohen "Taipeh 101"-Turm in die Tiefe, später von der Christusstatue auf dem Corcovado in Brasilien. 2003 überquerte er den Ärmelkanal im Gleitflug mit Flügeln aus Karbonfasern.

nik/dpa

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