Prototyp: Roboter soll in Fukushima aufräumen
Einige Bereiche in der AKW-Ruine von Fukushima können Menschen nicht betreten - die Strahlung ist zu hoch. Ein japanischer Konzern stellt jetzt einen Roboter vor, der beim Aufräumen helfen könnte. Doch bis dahin ist noch etwas Entwicklungsarbeit nötig.
Wo er hingeht, herrscht Lebensgefahr: Ein vierbeiniger Roboter soll in der radioaktiv verstrahlten AKW-Ruine von Fukushima Aufklärungsmissionen übernehmen. Das noch namenlose Gerät soll in für Menschen nicht zugängliche Gebiete fahren, wie Ingenieur Goro Yanase erklärte.
Dabei soll der Roboter, entwickelt vom Technologiekonzern Toshiba, steile Treppen und Hindernisse überwinden können. Das 65 Kilo schwere und einen Meter hohe Gerät ähnelt entfernt einem kopflosen Hund und wird per Joystick ferngesteuert. Ausgestattet ist es mit einer Kamera, einem Arm und einem Geigerzähler.
Das Gerät, das bisher nur als Prototyp existiert, könne künftig auch mit Arbeitsarmen ausgerüstet werden, um Reparaturen oder Abrissarbeiten auszuführen, sagte Yanase. Bis zu einem möglichen Einsatz in Fukushima seien noch weitere Entwicklungsarbeiten notwendig. Teile des Unglücks-Kraftwerks sind für Menschen nicht zugänglich, weil die Strahlung dort tödlich ist.
Erst Anfang November erklärte ein Arbeiter, dass der japanische Energiekonzern Tepco kurz nach der Atomkatastrophe in Fukushima im März 2011 ein Spezialteam ohne ausreichende Schutzmaßnahmen in stark radioaktiv verseuchtem Wasser hatte arbeiten lassen. Das Unternehmen habe der sechsköpfigen Gruppe die tatsächliche Gefahr verschwiegen und keine adäquate Ausrüstung bereitgestellt, sagte der Mann der Nachrichtenagentur Associated Press.
Er hat in Tokio eine Beschwerde gegen Tepco eingereicht. Die Behörden sollen Tepcos Verletzung der Sicherheitsbestimmungen bestätigen und Auflagen zur Verbesserung anordnen. Zudem will der Mann 500.000 Yen (6250 Euro) Schadensersatz von der Firma, die ihn beaufsichtigte. Es handelt sich um einen Tepco-Subunternehmer.
Im März 2011 kamen fast 19.000 Menschen ums Leben, als ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami Japans Nordostküste erschütterten. Die Naturkatastrophe führte außerdem zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.
nik/AFP
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- Mittwoch, 21.11.2012 – 17:55 Uhr
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Im Ausnahmezustand: Erdbeben, Tsunami, Fukushima - ein Jahr nach der Dreifach-Katastrophe berichtet SPIEGEL ONLINE in einer Serie aus der Unglücksregion.
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