Katalysator Rostocker gewinnen Wasserstoff mit neuer Technik

Sauber und universell einsetzbar: Wasserstoff gilt als einer der aussichtsreichsten Energieträger für die Zukunft. Doch noch gibt es viele Probleme, auch bei der Herstellung. Rostocker Forscher haben nun eine Technik entwickelt, die die Nutzung als Benzinersatz möglich macht.

Matthias Beller vom Leibniz-Institut für Katalyse (Archiv): "Schritt zur ungefährlichen Nutzung"
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Matthias Beller vom Leibniz-Institut für Katalyse (Archiv): "Schritt zur ungefährlichen Nutzung"


Rostock - Deutsche Forscher haben ein neues, hocheffizientes System zur Wasserstoffgewinnung unter milden Bedingungen entwickelt. Dabei werde Wasserstoff aus Methanol mit Hilfe eines chemischen Katalysators gewonnen, berichtet ein Team um Matthias Beller vom Leibniz-Institut für Katalyse im britischen Fachblatt "Nature". Dieses System, das die Rostocker gemeinsam mit italienischen Forschern entwickelt haben, sei ein großer Schritt hin zur Nutzung von Wasserstoff als Benzinersatz.

"Eine Umwandlung von Methanol in Wasserstoff bei moderaten Bedingungen weist die Möglichkeit auf, den Wasserstoff ganz direkt am Ort des Verbrauchs zu erzeugen", sagte der Chemiker. So könne die aufwendige und nicht ungefährliche Speicherung von reinem Wasserstoff umgangen werden.

Für diesen Prozess, der auch als Methanolreforming bezeichnet wird, seien bislang Temperaturen von über 200 Grad Celsius und ein Druck von über 25 bar nötig. Das Rostocker System mit einem sogenannten Ruthenium-Komplex als Katalysator liefere dagegen schon bei Normaldruck und Temperaturen zwischen 65 und 95 Grad Celsius die besten Ergebnisse, was immens viel Energie einspare.

Ein weiterer Vorteil sei, dass es bereits Methoden gebe, Bio-Methanol herzustellen. Wasserstofferzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen könnte ein Weg zur Gewinnung von "sauberer" Energie werden, betonte Beller. Denn generell habe das Methanolreforming den Nachteil, dass neben drei Molekülen des gewünschten Wasserstoffs auch ein Molekül Kohlendioxid entstehe. Werde das Kohlendioxid aber unter Verwendung von regenerativem Wasserstoff wiederum für die Herstellung von Methanol verwendet, resultiere daraus ein CO2-neutraler Prozess.

Für die Anwendung in Brennstoffzellen ist es nach Angaben Bellers darüber hinaus wichtig, dass bei dem neuen System so gut wie kein Kohlenmonoxid (CO) entsteht. Das Gas gelte als sogenanntes Brennstoffzellengift. Der CO-Anteil liege nun unter zehn ppm (parts per million, Teile pro Millionen Teile). In dieser Größenordnung treten für den Einsatz in der Brennstoffzellentechnik keinerlei Probleme auf, wie Beller sagte.

wbr/dpa



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