Infografik zu Satelliten China übertrifft Russland im Orbit

In der Umlaufbahn der Erde haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben: Nach den USA betreibt nun China die zweitmeisten Satelliten, gefolgt von Russland. Die aktuellen Zahlen zeigt unsere Infografik der Woche.


Statista, SPIEGEL ONLINE

Die Zahl der künstlichen Erdtrabanten wächst: Ende August befanden sich laut der Union of Concerned Scientists (UCS) rund 1300 registrierte Satelliten im Orbit - also etwa 80 mehr als im Vorjahr. Wie die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt, hat vor allem China sein Engagement ausgebaut und nun Russland überholt.

Die meisten Satelliten stammen aber nach wie vor aus den USA. Im Vorjahr waren es 512, laut der aktuellen Statistik 549. Damit geht der Großteil des weltweiten Zuwachses auf China und die USA zurück. Für Russland hingegen verzeichnet die UCS-Datenbank in diesem Jahr sogar vier Satelliten weniger als im Vorjahr.

Deutschland betreibt 24 Satelliten, darunter zwei gemeinsam mit den USA. Zudem ist Deutschland an einigen europäischen Projekten beteiligt. Von den 24 deutschen Satelliten dienen 10 der zivilen beziehungsweise kommerziellen Erdbeobachtung, etwa zur Erstellung klassischer Satellitenbilder.

Weitere sieben deutsche Satelliten dienen verschiedenen militärischen Zwecken. Sie werden zum Beispiel von der Bundeswehr für die Aufklärung oder Kommunikation eingesetzt. Zum Vergleich: Von den 549 US-Satelliten sind in der Liste der UCS 152 als militärisch aufgeführt.

Die meisten Satelliten bleiben nah an der Erde

In welcher Höhe Satelliten fliegen, ist stark von ihrer Verwendung abhängig. Der überwiegende Anteil der Geräte befindet sich entweder im "Low Earth Orbit" (LEO), also in einer erdnahen Umlaufbahn in rund 200 bis 2000 Kilometer Höhe, oder im "Geostationären Orbit" (GEO) von rund 36.000 Kilometer Höhe.

Dieser besonders große Abstand wird genutzt, wenn ein Satellit immer über dem gleichen Fleck der Erde verharren soll und sich demnach in der gleichen Zeit um die Erde dreht, wie diese selbst rotiert. Wettersatelliten oder TV-Satelliten werden oft hier eingesetzt. Insgesamt befinden sich laut UCS aktuell 481 Erdtrabanten im GEO.

Die tiefen Umlaufbahnen des LEO sind ebenfalls für Wettersatelliten interessant, aber auch für Aufklärungssatelliten. Zudem ist der Transport der Raketen in diesen Bereich günstiger, da weniger leistungsfähige Raketen benötigt werden. Mit 696 Satelliten sind mehr als die Hälfte der künstlichen Himmelskörper hier stationiert.

Ungestörte Messungen im Weltraum

Eine deutlich geringere Zahl an Satelliten wird in den Bereich zwischen LEO und GEO geschossen - in den "Medium Earth Orbit" (MEO). Hier arbeiten etwa die GPS-Navigationssatelliten.

Die andere Art der Umlaufbahn ändert ihren Abstand zur Erde ständig - sie ist elliptisch. Bewegen sich Satelliten auf einer solchen Umlaufbahn, können sie sich bis zu 400.000 Kilometer weit von der Erde entfernen. Elliptische Bahnen werden beispielsweise eingesetzt, um die Polarregionen mit Kommunikation zu versorgen. Oder bei Satelliten, die statt auf die Erde ins All blicken sollen.

Einige solcher Forschungssatelliten arbeiten mittlerweile sogar in noch größerer Entfernung. So zum Beispiel das Weltraumteleskop Kepler, das Planeten außerhalb des Sonnensystems sucht. Kepler umkreist in einigem Abstand von der Erde die Sonne, um so die Störungen bei den Messungen zu minimieren.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf unserer Themenseite.

Andreas Grieß (Statista)/che

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
brainstormerene 24.09.2015
1.
Ui da wird zar putin aber toben. jetzt nicht nur USA mehr satelliten sondern auch noch china. tsts da wird er vermutlich bald ein paar "fakesatelllieten" ohne funktion ins all schicken damit das "grosse" russland mehr hat als china. derm kleinen mann mit den grossen komplexen waere das durchaus zuzutrauen so wie sich seine politik aaeh falsches wort. ...........besser passt sein handeln in den letzten 10 jahren darstellt..
salomonh71d 24.09.2015
2. Kessler Syndrom naht
Im Film "Gravity" (2013) wurde der Domino-Effekt von kollidierenden Niedrigorbit-Satelliten und ihren Trümmern gut veranschaulicht. Am 10. Februar 2009 stießen in ca. 800 km Höhe die Satelliten Kosmos-2251 und Iridium-33 mit 11,6 km pro Sekunde Relativgeschwindigkeit zusammen, hinterließen ca. 100000 Trümmerteile, wovon 2200 größere Wrackteile waren. Die ISS musste schon oft diesen ausweichen. Im Anime "Planetes" (2003) wird das Problem Weltraummüll und dessen Beseitigung thematisert...
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