Satellitenbild der Woche: Gasfackeln lassen North Dakota leuchten

Das Gebiet strahlt hell wie New York, Boston oder Chicago - dabei gibt es im US-Bundesstaat North Dakota gar keine Metropolen. Dass aus dem All trotzdem ein riesiger heller Fleck an der Nordgrenze der USA zu sehen ist, hat mit einem Rohstoffboom in der Gegend zu tun.

Satellitenbild der USA: Hell erleuchetes Ölfeld in North Dakota (umkreist) Zur Großansicht
NASA/ NOAA/ NGDC

Satellitenbild der USA: Hell erleuchetes Ölfeld in North Dakota (umkreist)

Eine ganze Reihe faszinierender Nachtaufnahmen hat die US-Weltraumbehörde Nasa vor kurzem veröffentlicht. Sie stammen vom Satelliten "Suomi NPP", der seit Herbst 2011 in gut 820 Kilometern Höhe um die Erde kreist. Er fliegt dabei über Nord- und Südpol und zieht seine Bahn so, dass er auf der einen Stecke die Welt am frühen Nachmittag ablichten kann - und auf der anderen in der zweiten Nachthälfte.

Zum von "Suomi NPP" präsentierten Portfolio zählen auch zahlreiche Aufnahmen der USA. Eine davon sorgte nun für Aufregung. In North Dakota, fernab großer Metropolen, findet sich eine leuchtend helle Insel. "Vor sechs Jahren war die Region quasi leer", ist auf der Webseite des "National Public Radio" (NPR) zu lesen.

Heute werden in der sogenannten Bakken-Formation in North Dakota in großem Stil Erdöl und Erdgas aus dem Boden gepumpt. 150 Förderfirmen sind in dem Gebiet laut NPR aktiv.

Im vergangenen Jahr rückte North Dakota an die zweite Stelle der US-Ölförderer auf - und überholte damit Alaska. Nur in Texas wird noch mehr Öl aus dem Boden geholt. Möglich wurde der Boom durch eine neue, durchaus umstrittene Fördertechnologie, die die USA in Zukunft zur weltweiten Ölmacht Nummer eins machen könnte: Fracking.

Gasfackeln erleuchten die Region

In Deutschland dagegen hält das Umweltbundesamt das Fracking für zu riskant. Beim Fracking werden verschiedene Chemikalien, Sand und Wasser unter hohem Druck ins Gestein gedrückt, um es aufzubrechen - in Folge können sich Gas und auch Erdöl aus dem Untergrund lösen. Doch die Chemikalien im Boden könnten auch das Grundwasser vergiften, so eine Sorge der Fracking-Kritiker.

Dass das Bakken-Feld nachts hell strahlt, liegt übrigens nicht nur daran, dass Ölbohrungen Tag und Nacht laufen. An vielen Plattformen wird Gas, das zusammen mit dem Öl an die Oberfläche kommt, einfach verbrannt. Dies scheint für Bohrfirmen rentabel zu sein, denen es nur ums Öl geht und die daher keine zusätzliche Infrastruktur fürs Auffangen des Gases schaffen. Dass das Erdgas als Energieträger sinnvoll eingesetzt werden könnte, statt einfach zu verbrennen, spielt dagegen keine Rolle.

wbr

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