Satellitenbild der Woche: Gut gesalzen

Strahlend weiß, so präsentiert sich ein riesiger Salzsee im Altiplano-Hochland von Bolivien aus dem All. Finstere Schwaden an seinem Rand scheinen die Herrlichkeit des Salar de Coipasa zu trüben - sie sind allerdings natürlichen Ursprungs.

Salar de Coipasa aus dem All: Sedimente aus dem Rio LaucaZur Großansicht
NASA

Salar de Coipasa aus dem All: Sedimente aus dem Rio Lauca

Berlin - Es ist eine weiße Weite, deren gleißende Helligkeit man auf Fotos schon einmal mit einer Skipiste verwechseln kann. Im Hochland Boliviens liegt der riesige Salar de Coipasa. Die tischebene, helle Fläche lässt sich gut mit Autos, Fahrrädern oder Motorrädern befahren.

Der Salzsee ist rund 2500 Quadratkilometer groß. Entstanden ist er einst aus den Überresten eines noch viel größeren Sees, der nach und nach verdunstete. Auch der nahe gelegene, mit 10.000 Quadratkilometern sogar noch größere Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Welt, hat eine ähnliche Geschichte. Als die Vorläufer vor einigen Zehntausend Jahren langsam verschwanden, hinterließen sie teils mächtige Pakete von einst in ihrem Wasser gelösten Mineralien.

Die mächtigen Salzkrusten des Sees werden in sogenannten Salinas abgebaut. In den Salaren von Coipasa und Uyuni vermuten Geologen große Mengen an interessanten Rohstoffen, zum Beispiel Lithium und Kalium. Ihre Ausbeutung ist allerdings alles andere als einfach - nicht zuletzt weil das abgelegene Gebiet nur wenig erschlossen ist. Auch die klimatischen Bedingungen sind harsch, die Salzseen liegen 3600 Meter über dem Meeresspiegel.

Dieses Bild, aufgenommen von einem Astronauten der Internationalen Raumstation, zeigt aber auch, dass nach wie vor Wasser in den Salar de Coipasa fließt - und dort verdunstet. Es stammt aus dem Rio Lauca, der im Nachbarland Chile entspringt. Der Fluss sorgt dafür, dass zumindest im Norden des Sees flaches Wasser zu finden ist - in regenreichen Perioden werden auch sonst ausgetrocknete Areale des Sees überflutet. So entstehend riesige spiegelnde Flächen, die Fotografen Traummotive bieten.

Mit dem Fluss werden auch Sedimente in den See gespült. Auf dem Bild, aufgenommen mit einer Digitalkamera mit 400-Millimeter-Zoomobjektiv, sind die dunklen Schwaden gut zu sehen. Auch das dunkle Gestein der Anden sticht im linken Bildbereich hervor.

chs

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  • Sonntag, 14.10.2012 – 10:59 Uhr
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