Satellitenbild der Woche: Es grünt so grün

Die winzigen Organismen des Phytoplanktons sind höchst unterschiedlich in den Weltmeeren verteilt. Das belegt eine Kombination neuer Satellitenbilder eindrücklich. Die schwimmenden Winzlinge sind wichtig für die Ökosysteme im Meer - und für unsere Atmosphäre.

Chlorophyll-Konzentration: Ungleiche Verteilung in den Weltmeeren Zur Großansicht
NASA/ Suomi NPP/ Norman Kuring

Chlorophyll-Konzentration: Ungleiche Verteilung in den Weltmeeren

Berlin - Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass eine Delta-Rakete den US-Wettersatelliten "Suomi NPP" ins All gebracht hat. Seitdem ist er in gut 820 Kilometern Höhe schon 5000 Mal um die Erde gerauscht. Für Start und Betrieb hat sich die US-Weltraumbehörde Nasa mit der Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA zusammengetan.

In seinem ersten Lebensjahr hat "Suomi NPP" - seinen Namen verdankt er dem Meteorologen Verner Suomi - mit seinen fünf Instrumenten die Daten für einige spektakuläre Bilder geliefert: Unser Planet als blaue Murmel war ebenso dabei wie das Leuchten der Lichter im nächtlichen Europa oder der Blick ins Auge eines Tropensturms.

Ein neues Falschfarbenbild zeigt nun die von "Suomi NPP" gemessene Chlorophyll-Konzentration in den Weltmeeren. Unvorstellbar große Mengen an Phytoplankton bauen in den Ozeanen durch Photosynthese Biomasse auf - und spielen damit eine wichtige Rolle in der marinen Nahrungskette. Nebenbei versorgen sie auch die Erdatmosphäre mit der Mehrzahl des dort vorhandenen Sauerstoffs - allerdings hat die Menge des Phytoplanktons in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch abgenommen.

Wie sich die winzigen Organismen derzeit in den Meeren verteilen, lässt sich aus dem All messen - weil man nach dem grünen Cholorophyll Ausschau halten kann. Dabei zeigen sich beträchtliche Unterschiede: Weil sich in küstennahen Gewässern vergleichsweise viele Nährstoffe finden, gedeiht das Phytoplankton dort besonders gut. Im Bild sind hier rote und gelbe Bereiche zu erkennen. Jenseits der großen Meeresströmungen finden sich in der Weiten der Ozeane dagegen auch riesige dunkelblaue Flächen, wo nur wenig Phytoplankton schwimmt.

Wichtig für das Wachstum der Winzlinge ist auch das Licht - deswegen wurden die Daten für die Aufnahme der Nordhalbkugel in der Zeit zwischen 21. Juni und 20. September gesammelt. Die Südhalbkugel war schon ein halbes Jahr zuvor vom VIIRS-Instrument untersucht worden. Die 22 Kanäle dieses Radiometers erfassen, wie sein Name "Visible/Infrared Imager Radiometer Suite" nahelegt, den Bereich des sichtbaren und infraroten Lichtes.

Doch auch wenn die Satelliten nicht mehr ohne weiteres hinsehen können, blüht in manchen Fällen noch das Plankton. In diesem Sommer hatten Forscher um Kevin Arrigo von der Stanford University von entsprechenden Beobachtungen berichtet. Sie hatten große Mengen Phytoplankton sogar unter dem arktischen Eispanzer nachweisen können.

chs

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insgesamt 8 Beiträge
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    Seite 1    
1. Umweltkatastrophenprophet
stanislaus2 24.11.2012
"- allerdings hat die Menge des Phytoplanktons in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch abgenommen." Wie will man das denn wissen? Es ist doch der erste Versuch einer globalen Erfassung. Stichproben in Regionalgewässern im Sommer mit späteren Stichproben dann im Winter zu vergleichen, bringt immer das gewünschte Ergebnis der Umweltkatastrophenpropheten.
2. Phyto Photoplankton
kelser 24.11.2012
Bitte das nächste Mal genauer recherchieren! Phytoplankton ist die Sammelbezeichnung für den Anteil tierischer Lebensformen im Plankton. Photoplankton war im Bericht wohl eher gemeint.
3. Mein Gott
Mustermann 24.11.2012
Zitat von kelserBitte das nächste Mal genauer recherchieren! Phytoplankton ist die Sammelbezeichnung für den Anteil tierischer Lebensformen im Plankton. Photoplankton war im Bericht wohl eher gemeint.
*Phyto*plankton sind *Pflanzen*. Sie meinen *Zoo*plankton und *Photo*plankton gibt es nicht. Lesen Sie doch einfach mal den verlinkten Artikel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/drastischer-plankton-rueckgang-futterkrise-in-den-weltmeeren-a-708882.html)
4. falsch
popei033 24.11.2012
Zitat von kelserBitte das nächste Mal genauer recherchieren! Phytoplankton ist die Sammelbezeichnung für den Anteil tierischer Lebensformen im Plankton. Photoplankton war im Bericht wohl eher gemeint.
Phytoplankton ist die Sammelbezeichnung für den Anteil pflanzlicher Lebensformen im Plankton. Tierische Plankton nennet man Zooplankton. Googeln sie mal nach Photoplankton, das ist unbekannt
5. menschengemachte Gründe
limubei 24.11.2012
Zitat von stanislaus2"- allerdings hat die Menge des Phytoplanktons in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch abgenommen." Wie will man das denn wissen? Es ist doch der erste Versuch einer globalen Erfassung. Stichproben in Regionalgewässern im Sommer mit späteren Stichproben dann im Winter zu vergleichen, bringt immer das gewünschte Ergebnis der Umweltkatastrophenpropheten.
Hallo Herr Stanislaus bitte nicht gleich reflexhaft auf die Erwärmung anspringen! # Ozonloch = harte UV STrahlung schädigt das Phytoplankton # künstliche Gifte z.B. DDT wurde schon vor vielen Jahrzehnten in den entferntesten Regionen der Weltmeere nachgewiesen. # der gewaltige Eintrag von Herbiziden könnte ebenfalls eine Ursache sein. Wenn Sie sich nun weiter genau die Regionen anschauen, wo das meiste Phytoplankton ensteht, so sind es die kälteren Regionen der Weltmeere. Vor Kalifornien z.B. gibt es reichhaltiges marines Leben auf grund der kalten Meeresströmungen dort. Es liegt auf der Hand, dass sich erwärmendes Wasser sowie die Änderung von Meeresströmungen auch auf das Phytoplankton auswirkt. Kieselalgen z.B. werden durch den PH Wert gestört. Da geht es um den CO2 Eintrag und die Veränderungen des PH Wertes, der auf jeden Fall mit dem menschengemachten CO2 zusammenhängt. Ob die Klimaerwärmung auch damit zusammenhängt, werden unser weltweiten Wissenschaftler weiter beobachten und versuchen zu analysieren. Sie dürfen sich auch weiter aufregen. Sie sind ein freier Mensch. gegönnt.
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