Lasertechnik-Pionier Physik-Nobelpreisträger Schores Alfjorow gestorben

Seine Arbeit schuf die Grundlage für Laserdioden in CD-Spielern und Supermarktscannern, 2000 wurde Schores Alfjorow mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Nun ist der russische Forscher gestorben.

Wissenschaftler Alfjorow 2005 bei einer Preisverleihung
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Wissenschaftler Alfjorow 2005 bei einer Preisverleihung


Der russische Physik-Nobelpreisträger Schores Alfjorow ist tot. Der Forscher starb im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit, hieß es in russischen Medien. Seine Ehefrau habe Alfjorows Tod bestätigt.

Alfjorow gilt als Pionier der Lasertechnik. In den Sechziger- und Siebzigerjahren forschte er mit einem Team am renommierten Joffe-Institut in St. Petersburg zu Halbleiterlasern. Dadurch schuf er die Grundlagen für die Laserdioden-Technik etwa in CD-Spielern oder Laserscannern an Supermarktkassen. Bei der Weiterentwicklung der Technik lieferten sich die Russen mit US-Wissenschaftlern ein Wettrennen.

Im Jahr 2000 wurde Alfjorow für seine Forschung mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Er teilte sich den Preis mit Herbert Kroemer, der deutsche Physiker lebt seit langer Zeit in den USA.

Die Russische Akademie der Wissenschaften würdigte den in Weißrussland geborenen Alfjorow als hoch angesehenen Wissenschaftler. Er habe mit seinen Leistungen nicht nur in Russland Anerkennung erhalten, sondern auch weltweit. Das russische Wissenschaftsministerium sprach von einem großen Verlust für die Gesellschaft.

Während nach dem Ende der Sowjetunion viele Spitzenforscher in den Westen gingen, blieb Alfjorow in Russland. Er engagierte sich auch politisch für die Kommunisten und saß viele Jahre in der Duma, dem russischen Parlament.

2002 hatte Alfjorow aus Protest gegen "antikommunistische Hysterie" sein Amt als Vorsitzender des Unterausschusses für Wissenschaft in der Duma niedergelegt. "Antikommunismus ist das erste Anzeichen für Faschismus", hatte er damals gesagt. Alfjorow gehörte zusammen mit dem früheren Schachweltmeister Anatolij Karpow zu über hundert russischen Prominenten, die 2002 die Rückkehr zur Todesstrafe gefordert hatten.

joe/dpa



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