Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schraube locker: Leck in japanischem Atomkraftwerk

Eine versehentlich gelockerte Schraube hat zu einer Panne in einem japanischen AKW geführt. Vier Arbeiter waren verstrahltem Wasser ausgesetzt. In die Umwelt soll aber keine Radioaktivität gelangt sein.

Tokio - In einem japanischen Atomkraftwerk im Nordosten von Tokio ist radioaktiv verstrahltes Wasser ausgetreten. Es sei jedoch keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt, teilte der Betreiber des Kraftwerks "Tokai No 2" am Mittwoch mit.

Das Wasser trat demnach am Mittwoch aus einem Rohr an einem Reaktordruckbehälter aus. Vier Arbeiter waren dem Wasser ausgesetzt, es wurden jedoch keine inneren Verstrahlungen an den Arbeitern gemessen, hieß in einer Mitteilung der Betreiberfirmer Japan Atomic Power. Das Leck wurde wieder abgedichtet. Arbeiter hatten versehentlich eine Schraube an dem Rohr gelockert, teilte die Firma mit.

Das Kraftwerk, das 120 Kilometer nordöstlich von Tokio liegt, war seit dem Erdbeben vom 11. März nicht in Betrieb. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wächst in Japan die Besorgnis über die Reaktorsicherheit. Der Bürgermeister von Tokai forderte vor wenigen Wochen die Abschaltung des 33 Jahre alten Reaktors. Das Kraftwerk sei zu alt und befinde sich in einem dicht bebauten Gebiet, sagte er.

boj/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Im
chico 76 26.10.2011
Zitat von sysopEine versehentlich*gelockerte Schraube hat zu einer Panne in einem japanischen AKW geführt. Vier Arbeiter waren verstrahltem Wasser ausgesetzt. In die Umwelt soll aber keine Radioaktivität gelangt sein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,794155,00.html
Kernkraftwerk Isar soll ein Besen umgefallen sein. Eine Evakuierung der Bevölkerung wird ins Auge gefasst.
2. jedesmal
webwoman 26.10.2011
wenn ich etwas von AKWs in Japan lese, "es sei keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt" bschleicht mich das gefühl, das dort in großem Umfang gelogen wird.
3. man soll nie mit Besen werfen, wenn man im Atommeiler sitzt...
tempus fugit 26.10.2011
Zitat von chico 76Kernkraftwerk Isar soll ein Besen umgefallen sein. Eine Evakuierung der Bevölkerung wird ins Auge gefasst.
...oder so ähnlich???... Sehen so die Chico-Besen in ISAR I aus? http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,675501,00.html Ach ja, dann soll's auch noch fliegende Besen geben: Aus WIKI
4. Eigentlich finde ich es immer wieder ....
Harald Lennartson 26.10.2011
Zitat von chico 76Kernkraftwerk Isar soll ein Besen umgefallen sein. Eine Evakuierung der Bevölkerung wird ins Auge gefasst.
... bemerkenswert, welch inhaltlich wertvollen Beiträge im SPON-Forum veröffentlicht werden. Nehmen wir mal den, auf den ich antworte: Der Mensch hätte versuchen sollen, mit solch einer fundierten Darstellung technischer Inhalte Geld zu verdienen. Aber so ist das, wenn zwischen beiden Ohren nur ein Draht gespannt ist, damit eben diese nicht herunterfallen.
5. Antenne
m a x l i 26.10.2011
Zitat von Harald Lennartson... bemerkenswert, welch inhaltlich wertvollen Beiträge im SPON-Forum veröffentlicht werden. Nehmen wir mal den, auf den ich antworte: Der Mensch hätte versuchen sollen, mit solch einer fundierten Darstellung technischer Inhalte Geld zu verdienen. Aber so ist das, wenn zwischen beiden Ohren nur ein Draht gespannt ist, damit eben diese nicht herunterfallen.
Allerdings gibt es da ein Restrisiko, dass der gewisse Mensch mit dieser fundierten Darstellung technischer Inhalte *tatsächlich* Geld verdient. Und wir alle wissen, wie "gering" das Restrisiko ist. Der erwähnte Draht könnte übrigens als Antenne fungieren. Ich glaube, der Mensch ist nur einer von vielen, die alle das gleiche Kurzprogramm empfangen und dann hier vorsingen. Eigentlich bemitleidenswert. Ich hoffe, er muss nicht sehr leiden.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
AKW-Ruine Fukushima: Plane für Reaktor 1

Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
Alpha-, Beta- und Gammastrahlen
Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.
Becquerel: Einheit der Aktivität
Eine Substanz ist dann radioaktiv, wenn sie zerfällt und dabei Strahlung aussendet. Um anzugeben, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, benutzt man den Begriff der Aktivität (A). Sie wird in Becquerel (Bq) gemessen und gibt die Strahlung an, die eine Substanz innerhalb einer bestimmten Zeit durch Zerfall erzeugt. Per Definition entspricht ein Becquerel einem Zerfall pro Sekunde. Je schneller eine Probe zerfällt, desto intensiver strahlt sie also.
Gray: Einheit der Energiedosis
Weiß man, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, sagt das noch nichts darüber aus, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirkt. Dafür ist es wichtig zu bestimmen, wie viel Energie von einer bestimmten Masseneinheit des Körpers absorbiert wird. Angegeben wird die absorbierte Energiedosis (D) in der Einheit Gray (Gy), wobei ein Gray der Energiemenge von einem Joule pro Kilogramm entspricht.
Sievert: Einheit der Äquivalentdosis
Um die biologische Wirksamkeit der radioaktiven Strahlung auf den Körper anzugeben, benutzt man anstelle der Energiedosis den Begriff der Äquivalentdosis (H). Sie berücksichtigt die Tatsache, dass verschiedene Arten von Strahlen ganz unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben. So ionisiert Alphastrahlung bei weitem mehr Moleküle als etwa Betastrahlen - und richtet deshalb eine größere Zerstörung im Körper an. Daher wird jede Strahlungsart mit Hilfe einer physikalischen Größe gewichtet, dem sogenannten Strahlenwichtungsfaktor. Gemessen wird die Äquivalentdosis in Sievert (Sv). Sie ergibt sich aus der Multiplikation der Energiedosis mit dem Strahlenwichtungsfaktor. 1 Sievert (Sv) sind 1000 Millisievert (mSv). 1 Millisievert sind 1000 Mikrosievert (µSv).
Sievert pro Zeit: Einheit der Strahlenbelastung
Um die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung auf den Körper genauer einschätzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie lange eine bestimmte Dosis auf den Körper einwirkt. Daher wird die Strahlenbelastung meist in Sievert pro Zeiteinheit gemessen. Also etwa Millisievert pro Jahr oder Mikrosievert pro Stunde. Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2,1 Millisievert pro Jahr, also 0,24 Mikrosievert pro Stunde. Im Schnitt kommen zwei Millisievert pro Jahr durch künstliche Quellen von Radioaktivität hinzu. Den Löwenanteil dazu steuert die Medizin bei.
Von Becquerel zu Sievert: Der Dosiskonversionsfaktor
Die Strahlenbelastung von Böden oder in Lebensmitteln etwa wird in Becquerel pro Quadratmeter oder Becquerel pro Kilogramm angegeben. Doch was bedeutet dieser Wert für die Auswirkungen auf den Körper? Um eine Beziehung zwischen Aktivität und Äquivalentdosis herstellen zu können, gibt es den sogenannten Dosiskonversionsfaktor. Er hängt unter anderem von der Art der Strahlung und der radioaktiven Substanz ab, sowie von der Art, wie die Strahlung in den Körper gelangt (Inhalieren, Aufnahme durch die Nahrung). So entspricht die Aufnahme von 80.000 Becquerel Cäsium 137 mit der Nahrung einer Strahlenbelastung von etwa einem Millisievert. Der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 4000 Becquerel Cäsium 137 pro Kilogramm hat beispielsweise eine Belastung von 0,01 Millisievert zur Folge. Das lässt sich mit der Belastung durch Höhenstrahlung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria vergleichen.
EU-Grenzwerte für Nahrungsmittel
Nach der Tschernobyl-Katastrophe hatte die EU Grenzwerte für den Import von Lebensmitteln aus jenen Ländern geregelt, die durch das Atom-Unglück kontaminiert wurden. Zusätzlich hat die EU am 26. März 2011 weitere Grenzwerte für Importe aus Japan festgelegt - die Grenzen wurden jedoch als zu lasch kritisiert. Am 8. April reagierte die EU - und passte die Grenzen an japanische Normen an. Für Cäsium 134 und Cäsium 137 gilt künftig bei Lebensmitteln ein Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Bei Säuglings- und Kindernahrung senkte Brüssel den Grenzwert für Cäsium von 400 auf 200, für Jod von 150 auf 100 Becquerel.
Fotostrecke
Das Leben nach Fukushima: Entseuchung der Heimat


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: