"Solar Impulse 2" Sonnenflieger zur China-Etappe gestartet

Schlechtes Wetter hatte ihn drei Wochen aufgehalten - jetzt geht die Weltreise von "Solar Impulse 2" weiter. Das mit Sonnenstrom angetriebene Flugzeug überfliegt nun China, bevor es über den Pazifik nach Amerika geht.

Start: "Solar Impulse 2" hebt gegen 6 Uhr Ortszeit in Chongqing ab
DPA/ Solar Impulse

Start: "Solar Impulse 2" hebt gegen 6 Uhr Ortszeit in Chongqing ab


Mit rund dreiwöchiger Verspätung ist der Schweizer Sonnenflieger "Solar Impulse 2" zu seiner ersten Etappe ausschließlich über chinesischem Boden aufgebrochen. Es ist die sechste von insgesamt zwölf Etappen. "Endlich wieder in der Luft", sagte Abenteurer Bertrand Piccard aus dem Cockpit kurz nach dem Start gegen 6 Uhr Ortszeit in der südwestchinesischen Millionenstadt Chongqing. Für die 1200 Kilometer lange Etappe nach Nanjing in der Nähe der Küstenmetropole Shanghai sind 17 Stunden Flugzeit eingeplant.

Der 57-Jährige Pilot Piccard und sein Kollege André Borschberg (62) wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. "Dieses Flugzeug ist einfach Wahnsinn. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder am Steuer sitzen darf", sagte Piccard.

Der Start in China hatte mehrfach wegen ungünstiger Winde und eines zu engen Landefensters in Nanjing verschoben werden müssen. Von Nanjing in Ostchina aus soll der Pazifik überquert und Hawaii angeflogen werden. Das gilt als der schwierigste Teil der Erdumrundung. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Startvorbereitung: 17 Stunden Flugzeit bis Nanjing nahe Shanghai
DPA/ Solar Impulse

Startvorbereitung: 17 Stunden Flugzeit bis Nanjing nahe Shanghai

Angetrieben wird das Carbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine größere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade so viel wie ein Mittelklassewagen. "Solar Impulse 2" war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Ende Juli oder Anfang August soll die 35.000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

hda/dpa



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insgesamt 42 Beiträge
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spon-facebook-10000921305 21.04.2015
1. Good luck!
Die nächste Etappe wird noch spannender.
M. Michaelis 21.04.2015
2.
Echt der Wahnsinn, diese Solartechnik. Drei Wochen Zwangsaufenthalt wegen schlechten Wetters. Dieses Experiment zeigt vor allem wofür PV nicht taugt.
colinchapman 21.04.2015
3. besonders klimaschonend.....
......ist vor allem der Großraumjet, der der SI hinterher fliegt, mitsamt mobilem Zelthangar und Werkstatt. einen großen Windstoß darf der Flieger schließlich nicht erleben, sonst geht er kaputt. Ein Flieger von der Größe eines A380 kann vielleicht mit 70m Spannweite und 5m Flügelprofillänge rund 400qm Fläche aufnehmen, die theoretische Solarkonstante (nicht die praktische!) liegt bei 1,6kW/m² unter perfekten Bedungungen. Für einen A380-großen Flieger blieben somit 500kW eingestrahlte Leistung (nicht Nutzleistung!) bestenfalls übrig. Das ist das physikalische Limit. Wir werden in hundert Jahren ganz viel tun, aber eines sicher nicht: mit solargetriebenen Fliegern Fernreisen unternehmen.
m a x l i 21.04.2015
4. Schön schlecht
"Schlechtes Wetter hatte ihn drei Wochen aufgehalten - jetzt geht die Weltreise von "Solar Impulse 2" weiter." Damit ist bereits klar, wie jeder dritte Kommentar aussehen wird. (#2 hat ja schon einen guten Start hingelegt.) Auf die Frage wie das Wetter ist blickt der Atomevangelist aus dem Fenster, sieht eine dicke graue Wolkendecke, gedämpftes Licht und ein paar Regentropfen, frohlockt, reibt sich die Hände und sagt: Heute ist das Wetter schön schlecht. Wenn die Atomfans nur könnten, würden sie am liebsten aus Rechthaberei das Essen einstellen - denn manchmal ist ja schlechtes Wetter oder es ist gar Nacht, und dann scheint keine Sonne auf das Gemüse, den Weizen, das Futter für die Kühe... Es grenzt an ein Wunder, dass man bei so unzuverlässigem Sonnenschein nicht längst verhungert ist.
rbn 21.04.2015
5. auch die Schiffe des Columbus waren nicht für Kreufahrten oder Container geeignet
Zitat von M. MichaelisEcht der Wahnsinn, diese Solartechnik. Drei Wochen Zwangsaufenthalt wegen schlechten Wetters. Dieses Experiment zeigt vor allem wofür PV nicht taugt.
trotzdem hat Columbus die kleingeistigen Kritiker mit seinem Ei ad absurdum geführt. Ach Lilienthals Flugmaschinen waren nicht als Ferienflieger geeignet. Bewundern wir doch einfach den Mut des Piccard, mit diesem Vehikel den Pazifik zu überfliegen und freuen wir uns über die Möglichkeiten zur Weiterentwickung. (Nicht wahr, alle deutschen Miesepeter ?)
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