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26. Februar 2013, 18:42 Uhr

Spektroskopie

Laserscanner soll Pferdefleisch erkennen

Der Scanner wurde entwickelt, um Gammelfleisch zu entdecken. Aber die Laserpistole kann angeblich noch mehr: Sie soll auch verschiedene Fleischsorten binnen Sekunden identifizieren. Kamel, Krokodil und Python blieben dann nicht mehr unerkannt - ebenso wenig wie Pferd.

Berlin - Die Idee ist bestechend: An der Fleischtheke im Supermarkt liegt eine kleine Laserpistole, die auf Knopfdruck verrät, wie frisch ein Stück Fleisch ist. 2007 wurde der erste Prototyp des Fleischscanners vorgestellt, der in der Lage sein soll, sogar durch die Verpackung hindurch die Qualität zu prüfen.

Das Team um Heinz-Detlef Kronfeldt von der TU Berlin hat die Laserpistole, die etwa so groß ist wie eine Handbohrmaschine, seitdem weiterentwickelt. Doch bis in die Supermärkte hat es der Scanner bislang nicht geschafft. Der aktuelle Pferdefleischskandal könnte das ändern - denn mit der Laserpistole soll es auch möglich sein, verschiedene Fleischsorten wie etwa Schwein, Rind, Pute und Huhn voneinander zu unterscheiden. Pferdefleisch falle im Spektrum innerhalb weniger Sekunden als "Fremdfleisch" auf, schreibt die TU Berlin in einer Presseinformation.

Der Arbeitsgruppe Laserspektroskopie sei es inzwischen sogar gelungen, exotische Fleischarten wie Kamel-, Krokodil- und Python-Fleisch zu identifizieren. Die Fleischsorte wird demnach berührungslos allein mit Licht bestimmt. Eine kleine rote Diode in der Laserpistole sendet einen Lichtblitz von einer Sekunde auf das Fleisch. Dort wird das Licht gestreut und soll Rückschlüsse auf die Sorte und auch auf das Alter des Fleisches ermöglichen.

Die Laserpistole ist Teil des Projekts "Fresh-Scan", an dem neben Wissenschaftlern der TU Berlin vier weitere deutsche Forschungsinstitute beteiligt sind. Die Entwicklung der Laserpistole wurde vom Bundesforschungsministerium mit bislang drei Millionen Euro gefördert. Wie zuverlässig das Gerät funktioniert, bleibt allerdings offen - von einer unabhängigen Prüfung ist in der Mitteilung der TU Berlin nicht die Rede.

Die Entwickler des Fleischscanners hoffen, dass ihr Gerät eines Tages nicht nur in Supermärkten, sondern auch in Schlachthöfen und bei Großhändlern eingesetzt wird. Die Laserpistole könne nämlich auch enthüllen, ob ein tiefgefrorenes Stück Fleisch während des Transports aufgetaut ist.

Laserspektroskopie ist nicht die einzige Methode, an der Wissenschaftler arbeiten, um Skandale wie mit Gammelfleisch oder nun mit Pferdefleisch künftig zu verhindern. Ein anderes Verfahren nutzt beispielsweise den Effekt, dass gesunde Zellen in Fleisch andere elektrische Eigenschaften haben als gealterte Zellen. Fleisch lässt sich aber ebenso gut durch chemische Reaktionen mit Enzymen analysieren, auch wenn die Prüfung damit mehrere Minuten und nicht nur ein paar Sekunden dauert wie bei der Laserpistole.

hda

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