Faktencheck zu "Star Wars" So viel Energie braucht ein Lichtschwert

Im Kino werden in "Star Wars" derzeit wieder Lichtschwerter geschwungen: Doch wie viel Energie bräuchte so eine Waffe? Ein Student hat nachgerechnet.

"Star-Wars"-Fans mit Spielzeug-Lichtschwertern in Los Angeles
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"Star-Wars"-Fans mit Spielzeug-Lichtschwertern in Los Angeles


Ein Lichtschwert wie in "Star Wars" zu besitzen, das ist Traum von jedem Fan der Weltraumsaga. Und nicht jeder davon dürfte im frühpubertierenden Alter sein, in dem zumindest manche Jungs ohnehin gerne allerlei Schwerter schwingen.

Doch wie realistisch ist so eine Wunderwaffe aus dem Science-Fiction-Klassiker? Ein Student der britischen University of Leicester hat nun nachgerechnet, welche Energie ein Lichtschwert unter realen physikalischen Bedingungen besitzen müsste.

Luke Willcocks kommt in seinen Berechnungen auf knapp sieben Megawatt, was der Energieleistung von etwa 70 Autos entspricht. Die beiden Fachartikel zum Thema sind im "Journal of Interdisciplinary Science Topics" der University of Leicester erschienen.

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Todesstern: Planeten zerstören

Willcocks geht bei seinen Berechnungen von einer Szene aus dem Film "Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung" aus. Darin schneidet der Jedi-Meister Qui-Gon Jinn mit seinem grünen Lichtschwert ein Loch in eine Metalltür. Unter der Berücksichtigung von Filmschnitten benötigt er dafür elf Sekunden. Willcocks vermutet, dass das verwendete Metall große Ähnlichkeiten mit Titan hat. Deshalb legt er seiner Kalkulation dessen spezifische Dichte zugrunde.

Beim Lichtschwert nimmt er eine Standardgröße von 91 Zentimeter Länge und vier Zentimeter Durchmesser an. Indem er die Menge an geschmolzenem Metall einbezieht, kommt er auf eine Leistung von 6,96 Megawatt. Das wiederum ist nur zwei Größenordnungen von der Leistung eines kleinen Atomkraftwerks mit 500 Megawatt entfernt. "Diese hohe Leistung aus einer so kleinen Quelle macht das Lichtschwert zu einem effizienten Gerät, um durch dichte Materialien zu schneiden und Droiden zu bekämpfen", folgert Willcocks.

Andere Farbe, andere Leistung

Im zweiten Beitrag nimmt er sich der Frage an, wie sich Lichtschwerter unterschiedlicher Farbe in der Leistung unterscheiden. Die Berechnung des Studenten basiert darauf, dass die verschiedenen Wellenlängen des Lichts auch mit einem unterschiedlichen Energiegehalt der Photonen (Lichtteilchen) verbunden sind. Wenn man vom grünen Lichtschwert mit einer Leistung von 6,96 Megawatt ausgeht, dann beträgt die entsprechende Leistung beim roten Lichtschwert nur 5,47 Megawatt, bei einer violetten Waffe jedoch 9,34 Megawatt.

Violett wäre demnach die Farbe des energiereichsten Lichtschwerts. Das gilt allerdings nur, wenn ein Lichtschwert ausschließlich Photonen erzeugt. Aus einigen "-Star Wars"-Veröffentlichungen gehe allerdings hervor, dass die Waffe eher ein Plasma erzeuge, schreibt Willcocks. "In diesem Fall sollte das Lichtschwert als Plasmaklinge oder ähnlich bezeichnet werden, um genau zu sein."

Rettung auf dem Mars: Machbar oder unrealistisch?

Metin Tolan, Experimentalphysiker an der Technischen Universität Dortmund, hat die Aufsätze von Willcocks mit Vergnügen gelesen. Er selbst ist Autor eines Buches über die Physik in der " Star Trek"-Film- und -Fernsehserie. "Manche Sachen macht man, weil man es kann", begründet er solche spaßigen Arbeiten von Physikern. Zugleich seien sie aber auch geeignet, um junge Menschen für die Physik zu begeistern.

Tolan ist bei Science-Fiction-Filmen aufgefallen, dass die nutzbare Energie oft stark übertrieben dargestellt werde. So würde seinen Berechnungen zufolge das Raumschiff "U.S.S. Enterprise" im Star-Trek-Universum den 20-fachen Energieinhalt unserer Sonne benötigen, wenn es einmal den Warp-Antrieb verwendet.

2015 untersuchten Forscher in Anlehnung an "Star Wars" die mögliche Zerstörung von Planeten.

joe/dpa



insgesamt 40 Beiträge
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wanderer777 27.12.2017
1. Männo, schon wieder keine Antwort darauf...
Hätte er doch lieber herausgefunden, wie man den Lichtstrahl eines Lichtschwertes unter 1.5m hält. DAS ist doch das wahre Geheimnis. Ansonsten wäre es ja nur ein überdimensionierter Laserpointer. Und die gibt es schon.
kalsu 27.12.2017
2. Theoretische Physik!
Wie begrenzt man einen sichtbaren Lichtstahl auf einer Länge von 91cm und 4cm Durchmesser im normalen freien Raum? Antwort: Gar nicht, denn das kann nicht funktionieren. Würde es funktionieren, kämen die Lichtteilchen nie bis auf die Netzhaut des Auges - man könnte das Licht des Lichtschwertes also gar nicht sehen. Die räumliche Begrenzung würde das Abstrahlen des Lichtes verhindern und so den gleichen Effekt haben, wie wenn man eine Lichtquelle verdeckt oder mittels eines simplen Spiegels umleitet.
Sissy.Voss 27.12.2017
3. Bartwuchs...
Wenn ein Laserschwert Metalle schmelzen kann, dann wird es für die menschliche Epidermis leicht problematisch, wenn man sich die Kampfszenen so ansieht. Mit über 1500° (Eisen) bzw. 1600° (Titan) in 20-30 cm Entfernung vom Gesicht wundert einen nicht, dass Luke Skywalker kein Problem mit dem Bartwuchs hat ;- )
peterauslev 27.12.2017
4.
Zitat von wanderer777Hätte er doch lieber herausgefunden, wie man den Lichtstrahl eines Lichtschwertes unter 1.5m hält. DAS ist doch das wahre Geheimnis. Ansonsten wäre es ja nur ein überdimensionierter Laserpointer. Und die gibt es schon.
Ähnliches habe ich auch gedacht. Und wenn es ein Plasmaschwert wäre, stellt sich die Frage wie das Plasma in diesen kleinen Griff kommt. Im Griff selber muss es natürlich noch kein Plasma sein, aber irgendein Gas müsste es schon sein. Also braucht man lediglich einen Gastank und ein paar mittlere Turbinen im Rucksack, easy :).
Attila2009 27.12.2017
5.
Zitat von wanderer777Hätte er doch lieber herausgefunden, wie man den Lichtstrahl eines Lichtschwertes unter 1.5m hält. DAS ist doch das wahre Geheimnis. Ansonsten wäre es ja nur ein überdimensionierter Laserpointer. Und die gibt es schon.
Noch erstaunlicher dass die überhaupt in einen riskanten Nahkampf gehen. Um das zu vermeiden, haben die Menschen im Mittelalter dafür schon Schußwaffen entwickelt. Haben die keine Schußwaffen mehr oder haben die Grünen die vorher schon abgeschafft ? Zumindest in der guten alten "Raumpatroullie" hatten die schon Strahler. Auch würde mich mal interessieren wie man einen Lichtstrahl parieren kann. Fechten mit Taschenlampen bei Nebel macht sicher auch Spaß und ist harmlos. Dass die Energiedichte eines solchen putzigen Laserschwertes utopisch hoch sei müßte bei der Zerstörungskraft dachte ich mir schon aber 7 MW im Taschenlampenformat ist schon heftig.
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